Die Gedanken sind frei: Das Studium

von Martin Przegendza

Ausbildung oder duales Studium? - Beide sind eher praxisorientiert und werden vergütet. Jedoch werden sich einige an der Theoriearmut der Ausbildung und andere an der hohen Arbeitsbelastung des dualen Studiums stören. Die Lösung: ein „klassisches“ Studium.

Der Vorteil ist gleichzeitig ein Nachteil: es gibt fast für jeden den passenden Studiengang. Je nach euren Stärken und Interessen könnt ihr euch aus einem schier unbegrenzten Pool an Studiengängen bedienen – vorausgesetzt, ihr seid nicht ortsgebunden. Das bedeutet aber auch, dass ihr euch über eure berufliche Zukunft im Klaren sein müsst (was wir im ersten Teil bereits erörtert haben).

Sobald ihr wisst was ihr wo studieren wollt, geht es ans Eingemachte. Je nach Studiengang müsst ihr euch direkt an der Hochschule einschreiben oder bei der Stiftung für Hochschulzulassung (ehemals ZVS) um einen Platz bewerben. Letzteres betrifft vor allem angehende Psychologen und Mediziner.

In der Regel müsst ihr euch aber direkt bei der Hochschule eurer Wahl bewerben. Die sortiert die Bewerber dann meist nach Numerus Clausus (kurz: NC, eurer Abinote) und Wartesemester (Wartezeit zwischen Abitur und Studienbeginn). Es gibt aber auch andere Auswahlverfahren, wie zum Beispiel das persönliche Gespräch, Auswahltests, und Ähnliches. Wehrdienstleistende und Zivis sollten sich übrigens trotz Einzug um den gewünschten Studiengang bewerben – nach dem Dienst werden sie bevorzugt zugelassen.

Diplom? Bachelor? Master?

Bei den Studienabschlüssen hat sich in den vergangenen Jahren einiges getan. Dank der viel diskutierten Bologna-Reform sind fast überall die neuen Bachelor- und Masterstudiengänge Standard. Sie ermöglichen es viel schneller einen Studienabschluss zu erlangen. Statt nach mindestens zehn Semestern wie bei einem Magister- oder Diplomstudiengang, seid ihr beim Bachelor bereits nach sechs Semestern fertig.

Das höhere Tempo geht aber mit vielen Einschränkungen einher. Ihr könnt euch eure Kurse nicht frei zusammenstellen, sondern habt lediglich die Auswahl aus vorgegebenen Modulen. Der Studienweg ist dadurch stark vorgegeben und bietet wenig Raum für akademische Expeditionen.

Ein großer Vorteil des Bachelors ist, dass ihr nach dem Abschluss die freie Wahl habt: Berufseinstieg oder vertiefender Masterstudiengang. Letzterer verlangt euch vier weitere Semester des Paukens ab. Zudem dürfte nicht allen der stärkere Fokus auf die theoretische wissenschaftliche Forschung liegen. Er ist aber Vorraussetzung, um den Doktor zu machen.

Die Frage, ob sich ein Master lohnt oder nicht hängt ganz von eurem Fachgebiet ab. Viele Geisteswissenschaftler steigen nach dem Bachelor in den Beruf ein, während Naturwissenschaftler eher nach den höheren Abschlüssen streben. Da die neuen Studienabschlüsse aber noch relativ jung sind, wird sich erst in den nächsten Jahren zeigen, was der jeweilige Abschluss wert ist.

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