Journalismus
„Irgendwas mit Medien“ ist die Antwort eines geisteswissenschaftlichen Studenten, auf die Frage, was er später beruflich machen möchte. Wenn ihr euch für ein Journalismus/Journalistik-Studium entscheidet, solltet ihr bereits vor und während des Studiums auf Praktika bzw. freie Mitarbeit großen Wert legen.
Beschreibung und Inhalte
Das Journalismus-Studium bietet einen Mix aus wissenschaftlichen und praxisbezogenen Modulen und teilt sich meistens in die Kernmodule:
- Grundlagen des Journalismus (u.a. Geschichte, Funktionen, Aufgaben und Leistungen des Journalismus)
- Recherche (u.a. Datenbank-Recherche)
- Presserecht (u.a. Grundzüge des Presse- und Äußerungsrechts, Datenschutzbestimmungen für Medienunternehmen)
Zahlreiche andere Module, die je nach Hochschule voneinander abweichen können, beinhalten beispielsweise die Organisation und Entwicklung verschiedener Massenmedien oder theoretische kommunikations- oder sozialwissenschaftliche Aspekte. Häufig sind die Fachbereiche eng mit den Studienrichtungen "Publizistik/Kommunikationswissenschaft" oder "Medienwissenschaft" verknüpft.
Einige Hochschulen bieten Journalistik-Studiengänge gleich in einer bestimmten Fachrichtung an, zum Beispiel "Kulturjournalistik". In Kursen wie „Journalistische Darstellungsformen“, „Ressort-Journalismus“ und „Public Relations“ erhaltet ihr einen ersten Einblick in die Praxis. Aber auch längere Praxisphasen sind an manchen Universitäten keine Seltenheit. In dieser Zeit könnt ihr den Berufsalltag des Redakteurs erleben und erste praktische Erfahrungen sammeln.
Für Studiengänge der Studienrichtung Medien liegt der Numerus Clausus (NC) meistens im Eins-Komma-Bereich. Wer eine schlechtere Abiturnote hat, muss mit Wartesemestern rechnen. Diese können allerdings mit Praktika in verschiedenen Ressorts der Redaktionen von Print, Rundfunk und Internet überbrückt werden.
Mehrere Redakteure raten jedoch angehenden Journalisten davon ab, Journalistik zu studieren. Wenn ihr beispielsweise Betriebswirtschaftslehre studiert, könnt ihr euch später auf den Wirtschaftsbereich bei Zeitungen & Co. spezialisieren. Neben dem Bachelor in Journalismus, der sechs Semester dauert, habt ihr auch die Möglichkeit, einen Master zu machen. Dieser dauert vier Semester. Die Zugangsvoraussetzungen sind von Hochschule zu Hochschule verschieden. Ein Bachelor-Abschluss ist jedoch unumgänglich für dieses Studium.
Vorkenntnisse
Ein Praktikum oder eine freie Mitarbeit in einer Redaktion sind zwar nicht bei jedem Studiengang Zulassungsvoraussetzung, schaden kann es jedoch nie, bereits „Berufs-Kenntnis“ vorweisen zu können. Um erste Schreiberfahrungen im Internet zu sammeln, eignet sich auch ein eigener Blog besonders gut. Was ihr auf jeden Fall mitbringen solltet sind die Freude fürs Schreiben, das Händchen für Formulierungen und das Interesse an Themen. Der Feinschliff erfolgt im Studium und vor allem in der Praxis.
Studiengang
Ein Journalismus-Studium wird in verschiedensten Varianten an über 50 Hochschulen Deutschlands angeboten. Einen kleinen Überblick gibt es hier: journalismus.com
Sehr beliebt sind auch die renommierten Journalistenschulen, die allerings strenge Aufnahmetests haben. Die erste Vorauswahl wird anhand von Arbeitsproben und Lebensläufen getroffen. Als nächstes werdet ihr dann vor Ort getestet und müsst euch in persönlichen Gesprächen gegen Mitbewerber durchsetzen. Jährlich gibt es nämlich nur wenige Plätze. Früher hatten Absolventen dieser Schulen keine Schwierigkeiten, eine Redakteursstelle in der Medienwelt Deutschlands zu bekommen. Heute ist dies nicht mehr automatisch der Fall. Dennoch genießen die Journalistenschulen einen guten Ruf. Die Seite des Deutschen Journalisten-Verbands bietet eine Übersicht der Journalistenschulen Deutschlands: www.djv.de
Zahlen
Im Wintersemester 2009/2010 waren rund zwei Millionen Studierende im Bereich Journalismus immatrikuliert. Laut CHE-Hochschulranking besteht die Gruppe, die bei den Kriterien Arbeitsmarkt und Berufsbezug am besten abgeschnitten hat, aus zwölf Hochschulen. Vor allem die Westfälische-Wilhelms-Universität Münster und die Universität Erfurt führen die Spitzengruppe an.
Das CHE-Ranking findet ihr hier: www.che-ranking.de
Berufsaussichten
Nach dem Journalismusstudium folgt in aller Regel ein Volontariat. Das ist die journalistische Ausbildung. Redakteure können sowohl im Bereich Print, Hörfunk und Fernsehen arbeiten. In Zeiten des Web 2.0 ist insbesondere eine Tätigkeit im Online-Bereich ein Job mit guten Zukunftsaussichten. Da eine solche Anstellung jedoch sehr beliebt und deshalb nur schwer zu ergattern ist, arbeiten immer mehr Journalisten in nahen Bereichen: Die Öffentlichkeitsarbeit, Kulturvermittlung, Filmproduktion oder Verlage könnten für euch interessante Angebote bereit halten. Je nach Anstellung in den unterschiedlichen Branchen variiert die Bezahlung. Volontärsgehälter liegen laut Tarifvertrag zwischen 1.500 und 2.000 Euro. Daran halten sich jedoch nicht alle Arbeitgeber, weshalb die Einstiegsgehälter oftmals darunter liegen.
Weitere Informationen rund um Journalismus findet ihr hier:
www.djv.de
journalismus.com










