Mathematik
Die einen lieben es, die anderen hassen es. Kaum ein Schulfach polarisiert so stark wie die Mathematik. Wenn ihr gerne mit Zahlen jongliert und in Adam Ries’ Fußstapfen treten wollt, könnte ein Mathematik-Studium die richtige Wahl sein.
Beschreibung und Inhalte
Die Mathematik gliedert sich in zwei Teilgebiete: die Reine und die Angewandte Mathematik.
Die Reine Mathematik befasst sich mit abstrakten Strukturen und deren Relationen. Dabei wird eine möglichst große Bandbreite an Aussagen aus wenigen Annahmen abgeleitet. Hauptgebiete der Reinen Mathematik sind Algebra, Analysis, Geometrie, Topologie und Zahlentheorie.
Ziel der Angewandten Mathematik ist es, eine Grundlage zu schaffen, um Fragestellungen aus anderen, fächerübergreifenden Disziplinen anzugehen. Dies können sowohl andere Naturwissenschaften als auch Wirtschafs- oder Sozialwissenschaften sein. Die Teilgebiete sind Numerik, Optimierung, und Stochastik.
Beide Teilgebiete kommen in Mathematik-Studiengängen gleichermaßen vor, auch wenn die Schwerpunkte etwas variieren können.
Aus der Mathematik haben sich zudem einige spezielle Fächer entwickelt. Dazu gehören die Wirtschaftsmathematik, Statistik und Technomathematik. Wirtschaftsmathematiker arbeiten hauptsächlich im Versicherungs- und Finanzwesen oder anderen Wirtschaftszweigen. Das Studium ist daher besonders anwendungsorientiert. Statistiker stellen mathematische Methoden zur Analyse empirischer Daten bereit und Technomathematiker haben die computergerechte Entwicklung mathematischer Modelle für die Lösung technischer Probleme sowie deren Auswertung zur Aufgabe.
Vorkenntnisse
Die Fähigkeit zum abstrakten, strukturellen Denken ist eine Grundvoraussetzung für das Studium, denn schließlich müssen viele mathematische Begriffe und Methoden erlernt werden. Dazu ist es natürlich wichtig, dass ihr solide Grundkenntnisse bereits aus der Schulzeit mitnehmt.
Zudem solltet ihr als angehende Mathematiker auch nicht vor einer interdisziplinären Zusammenarbeit zurückschrecken. Eine Tendenz zeichnet sich noch während des Studiums ab, wenn es heißt, ein Vertiefungsfach zu wählen. Dabei liegen oft Informatik oder Physik besonders nahe, aber andere Fächer sind ebenso denkbar.
Eine praktische Tätigkeit muss in der Regel vor Studienbeginn nicht nachgewiesen werden.
An vielen Universitäten ist Mathematik zulassungsfrei. Einige Hochschulen sind nun aber dazu übergegangen, einen speziellen Eignungstest einzuführen, um sicherzustellen, dass die Studierenden über die notwendigen Vorkenntnisse und das geforderte Abstraktionsvermögen verfügen. Dies ist zum Beispiel an der Ludwig-Maximilians-Universität München der Fall.
Studiengang
Der bisherige Diplomstudiengang Mathematik war an deutschen Hochschulen recht einheitlich aufgebaut. Im Grundstudium erfolgte die Ausbildung in Analysis und Linearer Algebra sowie einem Fach der angewandten Mathematik, meist Wahrscheinlichkeitstheorie oder Numerik. Hinzu kam noch das sogenannte Nebenfach, das im Hinblick auf eine Profilbildung für die spätere Berufstätigkeit von Bedeutung ist. Im Hauptstudium konnten sich die Studierenden dann noch weiter spezialisieren. Die neuen Bachelor- und/oder Master of Science-Studiengänge orientieren sich weiterhin an diesem Aufbau.
Bei der Wahl des Studienortes solltet ihr euch daher genau informieren, welchen Schwerpunkt ihr wo setzen könnt, denn das Angebot hängt stark von der jeweiligen Hochschule und deren Fachbereichen ab.
Zur Auswahl stehen derzeit 14 Fachhochschulen und zahlreiche Universitäten, an denen ein Mathematik-Studium möglich ist.
Berufsaussichten
In kaum einem Fach sind die Berufschancen so vielfältig und so gut wie in der Mathematik. Studien bestätigen: Mathematiker können sich heute meistens ihren Arbeitsplatz aussuchen.
Dabei müsst ihr euch nur mit den vielfältigen Möglichkeiten der Mathematik auseinandersetzten und euch von der klassischen Vorstellung verabschieden. Oftmals werden Mathematiker nämlich nicht nur wegen ihres spezifischen Wissens gesucht, sondern sind als Generalisten aufgrund ihrer Fähigkeiten wie Abstraktionsvermögen, Analysefähigkeit und Durchdringung von Problemfeldern gefragt. Deswegen füllen Mathematiker als „Allroundtalente“ auch Stellen aus, die auf den ersten Blick gar nicht als Mathematiker-Stellen erkennbar sind. Von daher ist es manchmal gar nicht so leicht, ein passendes Angebot zu erkennen.
Ein weiteres Problem kann sein, dass der Bachelor momentan noch recht neu ist, und sich die Unternehmen darauf erst noch einstellen müssen, in dem sie passende Einstiegspositionen schaffen. Die Arbeitsmarktchancen von Bachelorabsolventen werden trotzdem allgemein als gut eingeschätzt.
Wenn ihr euch für pädagogische Inhalte interessiert und euch vorstellen könnt, mit Kindern und Jugendlichen zu arbeiten, solltet ihr über die Möglichkeit eines Lehramtsstudium nachdenken. Der Bedarf an Mathelehrern ist nämlich auch recht hoch.










