„Ich will in die Medienbranche!“ – Karriere im Bereich Medien

Tipps von Dr. Jan Lies, Professor für PR- und Kommunikationsmanagement, Hochschule für Medien und Kommunikation Macromedia, Berlin

von Prof. Dr. Jan Lies
Karriere in der Medienbranche
Foto: Thinkstock

IMM – irgendwas mit Medien. Das Kürzel IMM steht für den Traum vieler Schüler und Studierender, die uns als Lehrende im ersten Semester mit großen Augen anschauen und nach ihrer Karriere in den Medien Ausschau halten. Und in der Tat: IMM muss kein Traum bleiben. Viele Hochschulen bieten Studiengänge rund um das Medienmanagement an. Doch was bedeutet IMM konkret? Wie finde ich den Weg zu meiner Karriere in den Medien?

Jobs und Karrieren in den Medien gibt es viele. Der Zugang zu diesem im wahrsten Sinne des Wortes oft schillernden (Arbeits-)Markt ist bis heute nicht standardisiert oder strikt geregelt. Der Moderator einer TV-Show, das erfolgreiche Musiklabel, der Auftritt eines Managers oder Politikers in der Talkshow oder der Werbeslogan für ein Produkt: Dieses sind nur wenige Beispiele für die Arbeitsergebnisse, die letztlich oft auf die Kompetenz und Konzepte von Kommunikationsmanagern zurückführen. 

Das heißt: Hinter den Kulissen der Medien – TV, Web, Radio oder Zeitung – verlaufen die meisten Medienkarrieren. In den Medien selbst werden sie meist nur im Sonderfall des Top-Journalisten sichtbar. Umgekehrt heißt das, dass sich die meisten Medienkarrieren für die Zielgruppen selbst unsichtbar abspielen. Das verbindet viele Medienberufe. Oder noch deutlicher formuliert: Die beste PR ist die, die der Zuschauer als solche gar nicht wahrnimmt! 

Der PR-Manager für eine Unternehmen, der Werbereferent für ein Produkt, der Community-Manager einer Online-Plattform oder der Magazinredakteur sucht im Berufsalltag meist nicht selbst das Rampenlicht, wenn sich auch der eine oder andere dazu berufen hält und vielleicht auch tatsächlich dafür geeignet ist. Letztlich verhält es sich mit dem PR-Management wie dem berühmten Bäcker, der auch nicht jede seiner Torten isst. 

Medienkompetenzen – welche muss ich erlernen?

Prof. Dr. Jan Lies
Prof. Dr. Jan Lies | Foto: privat

Der Vergleich der Kommunikationsbranche mit der Bäckerei ist vielleicht gar nicht so schlecht, um die unterschiedlichen Anforderungen an die Berufsprofile zu veranschaulichen. Das oft eher gestaltungsorientierte Marken- und Werbemanagement ist eine Kompetenz, die zuerst die kreative Kompetenz erfordert, um in der Flut konkurrierender Produktmarken überhaupt Aufmerksamkeit am Markt zu erzielen. 

Die bunte Torte im Schaufenster soll Leckermäuler in den Backshop locken! Allerdings gibt es Studien, die davon ausgehen, dass rund 80 Prozent aller neuer Marken floppen. Darum ist es klar, dass die Unternehmenskommunikation viel weiter reichen muss und mehr Kompetenzen erfordert. Oder mit dem Bäckerbeispiel: mit bunten Torten im Medium „Schaufenster“ allein kann der Bäcker nicht überleben. Er muss auch Vollkornnahrung an die tortenverwöhnte Kundschaft verkaufen. 

Das unterscheidet übrigens PR von Werbung. Werbung will kurzfristig verkaufen. PR langfristig Vertrauen aufbauen. Das zeigt, dass Medienkompetenz mit der Fähigkeit beginnen sollte, Kommunikation strategisch zu planen. Nicht der Markt allein, sondern auch andere Zielgruppen – beim Bäcker wohl vor allem der Zahnarzt – müssen identifiziert werden. 

Obwohl es also für das Bäckereiteam verführerisch sein mag, nur Süßigkeiten anzubieten, muss es sich mit den unbequemen Vollkornrezepturen auseinandersetzen. Genau das ist die Aufgabe des PR-Managers: er muss nicht nur den Markt, sondern auch Zielgruppen wie die eigenen Mitarbeiter im Blick haben. Er unterstützt mit Hilfe der internen Kommunikation den Weg im Unternehmen – hier in der Bäckerei – Strategien durchzusetzen und Mitarbeiter zu motivieren. 

Die Führungskräftekommunikation ist also eine Kernkompetenz des Managers interne Kommunikation, der im Mitarbeitermagazin und im Intranet über den Strategieprozess auch berichtet.

Der Weg in die Medien durch die Hochschulen

Viele Hochschulen bieten inzwischen Studiengänge rund um die Medien an. Bei uns an der Macromedia sind das vor allem PR- und Kommunikationsmanagement, Markenkommunikation und Werbung, Sport- und Event- sowie Musikmanagement oder Journalismus und Design. Aber es gibt weit mehr Angebote.

Wichtig ist für Schüler und andere Interessenten grundlegend darauf zu achten, dass es sich um staatlich anerkannte Hochschulen und Abschlüsse handelt. Dies sind derzeit zuerst der Bachelor und dann vielleicht der Master of Arts oder Business Administration. Solche staatlich anerkannten Abschlüsse sind im Gegensatz zu vielen institutseigenen Abschlüssen grundsätzlich anerkannt.


Checkliste für die Karriere im Bereich Medien

  • Eigene Medienkompetenz prüfen – bin ich Konzepter, Texter oder Gestalter? In welcher Tradition arbeitet die Hochschule, die mich interessiert? Passen ihre Tradition und meine Neigungen zusammen?
  • Welche Studiengänge sind für mich relevant: Eher Management, eher Gestaltung, eher Text, eher digitale Ausrichtungen?
  •  Lehren praktisch erfahrene und akademisch qualifizierte Professoren und Dozenten?
  • Nach Erfolgsquoten fragen: Wie viel Prozent der Studienstarter machen auch ihren Abschluss und wie viele bekommen ungefähr einen Job.
  • Auf staatliche Anerkennung der Hochschule achten.

Veranstaltungshinweis

Karrieretipps für Deinen Weg in die Medienbranche

Macromedia, Hochschule für Medien und Kommunikation

Berlin, 31. Mai 2012 

17.00 - 18.30 Uhr

Weitere Infos:
www.macromedia-fachhochschule.de
www.facebook.com/pages/Macromedia-PR-Berlin

 

Verwandte Themen im Forum

Veranstaltungstechnik
Gast|
Kreativköpfe - es kommt auf Euch an!
Tobi_M1|
Filmwissenschaft - und danach?
Gast|

UNICUM Newsletter

Hier die UNICUM Newsletter bestellen ! (Link)