Architektur
Architekten beschäftigen sich sowohl mit Einzelgebäuden als auch mit ganzheitlichen Projekten im Städtebau.
Beschreibung und Inhalte
Die Arbeitsschritte reichen dabei vom Entwurf über die Vorplanung bis hin zur Baubetreuung. Skizzen werden längst nicht mehr nur mit Bleistift und Papier angefertigt. Auch der Umgang mit spezieller Software gehört zum Arbeitsalltag. Darüber hinaus betreuen Architekten ihre Auftraggeber persönlich. Generell könnt ihr davon ausgehen: Je größer das Büro, desto spezialisierter ist der Tätigkeitsbereich.
Das Studium vermittelt alle grundlegenden Kenntnisse und das nötige Wissen, um später als Architekt arbeiten zu können. Neben Gebäudekunde stehen daher auch naturwissenschaftliche, technische, kreative und soziokulturelle Disziplinen auf dem Programm. Im Stundenplan werdet ihr daher Kurse wie Bauchemie, Konstruktion, Entwerfen und Denkmalschutz unterbringen. Immer bedeutsamer werden auch ökologische Gesichtspunkte. Je nach Fachbereich und individuellen Interessen werden verschiedene Vertiefungsrichtungen wie Städtebau, Baudenkmalpflege oder Baumanagement angeboten.
Neben der klassischen Architektur (auch Hochbau genannt), gibt es zudem die verwandten Studiengänge Innenarchitektur und Landschaftsarchitektur.
Vorkenntnisse
Die Herausforderung des Studiums ist die Verknüpfung von naturwissenschaftlich-technischen und künstlerischen Fähigkeiten. Oft liegen die eigenen Talente nur in einem dieser Bereiche. Allerdings sind höhere mathematische Kenntnisse gar nicht so dringend erforderlich, wie oft behauptet wird. Der Grund ist, dass die Tätigkeiten der Architekten häufig mit denen von Bauingenieuren verwechselt werden. Allerdings schadet es natürlich auch nicht, wenn ihr fit in Mathe seid. Das gilt vor allem für den Bereich Geometrie, da das Studium ein gutes räumliches Denkvermögen voraussetzt.
Architekten müssen zudem gerne kommunizieren und ein gewissen Organisations- und Improvisationstalent an den Tag legen. Deswegen laden Hochschulen potenzielle Studenten gerne zu einem speziellen Vorstellungsgespräch ein, bei dem die Kandidaten ihre zuvor angefertigten Arbeiten präsentieren müssen.
Im Studium ist das Arbeitspensum von Anfang an recht hoch. Besonders wenn Abgabetermine für Entwürfe näher rücken. Architekturstudenten müssen aber nicht nur viel Zeit, sondern auch Geld investieren. Ein großer Kostenfaktor sind unter anderem Materialien für die Modelle, die angefertigt werden.
Ein sechswöchiges bis sechsmonatiges Berufspraktikum in einem Planungsbüro oder auf einer Baustelle sollte schon vor Beginn der Studienzeit abgeleistet worden sein, ansonsten muss es innerhalb des Studium nachgeholt werden, was mit unter stressig sein wird.
Studiengang
Momentan erfolgt an den Universitäten eine Umstellung des Studiengangs. Im Zuge der Bologna-Reform muss eine Transparenz im europäischen Hochschulraum gegeben sein. Gleichzeitig soll aber auch an dem Titel Diplom-Ingenieur festgehalten werden. Hinzu kommt, dass es sich um einen komplexen Studiengang handelt, der eigentlich eine Mindeststudiendauer von fünf Jahren notwendig macht.
Die TU Dresden beispielsweise regelt das Problem folgendermaßen: Der Studienverlauf orientiert sich an einer Regelstudienzeit von elf Semestern einschließlich der Abschlussarbeit. Der Studiengang besteht aus einem Orientierungsjahr (zwei Semester), einem Grundfachstudium (fünf Semester inklusive Praktikum), einem Hauptstudium (drei Semester) und einem Abschlusssemester. Das Orientierungsjahr soll eine Überprüfung der Studienentscheidung sein und vermittelt zunächst grundlegende theoretische Kenntnisse. Diese werden im Grundfachstudium erweitert, wo erste Schwerpunkte gewählt werden. In der Regel wird noch vor dem achten Fachsemester ein Zwischenabschluss erworben. Das Vordiplom ist gleichwertig zum Bachelor anderer Hochschulen. Das darauffolgende Hauptstudium wird mit Modulprüfungen bis zum Ende des zehnten Semesters abgeschlossen. Die Anfertigung der Abschlussarbeit samt Kolloquium erfolgt im Anschluss. Mit der bestandenen Prüfung wird der akademische Grad des Diplomingenieurs (Dipl.-Ing.) verliehen. Alternativ kann auch der Titel Master of Science (M.Sc.) ausgewählt werden.
Sowohl die Dauer als auch der Aufbau des Studiums ist von Hochschule zu Hochschule unterschiedlich.
Architekturstudium
Wer heutzutage Architektur studieren will, hat eine große Auswahl. Das Architekturstudium kann in Deutschland an nahezu allen größeren Hochschulstandorten betrieben werden. Der Fachbereich ist sowohl an (technischen) Universitäten als auch an Kunst- und Fachhochschulen angesiedelt. Je nach gewünschtem Studienschwerpunkt bietet jede dieser Hochschularten ihre Vor- und Nachteile. Fachhochschulen legen bekanntermaßen einen großen Wert auf einen hohen praktischen Studienanteil, Kunsthochschulen eher auf den gestalterischen Teil. Bei der Wahl des Studienstandortes sollten aber auch das individuelle Profil und der Ruf des Fachbereichs im Vordergrund stehen, nicht unbedingt nur die Hochschulform.
Berufsaussichten
Die Berufsaussichten sind alles andere als rosig. Das Problem ist das Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage.
Aus einem Bericht der Bundesarchitektenkammer zum 01.01.2011 geht hervor, dass in Deutschland ein Architekt bzw. Stadtplaner auf 656 Einwohner kommt. Damit ist die Architektendichte im euro¬päischen Vergleich recht hoch. Es kann davon ausgegangen werden, dass die Anzahl der Architekten und Stadtplaner in der nächsten Zeit noch weiter zunehmen wird. Denn Architektur ist weiterhin ein beliebtes Studienfach.
Einen umfassenden Einblick in die Hochschulsituation und die Arbeitsmarktlage bietet „ISA“, das Informationssystem Studienwahl und Arbeitsmarkt der Universität Duisburg-Essen.










