Karrierestart im Internet - Teil 1
Wie Alexander Marcus, Sascha Lobo und Co. im Internet durchstarten

- Foto: Thinkstock
Als Künstler durchstarten? Vergesst es, viel zu schwer! Oder etwa doch nicht? Alexander Marcus, Sascha Lobo und Julia Knolle haben es vorgemacht. Wo Labels und Verlage Absagen erteilen, gelingt manchmal im Internet der Durchbruch – mit der richtigen Strategie. Wir zeigen euch verschiedene Wege, um im internet durchzustarten.
Self-Publishing
Als Self-Publisher werden meist Autoren bezeichnet, die ihre Bücher ohne Verlag, sondern in Eigenregie im Internet veröffentlichen. Unter anderem bietet Amazon Künstlern an, ihre E-Books mit nur wenigen Klicks auf der Shoppingplattform zu verkaufen. Doch damit das Geld am besten in Strömen ießt, müssen die Autoren selbst Werbung für ihre Werke machen. Ums Marketing kümmert sich Amazon im Unterschied zu klassischen Verlagen nicht.
Crowdfounding
Beim Crowdfunding wird ein Projekt wie eine Albumaufnahme oder auch die Entwicklung eines Videospiels von Fans über das Web mit nanziert. Die Künstler bekommen Geld, die Spender verschiedene Prämien für den überwiesenen Betrag. Bevor eine Spendenaktion losgehen kann, müssen Künstler allerdings ein Bankkonto einrichten und einige Angaben zu sich und ihrer Idee machen. Auf die Schnelle funktioniert das Spendensammeln nicht. Und wenn am Ende das selbst gesetzte Spendenziel nicht erreicht wird, gehen die Künstler leer aus.
Freemium-Content
Das Freemium-Modell ist eine der beliebtesten Geschäftsmodelle der digitalen Welt: Hierbei können Kunden Teile eines Angebots kostenlos bekommen, für weitere Zusatzinhalte wie einen kompletten Comic müssen sie allerdings bezahlen. Vor allem auf Smartphones und Tablet-PCs setzt sich dieses Modell in Apps zunehmend durch.
Expertenmeinung zum Karrierestart im Netz
Till Kammerer arbeitet als Berufsberater und Autor in Berlin und beschäftigt sich viel mit Berufen in der Kreativbranche und ihrer Entwicklung. Im Interview verriet er, was Durchstarter im Internet brauchen und wie erfolgreich ein Karrierestart im Netz sein kann.
UNICUM: Schriftsteller, Comiczeichner oder Popstar zählen nicht zu den "geregelten" Berufen. Wie wichtig ist es für diese Jobs, ein Portfolio online zu haben?
Till Kammerer: Die eigene Webseite hilft überall dort, wo Arbeitsproben zum guten Ton der Bewerbung gehören: etwa eingescannte Artikel im JPG oder PDF-Format bei sich bewerbenden Journalisten oder Skizzen und Scribbles bei Grafikdesignern. Solche Arbeitsproben kann man dort dann hinterlegen und in Bewerbungen darauf verlinken. Das ist auch sehr geeignet für Initiativbewerbungen, die dann Anschreiben, Qualifikationsprofil und eben einen solchen Link enthalten – was für diesen Bewerbungstyp absolut reicht.
Klappt der Karrierestart als Schriftsteller über Amazon?
Self-Publishing-Angebote gab es schon vor dem Kindle Direct Publishing von Amazon. Zum Beispiel Books on Demand aus Norderstedt bei Hamburg: Gegen schmales Geld kann man dort ebenfalls sein Buch veröffentlichen und hat sehr gute Chancen, das eingesetzte Kapital wieder zu erwirtschaften. Dazu sollte sich eine Aufbereitung gesellen, die den "Happen mundgerecht macht": Das fängt bei einem griffigen Titel an und geht bis in die Sprache beziehungsweise Formulierungskunst des Innenteils. Einzelne kreative Projekte kann man sich auch via Crowdfunding finanzieren lassen.
Was ist von dieser Finanzierungsmethode zu halten?
Diese Methode hat im cineastischen Bereich bereits anerkannte Früchte getragen: Dort kann Crowdfunding Filmemachern helfen, trotz low budget kommerziell erfolgreiche Filme zu verwirklichen. Ein Beispiel der jüngeren Vergangenheit war die skandinavische Faschismus-Persiflage "Iron Sky".
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