Elektrotechnik

von Björn Schneider

Elektrotechniker gelten längst nicht mehr als vereinsamte Daniel Düsentriebs oder introvertierte Erfinder-Nerds und Bastler. In der Praxis sind sie gefragt wie nie, qualifizierte Elektrotechniker werden immer gesucht. Dem Fachkräftemangel sei Dank. Die Elektrotechnik ist aus dem alltäglichen Leben und der Industrie längst nicht mehr wegzudenken.

Beschreibung und Inhalte

Wer heute Elektrotechnik studiert, kommt immer wieder mit themenverwandten Fächern wie Physik, Höhere Mathematik, Informatik, Nachrichtentechnik oder auch Systemtheorie in Kontakt, wobei die Mathematik die größte Bedeutung trägt. Das Fach Elektrotechnik ist also stark interdisziplinär. In den ersten Semestern lernen die Studenten alle relevanten athematischen, naturwissenschaftlichen und fachspezifischen Grundlagen. Diese Grundlagenkurse in Mathe und Physik empfinden viele als echte Durststrecke und aufreibend. Denn zunächst einmal müssen sie die unzähligen Formeln und Gesetze lernen, bevor sie diese dann im Hauptstudium anwenden können. Weitere Fächer, die einem im Elektrotechnik-Studium begegnen, sind z.B. Mechanik, Werkstoffkunde und Wärmelehre. Auch betriebwirtschaftliche Inhalte und Grundlagen werden gelehrt.

Im Hauptstudium erfolgt dann eine Spezialisierung auf ein Fachgebiet. Welche Fachrichtungen angeboten werden, ist von Uni zu Uni verschieden. Folgende Schwerpunkte im Studium Elektrotechnik bietet aber nahezu jede Uni an:

  • Elektrische Energietechnik (Inhalte: Energieversorgung, Regenerierbare Energiequellen u.a.)
  • Informations- und Kommunikationstechnik (Inhalte: Kommunikationsnetze, Nachrichtentechnik, Hochfrequenztechnik u.a.)
  • Mikroelektronik (Inhalte: z.B. Grundlage elektronischer Bauelemente, Entwicklung von Mikrochips) 
  • Automatisierungstechnik (Inhalte: Regelungstechnik, Mess- und Sensortechnik u.a.)
  • Allgemeine Elektrotechnik (z.B. Erstellung von Schaltkreisen, Softwareentwicklung für Schaltkreise) 

Die Elektrotechnik ist verwandt mit Maschinenbau, Mechatronik und Informatik. Da diese Teilgebiete eng miteinander verzahnt und wirtschaftliche Entwicklungen nur schwer einzuschätzen sind, sollte man sich im Studium aber nicht allzu früh auf einen Schwerpunkt festzulegen.

Die meisten Hochschulen, die den Studiengang Elektrotechnik anbieten, haben keine Zulassungsbeschränkungen. Die Bewerber müssen in solchen Fällen also weder einen bestimmten Abi-Notenschnitt vorweisen noch einen Eignungstest durchlaufen. Für jeden Bewerber steht ein Studienplatz zur Verfügung. Aber es gibt auch Ausnahmen: Einige wenige Unis haben örtliche Zulassungsbeschränkungen. Entweder wählen sie ihre Studenten nach dem Abi-Schnitt aus, oder sie achten besonders auf die Noten in den Naturwissenschaften.

Hier findet ihr eine Übersicht über den aktuellen NC für Elektrotechnik an neun deutschen Hochschulen: www.nc-werte.info

 

Vorkenntnisse

Aufgrund des hohen Anteils an Mathe und Physik sollte ein großes Interesse an diesen Fächern vorhanden sein, da man an den Naturwissenschaften im Elektrotechnik-Studium (vor allem im Grundstudium) nicht vorbeikommt. Besonders geeignet sind Abiturienten, die schon in der Schule gute bis sehr gute Noten und immer schon ein Faible für diese Fächer hatten. Auch Experimentierfreudigkeit und Kreativität sind von Vorteil. Viele Studenten reizt der Gedanke, sich technische Spielereien auszudenken, zu entwickeln und zum Schluss ein fertiges Produkt in den Händen zu halten. Ein grundlegendes technisches Verständnis sowie die Fähigkeit, logisch zu denken, sind zudem wichtige Voraussetzungen für das Studium der Elektrotechnik.

Studiengang

Insgesamt bieten mehr als 200 Unis, FHs und Berufsakademien Elektrotechnik als Studienfach an. Sowohl an Universitäten als auch Fachhochschulen sind Praktika in das Studium integriert. Wer Elektrotechnik an einer Uni studiert, muss oftmals ein mehrwöchiges, studienbegleitendes Industriepraktikum durchlaufen. Die Unis verlangen zwar meistens kein Praktikum vor Studienbeginn, empfohlen wird es aber dennoch. Anders sieht es an den Fachhochschulen aus. Ein Großteil der FHs, an denen Elektrotechnik studiert wird, setzt ein mehrwöchiges Vorpraktikum z.B. in einem handwerklichen oder industriellen Elektrobetrieb voraus. Wie es für die praxisnahe FH-Ausbildung üblich ist, sind zusätzlich noch Praxisphasen von unterschiedlicher Dauer während des Studiums vorgesehen. Für welche Hochschule man sich entscheidet, hängt auch vom späteren Arbeitsplatz ab. Wer nach dem Studium gerne in die Forschung und Entwicklung gehen würde, sollte sich für ein Uni-Studium entscheiden. Studenten, die sich eher anwendungdorientiert ausbilden lassen möchte, sollten ein Elektrotechnik-Studium an einer FH beginnen.

Eine Übersicht über alle Hochschulen, die Elektrotechnik- und artverwandte Studiengänge anbieten, gibt es hier: studiengaenge.zeit.de

Zahlen

Elektrotechnik gehört für Männer zu den beliebtesten und attraktivsten Studiengängen. Über 50 000 studieren hierzulande dieses Fach, was einem Anteil von 4,6% aller männlichen Studenten entspricht. Der Studiengang Elektrotechnik steht hoch im Kurs und erfreut sich anhaltend großer Beliebtheit. Dies trifft aber nur auf die männlichen Studierenden zu. Nur etwa 10% aller Elektrotechnik-Studenten sind weiblich. Laut CHE-Hochschulranking ist die beste Uni für das Studienfach Elektrotechnik die TU Dresden, bei den Fachhochschulen stehen die Hochschule Aschaffenburg, die Hochschule Ulm, die FH Zwickau sowie die Hochschule Ingolstadt ganz oben.

Berufsaussichten

Die Chancen, nach dem Studium schnell den Jobeinstieg zu schaffen, stehen sehr gut. Im Bereich der Elektrotechnik beklagen Unternehmen einen Mangel an qualifizierten Fachkräften. Gut ausgebildete Elektrotechniker haben auch in Zeiten schlechter Wirtschaftslage nur selten das Problem, nach dem Studium längere Zeit ohne Job zu bleiben. Der große Vorteil: Studierte Elektrotechniker sind fast universell einsetzbar. Firmen, die z.B. Nachrichtentechnik entwickeln, brauchen ebenso Elektroingenieuren wie Automobilzulieferer, Energiekonzerne, Handyfirmen und die Hersteller von Medizintechnik. Oftmals steigen die Absolventen nach dem Studium auch direkt in die Forschung und Entwicklung verschiedenster Unternehmen ein. Studenten, die auf einen besonders lukrativen Job und vor allem schnellen Jobeinstieg hoffen, sollten schon während des Studiums berufspraktische Erfahrungen sammeln, und zwar über das vorgeschriebene Praktikum hinaus. Außeruniversitäres Engagement kommt beim zukünftigen Arbeitgeber immer gut. Das durchschnittliche Gehalt für Berufseinsteiger im Bereich Elektrotechnik liegt bei etwa 38.000 Euro brutto jährlich.

Weitere Infos zum Studiengang Elektrotechnik gibt es unter
www.ingenieur.stepstone.de.

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