Chemie

von Anke-Elisabeth Schoen

Egal ob in der Milch, im Hustensaft oder in der Creme – alle Produkte werden mit chemischer Hilfe entwickelt. Der Chemiker untersucht Eigenschaften von Stoffen, erforscht chemische Verbindungen oder stellt sie künstlich her.

Beschreibung und Inhalte

Während eures Chemiestudiums erwerbt ihr theoretische und methodische Kenntnisse in allen Fachbereichen der Chemie. Gleichzeitig befähigt euch das Studium zum selbstständigen wissenschaftlichen Arbeiten. Ein Praktikum vor Studienbeginn ist kein Muss, allerdings ist es sinnvoll. Gleiches gilt für eine Ausbildung in einer chemienahen Branche. Sie erleichtert den Einstieg, ist allerdings keine Bedingung. Für euren Studiengang bewerbt ihr euch direkt bei den Hochschulen. Oftmals könnt ihr allerdings nur zum Wintersemester anfangen.

Chemie könnt ihr auch an Fachhochschulen studieren. Der Studiengang ist anwendungsbezogener und praxisnäher, oftmals auch spezialisierter. Im Gegensatz zu den universitären Studiengängen dauert das Studium an einer FH sieben Semester, inklusive eines Fachsemesters, in dem die Studierenden in einem Unternehmen Einblicke in die Industrie erhalten. Während des Bachelor-Studiums erlernt ihr die Grundlagen eures Fachs. Ihr befasst euch mit dem Basiswissen und vertieft eure experimentellen Fähigkeiten. Die Fächer Allgemeine Chemie, an- und organische Chemie, analytische Chemie, physikalische Chemie, biologische Chemie sowie Physik und Mathematik stehen auf eurem Stundenplan. Außerdem gibt es je nach Hochschule ein unterschiedliches Modulangebot, welches die Bereiche technische Chemie, makromolekulare Chemie und das Chemieingenieurwesen betrifft.

Vorkenntnisse

Voraussetzung für das Gelingen eures Chemiestudiums ist naturwissenschaftliches Interesse. Deshalb solltet ihr ein grundlegendes mathematisch-naturwissenschaftliches Verständnis mitbringen. Es sind Kenntnisse in Physik, Mathematik und Biologie erforderlich. Außerdem sind gute Englischkenntnisse hilfreich, da die Fachliteratur oftmals auf Englisch verfasst ist. Manche Universitäten bieten vor dem eigentlichen Studienbeginn sogenannte Mathematik-Vorkurse an, um die Studienanfänger auf den gleichen Stand zu bringen. Ein Chemiestudium ist sehr praxisnah. Was ihr in den Vorlesungen lernt, setzt ihr später auch in den Laboren um. Lange Tage im Labor sind keine Seltenheit. Freude am experimentieren ist daher unerlässlich. Darüber hinaus solltet ihr keine Angst vor Chemikalien haben. Interesse an der Chemie und ein gewisser Forscherdrang sind Grundvoraussetzung.

Studiengang

Eine wichtige fachliche Unterscheidung ist die zwischen der organischen und der anorganischen Chemie. Die organische Chemie ist ein Teilgebiet, das sich mit Herstellung und Eigenschaften des Kohlenstoffs befasst, während im Teilfach anorganische Chemie die kohlenstofffreien Verbindungen thematisiert werden. Ihr beschäftigt euch mit allen chemischen Elementen und Verbindungen. In der physikalischen Chemie erforscht ihr physikalische Gesetze und ergründet dabei die chemischen Grundlagen. Nach dieser Unterrichtseinheit sind Ausdrücke wie Bindungslehre, Kinetik oder Thermodynamik keine Fremdworte für euch. In der theoretischen Chemie untersucht ihr die Verbindung verschiedener Elemente miteinander, welche Kräfte dabei wirken und wie Reaktionen entstehen. In der analytischen Chemie spezifiziert ihr Mischungsverhältnisse in chemischen Erzeugnissen, in der angewandten Chemie arbeitet ihr im Labor und setzt die Theorie in die Praxis um. Das erste Studienjahr ist besonders lernintensiv. Mit dem Bachelor, in der Regel nach sechs Semestern, habt ihr dann einen international anerkannten Hochschulabschluss. Weitere vier Semester benötigt ihr für den Master. Hier könnt ihr auch Vorlesungen auf englischer Sprache besuchen.

Nach dem Bachelor entscheidet ihr euch, ob ihr weiter studieren möchtet oder ob ihr sofort in den Beruf einsteigt. Ein besserer Abschluss geht in der Regel auch mit einer besseren Bezahlung einher. Ihr bestimmt selbst, ob ihr euer allgemeines Chemiestudium fortsetzen möchtet, oder ob ihr euch im Master auf einen Teilbereich spezialisiert. Infrage für eine solche Spezialisierung kommen beispielsweise Argrarchemie, Medizinische Chemie oder Umweltchemie/Ökotoxikologie. Grundsätzlich ist nach beiden Studienabschlüssen eine Promotion möglich. Der Master ist häufig mit Zugangshürden verbunden. Viele der Absolventen der Chemie hängen nach ihrem Studienabschluss noch eine Promotion dran. Viele Unternehmen verlangen einen Doktortitel. Eine Ausnahme bildet die Lebensmittelchemie. In diesem Fachbereich schließen viele Studierende mit einem Staatsexamen ab. Außerdem könnt ihr euch nach dem Bachelor auch für einen interdisziplinären Studiengang abseits der Chemie entschließen. Denkbar wären beispielsweise Wirtschaftswissenschaften oder Informatik.

Beraufsaussichten

Chemiker haben auf dem Arbeitsmarkt gute Berufsaussichten. Tendenziell steigt die Nachfrage sogar, weil aufgrund der demographischen Entwicklung viele Chemiker demnächst in Rente gehen. Sie arbeiten in ganz unterschiedlichen Branchen, in der Nahrungsmittelindustrie, in der Ölindustrie oder in öffentlichen Einrichtungen. Allerdings sollte sich jeder bei seiner Berufswahl darüber klar sein, für wen er eigentlich arbeitet. Einige Firmen unterstützen die Rüstungsindustrie, andere verschmutzen die Umwelt. Jeder Absolvent sollte sich also darüber im Klaren sein, ob er diese Mechanismen unterstützen möchte. Manche Chemiker sitzen auch hinter dem Schreibtisch und erstellen Gutachten für Versicherungen. Die Möglichkeiten sind vielfältig. Außerdem bleibt auch immer noch der Weg an die Schule. Als quer einsteigende Lehrer haben Chemiker gute Berufschancen.

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