Informatik

von Björn Schneider

Vorurteil oder Realität? Der Informatik-Student verbringt den ganzen Tag vor seinem Rechner, hat keine Freunde und keine anderen Hobbies aber dafür eine Brille und mindestens zwei Laptops. Soweit das Klischee.

Beschreibung und Inhalte

Das Informatik-Studium zieht aber längst nicht nur computersüchtige Nerds an. Informatik umfasst generell die Lehre von der Informationstechnik (IT) und ihren Anwendungen. Sie ist eine eigene Wissenschaft und aus der Mathematik und der Elektrotechnik hervorgegangen. Das Studium ist durch die Aufteilung in vier Bereiche gekennzeichnet:

  • Theoretische Informatik (Inhalte: z.B. Mathematik, Logik, Algorithmen)
  • Technische Informatik (Inhalte: z.B. Hardwareentwurf, Robotik)
  • Angewandte Informatik (Inhalte: z.B. Datenbanken, Graphische Datenverarbeitung, Telekooperation)
  • Praktische Informatik (Inhalte: z.B. Software Engineering, Kommunikation, Betriebsysteme, Simulation)

Das Studium an Uni und FH unterscheidet sich inhaltlich stark. Das Uni-Studium mit Promotionsrecht bereitet oft auf eine universitäre bzw. akademische Laufbahn vor. Im Gegensatz dazu ist die Ausbildung an der FH wesentlich verschulter und dient dazu, bestehende Methoden praxisnah anzuwenden. Die genauen Studienangebote unterscheiden sich von Hochschule zu Hochschule zum Teil sehr deutlich. Die Wahlmöglichkeit zwischen den vier Disziplinen ist aber überall gleich. Im Studium gibt’s dann Vorlesungen mit oder ohne Übungen, begleitet von Seminaren und (Labor-) Praktika in diesen vier Bereichen.

Eine entscheidende Grundlage des Studiums ist die Mathematik. Wer schon in der Schule große Probleme mit Mathe hatte oder das Fach nie besonders mochte, sollte sich zweimal überlegen, ob ein Informatik-Studium das Richtige ist. Denn: Fächer und Inhalte im ersten Jahr sind weitgehend mit denen eines Mathe-Studiums identisch. Auf dem Stundenplan stehen dann Inhalte wie Analysis, lineare Algebra oder auch Stochastik.
Einige Unis wählen ihre Studenten nach der Abi-Durchschnittsnote aus. An anderen Hochschulen ist der Studiengang gar nicht erst zulassungsbeschränkt.

Hier findet ihr eine Übersicht über den aktuellen NC für Informatik an 22 deutschen Hochschulen: www.nc-werte.info

Vorkenntnisse

Wer Informatik studiert, sollte großes Interesse an und eine gewisse Begabung in Mathematik haben. Ohne Mathe geht in der Informatik nichts. Zudem schadet es nicht, sicher im Umgang mit der englischen Sprache zu sein. Vor allem das Hauptstudium konfrontiert die Studenten mit relevanten Fachaufsätzen aus Lehrbüchern und Zeitschriften, die in der Fachsprache - nämlich in Englisch - verfasst sind. Auch wer in der Lage ist, logisch denken und Zusammenhänge schnell erfassen können, bringt eine wichtige Voraussetzung mit. Ein hohes Maß an Geduld und Konzentrationsfähigkeit kann auch nicht schaden.

Studiengang

Informatik kann man an Unis und FHs studieren. Neben der „klassischen“ Informatik haben sich in den letzten Jahren auch viele Studiengänge etabliert, die Informatik als fächerübergreifende Teildisziplin, untergeordneten Schwerpunkt oder frei wählbares Ergänzungsfach anbieten. Solche „ neuen“ Studiengänge mit hohem Informatikanteil sind z.B. Wirtschafts-, Medien-, Bio- und Medizininformatik sowie Computerlinguistik aber auch Studiengänge auf Lehramt. Weitere Studienfächer im Bereich Informatik sind z.B. Angewandte Systemwissenschaft an der Universität Osnabrück, Verkehrsinformatik an der Erfurter FH, Musikinformatik (Hochschule für Musik Karlsruhe) oder Informationswirtschaft, angeboten u.a. von der FH Köln und der Uni Augsburg.

Hochschulen, die „klassische“ Informatik anbieten unter:  www.unicheck.de

Zahlen

Jedes Jahr beginnen 23 000 Studienanfänger und -innen an Uni oder FH ein Informatik-Studium. Damit zählt das Fach zu den beliebtesten Studienfächern bundesweit, vor allem unter den Männern. Hier belegt die Informatik Platz drei bei den gefragtesten Studienfächern. Informatik war und ist auch aktuell noch eine von Männern beherrschte Wissenschaft, ähnlich wie Elektrotechnik oder Maschinenbau. Die besten Unis für ein Informatik-Studium sind laut CHE Hochschulranking 2010 die Uni Passau und die HPI Potsdam. Bei den FHs landeten die HS Bonn-Rhein-Sieg und die FH Brandenburg ganz vorne.

Berufsaussichten

Ist die Entscheidung für ein Informatik-Studium gefallen, kann man sich relativ sicher sein, im Anschluss an das Studium schnell einen gut bezahlten Job zu finden. Die Wirtschaft beklagt seit langem einen Fachkräftemangel vor allem auch im Bereich der Informatik. Dies ergab eine Umfrage der Online-Stellenbörse JobStairs unter den 49 der größten deutschen Unternehmen. Informatiker sind universell einsetzbar und werden – unabhängig von der wirtschaftlichen Lage – immer gebraucht. Sie finden Jobs in allen Bereichen: Vom Software- und Web-Entwickler, IT-Berater, Netzwerk-Administrator oder als Experte in der Forschung: Nach dem Studium ergeben sich vielfältige Jobmöglichkeiten. Die Einstiegsgehälter für Informatiker und- innen liegen zwischen 33.000 Euro (FH) und 37.000 Euro (Uni).

Weitere Infos unter www.informatikstudium.org

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