Pilot, Lokführer, Kapitän – Traumberufe aus der Kindheit

von Janina Finkemeyer
Pilot, Lokführer, Kapitän - Jobs in der Personenbeförderung
Foto: Thinkstock

Pilot, Lokführer oder Kapitän – Auf der Liste der Kindheits-Traumjobs stehen diese Berufe ganz weit oben. Später fällt die Wahl aber häufig doch auf etwas ganz anderes, obwohl die Jobchancen gar nicht so schlecht sind. UNICUM stellt euch die drei Berufe einmal vor.

Pilot/in

"Über den Wolken, muss die Freiheit wohl grenzenlos sein" – Viele träumen davon, einmal selbst im Cockpit zu sitzen und ein Flugzeug zu steuern. Doch bis dahin ist es ein langer und kostspieliger Weg.

In Deutschland könnt ihr die Pilotenausbildung unter anderem bei der Lufthansa, Air Berlin oder bei privaten Flugschulen absolvieren. Grundvoraussetzungen sind das Abitur, eine gute körperliche Konstitution und gutes Sehvermögen. Eigenschaften wie Zuverlässigkeit, Teamfähigkeit, Verantwortungsbewusstsein und Disziplin, spielen ebenfalls eine entscheidende Rolle. Bei der jeweiligen Ausbildungsstätte müsst ihr zudem noch andere Voraussetzungen erfüllen. Die Lufthansa fordert beispielsweise ein Mindestalter von 17 Jahren und eine Körpergröße zwischen 1,65m und 1,98m.

Foto: Thinkstock

Wenn ihr die Grundvoraussetzungen erfüllt, könnt ihr euch für einen Einstellungstest anmelden. Bei dem Test müsst ihr eure Geschicklichkeit, euer Allgemeinwissen, Mathe- und Englischkenntnisse und Teamfähigkeit beweisen. Auch ein medizinischer und psychologischer Teil ist Bestandteil des Eignungstests. Besteht ihr die einzelnen Prüfungen, seid ihr für eine Pilotenlaufbahn geeignet und könnt die Ausbildung beginnen. Es gibt jedoch sehr lange Wartezeiten, sodass von dem Zeitpunkt des Einstellungstests bis zum Ausbildungsbeginn viele Monate vergehen können.

Bevor ihr mit der Ausbildung anfangt, müsst ihr euch um die Finanzierung Gedanken machen. Die Pilotenausbildung ist mit enormen Kosten verbunden, die ihr zu einem großen Teil selbst tragen müsst. Bei der Lufthansa sind es zum Beispiel 60.000 Euro Eigenanteil, die ihr aber erst nach eurem Abschluss zahlen müsst. Keine Sorge – die ganze Kohle ist dann nicht auf einmal fällig, sondern kann in Raten abgestottert werden. Bei anderen Flugschulen müsst ihr jedoch häufig schon im Voraus zahlen.

Wer glaubt, nach einer erfolgreichen Ausbildung direkt als Flugkapitän im Cockpit zu sitzen, der irrt gewaltig. Dafür benötigt ihr mindestens 2.500 Flugstunden. Die meisten werden frühestens nach zehn Jahren zum Kapitän ernannt. Doch auch als Copilot tragt ihr schon viel Verantwortung und habt ein super Einkommen. 60.000 Euro Einstieggehalt pro Jahr sind keine Seltenheit. Wer keinen Job im Cockpit findet, kann sich auch für die Flugsicherung oder in der Luftfahrtsystemtechnik bewerben.

Mehr Infos gibt’s unter: www.lufthansa-pilot.de und www.fs.airberlin.com

Lokführer/in

"Tuff, tuff, tuff die Eisenbahn, wer will mit zu Oma fahr’n" - Viele Kinder lieben Zugfahren und träumen vom Lokführerberuf. Die Begeisterung für die großen Maschinen und Geschwindigkeiten lässt aber in der Regel irgendwann nach. Nur wenige entscheiden sich nach der Schule für eine Ausbildung zum Eisenbahner im Betriebsdienst mit der Fachrichtung Lokführer und Transport, wie die offizielle Bezeichnung für Lokführer lautet. Schlechte Arbeitszeiten und eine zu geringe Bezahlung für die große Verantwortung, schrecken viele ab. Dabei sind die Jobchancen super! Fachkräfte sind Mangelware und neue Azubis werden dringend gesucht.

Pilot, lokführer, Kapitän - Jobs in der Personenbeförderung
Foto: Jet-Foto Kranert - Deutsche Bahn AG

Die Ausbildung dauert drei Jahre. Voraussetzungen sind Technikbegeisterung, Verantwortungsbewusstsein, Zuverlässigkeit und mindestens ein guter Hauptschulabschluss. Neben Fahrtraining im Zug, theoretischem Wissen über einen reibungslosen Bahnbetrieb und technischem Know-how, werdet ihr während der Ausbildung auch auf Gefahrensituationen vorbereitet. Ihr seid für den kompletten Zug und die Passagiere verantwortlich und müsst in kritischen Augenblicken schnell reagieren.

Da es in Deutschland pro Tag ungefähr zwei Schienensuizide gibt, müsst ihr euch als Lokführer unbedingt damit auseinandersetzen. Auch wenn ein Fahrer die Selbstmorde nicht verhindern kann, ist ein Suizid eine enorme psychische Belastung für den Lokführer. Schon in der Ausbildung müsst ihr euch deswegen mit den Schattenseiten des Berufs befassen und in der Lage sein, damit umzugehen. Ihr arbeitet im Schichtdienst und weil Züge natürlich fast immer fahren, auch an Sonn- und Feiertagen. Als ausgebildeter Lokführer verdient ihr durchschnittlich 2.500 Euro pro Monat.

Mehr Infos findet ihr unter: www.berufenet.arbeitsagentur.de und www.karriere.deutschebahn.com

Kapitän/in

"Eine Seefahrt die ist lustig, eine Seefahrt die ist schön" – manchmal kann es aber auch ganz schön stürmisch sein und dann muss der Kapitän richtig handeln. Er trägt die Verantwortung für Schiff und Besatzung. Wer sich für eine Laufbahn auf hoher See entscheidet, muss lange Abwesenheiten von Zuhause in Kauf nehmen. Dafür winken aber ein gutes Gehalt und viel Urlaub nach den Reisen. Für den Job braucht ihr Verantwortungsbewusstsein, technisches Verständnis, sehr gute Kenntnisse in Mathe und Physik und Entscheidungsfähigkeit.

Pilot, Lokführer, Kapitän - Jobs in der Personenbeförderung
Foto: Thinkstock

Eine richtige Ausbildung zum Kapitän gibt es jedoch nicht! Zunächst müsst ihr euch mehrere Jahre als Schiffsoffizier beweisen und könnt dann von einer Reederei zum Kapitän berufen werden. Um Schiffsoffizier zu werden, absolviert ihr am besten ein nautisches Studium. Ihr müsst dafür euer Abi oder die Fachhochschulreife und eine ärztliche Bescheinigung über eure Seetauglichkeit in der Tasche haben. Nautische Studiengänge gibt es zum Beispiel in Bremen, Flensburg und Elsfleth. In sieben oder acht Semestern, lernt ihr die Grundlagen der Ingenieur-, Natur- und Wirtschaftswissenschaften kennen und beschäftigt euch unter anderem mit Schiffstheorie, Navigation, Logistik und Hafenwirtschaft. Außerdem gehören mehrere Bordpraktika von insgesamt zwölf Monaten zum Studium. Nach dem Abschluss, arbeitet ihr mehrere Jahre als Schiffsoffizier und könnt dann die Befähigung zum Kapitän erhalten.

Aber auch ohne Abi habt ihr die Chance, mithilfe einer Nautik-Weiterbildung, Schiffskapitän zu werden. Dafür braucht ihr eine bereits abgeschlossene Ausbildung als Schiffsmechaniker oder Schiffsbetriebstechnischer Assistent, einen Nachweise über entsprechende Seefahrtzeiten und eine Bestätigung über eure Seediensttauglichkeit. Mit den erforderlichen Seefahrtzeiten, dauert die nautische Ausbildung vier Jahre. Der krönende Abschluss ist der Erhalt des Befähigungszeugnisses Kapitän. Von da an, könnt ihr durch eine Reederei zum Kapitän berufen werden.

Bevor es jedoch nach dem Studium oder der Ausbildung so weit ist, müsst ihr euch erst einmal beweisen. Als Schiffsoffizier kontrolliert ihr die Seekarte, navigiert auf der Schiffsbrücke, überwacht die Sicherheitseinrichtungen, übernehmt Verwaltungsaufgaben und sorgt für die Sicherheit von Ladung und Passagieren. Monatlich bekommt ihr in dem Beruf 3.000 bis 4.500 Euro. Werdet ihr zum Kapitän berufen, verdient ihr zwischen 5.000 und 6.000 Euro pro Monat und tragt dann die volle Verantwortung für den Schiffsbetrieb. Wer keine Anstellung an Bord findet oder nach einigen Jahren doch lieber an Land arbeitet möchte, hat viele Möglichkeiten bei Reedereien oder anderen Unternehmen mit Bedarf an Ingenieuren einen Job zu finden.

Weitere Infos findet ihr unter: www.jade-hs.de und  www.berufenet.arbeitsagentur.de

Diskutiert mit im Forum

Jurastudium mit Fachabi ?
DV1516|
Jurastudium oder Lehramtsstudium
l_enny|
Wirtschaftsinformatik und Hochschulbewerbungsverfahren
Invisible|
was tun vorm Studium?
Moeeee|

UNICUM Newsletter

Hier die UNICUM Newsletter bestellen ! (Link)