Duales Studium: Doppelt hält besser

Zwei Absolventinnen berichten: So lief's bei mir

von Rita Martens-Baentsch
Doppelt hält besser

Ein duales Studium kann der Einstieg in die Berufswelt sein – aber auch nach einer abgeschlossenen Ausbildung kann es sinnvoll sein, sich dual fortzubilden. Zwei Absolventinnen berichten von ihren Erfahrungen.

  • Jessica Castelbranco
    Jessica Castelbranco, Foto | privat

    Jessica Castelbranco ist Verkaufsleiterin bei Saturn in Hamburg. Ihre berufliche Laufbahn bei der Media-Saturn-Holding GmbH begann schon zu Schulzeiten als Aushilfe. Nach ihrem Realschulabschluss fing sie bei Media Markt eine Ausbildung als Einzelhandelskauffrau an, wollte sich danach aber noch weiterfortbilden. Voller Motivation holte sie ihr Fachabitur nach und bewarb sich für ein Stipendium der Kellerhals Stiftung, die von den Gründern von Media Markt initiiert wurde, um junge Leute bei ihrer dualen Ausbildung finanziell zu unterstützen. Dafür musste sie mehrere Assessmentcenter durchlaufen undwurde schließlich angenommen. So konnte sie dank des Stipendiums über 700 Euro im Monat verfügen, während die Studiengebühren ebenfalls von der Stiftung übernommenwurden.

    "Die Ausbildung war ein großer Vorteil"

    "Im laufenden Semester hatten wir oft nur an drei Tagen Uni und konnten die restlichen Tage zum Lernen nutzen", erinnert sich die 26-Jährige an die sieben Semester an der FH Ingolstadt. In den Semesterferien arbeitete sie in Media-Saturn-Märkten in ganz Deutschland und der Schweiz, wo sie die Theorie in die Praxis umsetzen konnte. "Für mich war es ein großer Vorteil, dass ich vorher noch meine Ausbildung abgeschlossen hatte, da ich so schon die Philosophie und die Abläufe der Firma kannte und auch Warenwirtschaftssystem-Kenntnisse hatte", sagt sie rückblickend. "Ich konnte mich auf künftige Führungsaufgaben sehr gut vorbereiten, weil ich nicht nur gelernt habe, wie es als Führungskraft ist, sondern die andere Seite der Mitarbeiter vorher schon kennengelernt hatte."

  • Mirjam Hauser
    Mirjam Hauser, Foto | privat

    Auch Mirjam Hauser kennt die Lernbedingungen. An der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) machte sie ihren Bachelor of Arts der Sozialen Arbeit, nachdem sie bereits eine Ausbildung zur Sport-Gymnastiklehrerin abgeschlossen hatte und mehrere Jahre im Fitness-Gesundheitsbereich gearbeitet hatte. Um an der DHBW einen Platz zu bekommen, braucht man einen Betrieb, bei dem man in dieser Zeit arbeitet und der den Studierenden sechs Semester lang ein Ausbildungsgehalt bezahlt, egal ob man gerade in der Theorieoder Praxis-Phase ist, die alle drei Monate wechselt. "Es ist ein routinierter Ablauf drin: Man macht die Theorie hochwissenschaftlich fundiert und versucht das dann in die Praxis umzusetzen", sagt die 31-Jährige.

    "Die Uni war mir zu weltfremd"

    Dass das duale Studium sie herausgefordert hat, bestätigt Mirjam: "Das Studium geht zügig durch und man hat wenig Freizeit." Aber man habe sehr gute Chancen nach dem Bachelor, vom Betrieb übernommen zu werden. Vor allem haben ihre Kenntnisse, die sie in der Ausbildung erworben hatte, ihr im Studium sehr geholfen. Doch auch nach dem B.A. in der Tasche war ihr Wissensdurst noch nicht gestillt: Sie wollte weiterlernen und entschied sich auch noch den Master an der DHBW zu machen, nachdem sie an einer normalen Uni den Master begonnen und dann abgebrochen hatte. "Die Uni war mir zu weltfremd, da die Praxis zum Teil ganz fehlte und ich mich langweilte", berichtet Mirjam. Das Pensum an der DHBW sei viel größer und lehrreicher, findet sie.

Verwandte Themen im Forum

Sprachen lernen mit Spaß!?
daser2013|
Weiterbildung - VHS-Kurse?
Jinii_twenty2|
Weiterbildung durch Seminare
Brewski|
Weiterbildung Online Marketing
Lindiii|

UNICUM Newsletter

Hier die UNICUM Newsletter bestellen ! (Link)