Berufswunsch: Musik-Manager - Teil 1
Musikbusiness-Studiengänge auf dem Prüfstand

- Lukas Lindner, Student der Popakademie (Mitte), betreut mit seiner Agentur die Band Heising | Foto: Olivier Pol Michel
Wer ins Musikbusiness will, braucht gute Noten – im doppelten Sinne. Für die Bandmanager von morgen gibt’s mittlerweile eigene Studiengänge, in denen sogar "Casting" auf dem Stundenplan steht.
Der eine will nach Wacken, der andere an die Oper
Irgendwelche Selfmadetypen fanden sich immer, die sich Bandmanager auf die Visitenkarte schrieben. Ein romantisches Bild, das immer noch viele vom Musikbusiness haben. Doch die Branche hat sich gewandelt, die Anforderungen haben sich geändert und auch hier gilt: je besser ausgebildet, desto besser die Karten.
Heute reicht ein Praktikum als Einstieg nicht mehr aus: "Die Zusammenhänge sind komplexer, die Ansprüche höher", sagt Professor Tobias Debuch von der mhmk Hamburg, wo man Musikmanagement studieren kann.
Um fast 15 Prozent sind die Umsätze in den vergangenen Jahren gesunken, der Markt hat einen enormen Umbruch erlebt. Noch sei der Tonträgermarkt am stärksten, sagt Professor Hubert Wandjo, Business Direktor und Geschäftsführer der Popakademie Baden-Württemberg in Mannheim und Leiter des Fachbereiches Musik & Kreativwirtschaft, aber in die digitalen Medien hätten sich immer mehr Jobs verlagert.
"Auch wenn es sich bei Musik um ein sehr emotionales Produkt handelt, benötigt man hier genau wie in anderen Branchen solide BWL-Kenntnisse", sagt Prof Wandjo aus Mannheim. An der Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation, kurz mhmk Hamburg, gehören zum Studiengang Musikmanagement deshalb BWL-Grundlagen, Buchhaltung, Recht, Musiktheorie und Musikmarketing.
Die Jobbandbreite der Absolventen sei groß, so Prof Tobias Debuch: "Während der eine nach Wacken will, zieht es den anderen ins Opernhaus." So gemischt seien auch die Studenten – vom Metal-Fan bis zur klassischen Pianistin.
Die Wege der Absolventen gehen meist in große Musikfirmen, kleinere Agenturen, Internetfirmen und in die Tonträger- oder Liveindustrie. In letztere möchte Dannika Ziel nach dem Studium. Die 22-Jährige liebt das Gefühl von Live-Konzerten. Ihr sei schon immer klar geworden, dass sie in der Musikbranche arbeiten möchte, erzählt sie – allerdings hinter der Bühne.
Sie weiß, dass die Musikbranche keine einfache Branche ist: "Aber gerade als Berufseinsteiger hat man es mit einem Studium um einiges leichter als die
meisten anderen." Das kann Debuch bestätigen: Das Feedback der Unternehmen auf die Absolventen sei "extrem positiv".
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