Maschinenbau

von Björn Schneider

Ohne sie könnten keine neuen Autos entwickelt, Flugzeugtriebwerke produziert und Schiffsantriebe gebaut werden: Die Maschinenbauingenieure.

Beschreibung und Inhalte

Maschinenbau ist der beliebteste technische Studiengang. Die Vorstellung vom ölverschmierten Maschinenbauingenieur, der in seinem Arbeitskittel an große Maschinen schraubt und herumbastelt, ist längst überholt. Für die Absolventen kommen unzählige Tätigkeits- und Berufsfelder in den verschiedensten technischen Branchen in Frage. Hinzu kommt, dass sich immer mehr Frauen für diesen Studiengang interessieren. Die exzellenten Berufschancen für Absolventen machen das Fach für beide Geschlechter sehr attraktiv.

Im Grundstudium werden vor allem naturwissenschaftliche Fächer, wie Mathe, Physik oder Mechanik, gelehrt. Diese Basics dienen den Studenten als Grundlage für die spätere Spezialisierung im Hauptstudium. Da auch im Bereich des Maschinenbaus ökonomische Aspekte immer wichtiger werden, stehen auch nicht-technische Fächer wie z.B. Rechnungswesen und Personalwirtschaft auf dem Stundenplan. Die angehenden Ingenieure müssen auch Sprachkurse belegen, um eine möglichst breite Ausbildung zu gewährleisten. Zudem sollen Projekt- und Teamarbeit schon im Grundstudium trainiert und eingeübt werden: Die Studenten besuchen Seminare und sogenannte Projektierungskurse, in denen mehrere Studenten gemeinsam eine Aufgabe bearbeiten und sich mit einem komplexen Problem befassen müssen. In Laborpraktika wird anhand physikalischer Experimente das umgesetzt, was in der Theorie über Magnetismus und Optik gelernt wurde. An fast allen Hochschulen ist für die Studenten auch ein Industriepraktikum vorgesehen, das im Praxissemester absolviert wird.

Das Hauptstudium bietet dann die Möglichkeit, sich seinen individuellen, persönlichen Interessen und Stärken entsprechend, zu spezialisieren. Viele Unis stellen folgende Schwerpunkte zur Wahl:

  • Automatisierungstechnik (Inhalte: z.B. Geschichte, wirtschaftliche Bedeutung)
  • Energietechnik (Inhalte: Energiewirtschaft, Kerntechnik, Umwelt, Klimawandel etc.)
  • Fahrzeugtechnik (Inhalte: Motorenkonstruktion, technischer Vertrieb, Management u.a.)
  • Produktionstechnik (Inhalte: z.B. Produktionslogistik, Luft- und Raumfahrttechnik) 
  • Verfahrenstechnik (Inhalte: z.B. Messtechnik, Anlagenbau, Produktionsverfahren)
  • Versorgungstechnik (Inhalte: Medientechnik, Wasseraufbereitung, Brandschutz etc.)

Ein daran anschließender Master baut auf dem Erststudium auf und vertieft das im Bachelor erworbene Wissen. Beim Maschinenbau ist die Umstellung vom alten Diplomabschluss auf Bachelor und Master im Vergleich zu anderen Studienfächern umstritten. Professoren und Arbeitgeber kritisieren die Abschaffung des altbewährten Diplom-Ingenieurs, dessen Qualifikation im Ausland einen hohen Stellenwert besitzt. Einige wenige Hochschulen bieten das Diplom als Abschluss noch an, z.B. die FH Kaiserslautern, die Uni der Bundeswehr in Hamburg oder die Uni Kassel.

Viele Unis und FHs haben aufgrund der hohen Bewerberzahlen mittlerweile Zulassungsverfahren eingeführt. Die meisten Hochschulen vergeben ihre Studienplätze nach der Abinote, wobei die Noten in Mathematik oder Physik höher gewertet werden.

Hier gibt eine Übersicht über den aktuellen NC für Maschinenbau an 33 deutschen Hochschulen:
www.nc-werte.info

Vorkenntnisse

Da mathematische und naturwissenschaftliche Inhalte im Studium von Beginn an eine zentrale Rolle spielen, sollte ein Interesse an Gleichungen, Formeln und Zahlen vorhanden sein. Wer schon in der Schule gute Noten in den relevanten Fächern (Mathe, Physik, Chemie) und Spaß an Naturwissenschaften hatte, ist gut für das Studium gerüstet. Die Studenten müssen schon ab dem ersten Semester komplexe, mechanische Zusammenhänge erkennen und diese in computergestützte Modelle umwandeln. Dies erfordert einen sicheren Umgang mit dem PC. Wer Programmiersprachen beherrscht und im Umgang mit technischer Software geübt ist, bringt weitere wichtige Voraussetzungen mit. Zudem sollten Fremdsprachenkenntnisse vorhanden sein, da z.B. große Entwicklungsprojekte im Arbeitsalltag aber auch viele interne Studienprojekte bereits international ausgerichtet sind und daher umfassende Englischkenntnisse voraussetzen. In internationalen Teams in der beruflichen Praxis gilt Englisch als Sprache der Wahl. Wichtig dabei ist, dass spätestens im Rahmen des Studiums neben dem allgemeinen Englisch auch Fachenglisch erlernt wird.

Alle FHs und viele Unis verlangen außerdem ein mehrwöchiges, fachbezogenes Vorpraktikum, das vor Studienbeginn absolviert werden muss.

Studiengang

An fast jeder Hochschule, die Ingenieurswissenschaften anbietet, kann man Maschinenbau studieren. Maschinenbau ist neben der Elektrotechnik und dem Bauingenieurwesen eine der drei großen Säulen der Ingenieurswissenschaften. Aufgrund der vielfältigen Bereiche, hat sich das klassische Maschinenbaustudium in Spezialisierungen und neue Studiengänge unterteilt. Beispiele für solche Studienfächer sind Medientechnik, Fahrzeugtechnik, Mechatronik, Luft- und Raumfahrttechnik, Werkstofftwissenschaften und Papiertechnik. Die Verbindung von technischen mit wirtschaftswissenschaftlichen Inhalten bietet das Studium des Wirtschaftsingenieurwesens. Dieses Fach bieten einige Hochschulen mit dem Schwerpunkt Maschinenbau an, wie z.B. die FH Kaiserslautern oder die FH Trier.

Die Studieninhalte an Uni und FH sind sich sehr ähnlich. Unterschiede gibt es meist hinsichtlich der Vermittlung des Lehrstoffes und der Ausrichtung des Studiengangs. Das Bachelor-Studium an der Uni ist eher grundlagenorientiert und bereitet in der Regel auf einen Master und damit oft auf eine akademische bzw. wissenschaftliche Karriere vor. Ganz anders das (Unterrichts-) Konzept in Maschinenbau an FHs: Die Fachhochschulen bilden praxisnah und mit Blick auf den Berufseinstieg aus. Das erworbene technische Fachwissen soll in Form von Projekten und Praxisarbeiten angewandt werden. Wer eine weiterführende, universitäre Laufbahn etwa in Form einer wissenschaftlichen Mitarbeit oder Promotion anstrebt, sollte das Fach an einer Uni studieren.

Zahlen

Es gibt 85 000 Studenten, die in Maschinenbau eingeschrieben sind, das sind fast 8% aller männlichen Studenten. Maschinenbau steht damit in der Liste der beliebtesten Studienfächer unter Männern an zweiter Stelle. Bei den Frauen liegt das Fach nur auf dem 29. Platz. Dennoch lässt sich seit einiger Zeit der Trend beobachten, dass sich immer mehr weibliche Studierende für ein Maschinenbau-Studium entscheiden. So stieg etwa die Zahl der Studentinnen im Fach Maschinenbau an der TU München zuletzt auf 16%. Die beste Bewertung im CHE Hochschulranking für den Studiengang Maschinenbau erhielt die TU Darmstadt.

Berufsaussichten

Absolventen eines Maschinenbau-Studiums haben nach erfolgreichem Abschluss mit die besten Einstiegschancen überhaupt. Da der Bedarf an Maschinenbauern sehr hoch ist, gelingt  der Übergang von der Ausbildung ins Berufsleben in den meisten Fällen sehr schnell und problemlos. Durchschnittlich 90% der Jung-Ingenieure finden im ersten Jahr nach dem Studium einen Job. Die Einstiegsgehälter können bei etwa 40.000 Euro jährlich zudem sehr üppig ausfallen. Der Maschinen- und Anlagenbau als größter deutscher Industriezweig bietet die meisten Arbeitsplätze für Maschinenbau-Absolventen. Je nach Spezialisierung im Hauptstudium oder im Master, kommen auch andere Branchen und Arbeitgeber in Frage. Maschinenbauer kommen in allen technischen Berufen unter und arbeiten z.B. als Prüfingenieure, Medientechniker, Luft- und Raumfahrtingenieure und sogar im Marketing. Auch Chemieunternehmen, Energieversorger und Forschungsinstitute sind potentielle Arbeitgeber.

Weitere Infos zum Maschinenbau-Studium speziell an FHs gibt es hier
www.maschinenbau-fh.de

Verwandte Themen im Forum

Informatik an der HHU Düsseldorf? TU Dortmund?
XyhTypk|
CES an der TU Berlin
doktormatte|
Welches Fach?
Herr Leisenheimer|
brauche eine Suchmaschine
wgeter|

UNICUM Newsletter

Hier die UNICUM Newsletter bestellen ! (Link)