Medienwissenschaft

von Roman Milenski

Die Cineasten, TV- oder Internetjunkies unter euch sollten vielleicht mal über ein Studium der Medienwissenschaft nachdenken. Vor allem wenn ihr Medienangebote nicht nur aufsaugen, sondern euch auch näher mit deren Entstehungen und Eigenschaften auseinandersetzen wollt, dürftet ihr in der Medienwissenschaft heimisch werden.

Beschreibung und Inhalte

Denn Medienwissenschaft-Studenten bekommen vielfältige und spannende Theorie zu diesen Aspekten vermittelt. Dabei sind die Kernbereiche der Medienwissenschaft:

  • Medientheorien (Inhalte: z.B. Kommunikation, Medienpsychologie und -philosophie)
  • Mediengeschichte (Inhalte: z.B. Mediensystem- und Einzelmediengeschichte)
  • Medienästhetik (Inhalte: z.B. Medienformen und -strukturen)
  • Konkret wird dies anhand der Einzelmedien Film, Fernsehen, Radio, Fotografie, Print (darunter auch Comics) oder digitale Medien (z.B. Internet und Computerspiele) mit Leben gefüllt.


Medienwissenschaftliche Seminare können sich somit zum Beispiel um Themen drehen wie „Vom Freundealbum zu Facebook“, „Die Bild-Zeitung“ oder, im intellektuell avantgardistischen Gegensatz zum Letzteren, „Körperlichkeit im filmischen Schaffen Pier Paolo Pasolinis“. Bevor es aber in derart gegenständliche Felder geht, absolviert man zunächst einmal grundlegende Veranstaltungen.

 

Generell werden Medien theoretisch in sozialer, kultureller oder technischer Hinsicht behandelt. In der heutigen Zeit, in der das mediale Angebot immer größer wird und eine immer bedeutendere Rolle in der Gesellschaft einnimmt, hilft ein Medienwissenschaft-Studium diese Prozesse zu verstehen und zu hinterfragen. Natürlich schreien viele Studenten mit Blick auf ihre berufliche Zukunft oft nach Praxis. Und tatsächlich bieten die meisten Unis auch Module an, in denen dann eine Kamera oder ein Mikro in die Hand genommen wird, um die erlernte Theorie in die Praxis umzusetzen.

Einen Studienplatz für Medienwissenschaft zu ergattern, ist in Deutschland jedoch, wie so oft, einfacher gesagt als getan. Die Kapazitäten an Studienplätzen sind eher knapp und an vielen Unis gehören die medienwissenschaftlichen Fächer zu den Studiengängen mit den höchsten NCs und Wartesemestern. Beispiele für die letzten NC-Werte im Bachelor-Studiengang Medienwissenschaft an einigen deutschen Universitäten bekommt ihr unter: www.nc-werte.info

Vorkenntnisse

Ein Studium der Medienwissenschaft ist definitiv etwas für „Liebhaber“. Angehende Studenten sollten ein Interesse an Medienangeboten mitbringen, das über das schiere Rezipieren hinausgeht. Wie sich dieses Interesse dann genau äußert ist aber natürlich individuell. Der oder die eine ist Filmfreak und philosophierte schon immer über Werke der Lichtspielkunst, andere wiederum lesen sich lieber quer durch die Presselandschaft. Empfehlenswert sind jedoch Grundkenntnisse in allen Bereichen. Wer beispielsweise in einem Filmseminar sitzt und nicht weiß wer Stanley Kubrick war, der dürfte sich blamieren. Darüber hinaus sind sehr gute Englischkenntnisse von Vorteil, denn eine große Menge medienwissenschaftlicher Literatur ist englischsprachig und nicht ins Deutsche übersetzt.

Studiengang

Der Studiengang Medienwissenschaft ist sozusagen eine Vereinigung vieler einzelner Disziplinen wie Film-, Fernseh- oder Kommunikationswissenschaft. Welche Universitäten in Deutschland Medienwissenschaft selber oder medienwissenschaftliche Teilfächer anbieten, erfahrt ihr hier:
www.gfmedienwissenschaft.de

Studieren kann man Medienwissenschaft je nach Uni als 1- oder 2-Fach-Bachelor. Hin und wieder versteckt sich der Studiengang auch hinter anderen Bezeichnungen. Nahezu identische Studiengänge sind zum Beispiel "Medien und Kommunikation" an den Unis Passau und Augsburg oder "Medienkulturwissenschaft" an der Uni Freiburg.

Zahlen

Richtet man sich nach den wichtigsten Untersuchungsaspekten des CHE-Hochschulrankings von 2010, so bieten die Unis in Düsseldorf, Mainz, Augsburg und Weimar die besten Bedingungen für Medienwissenschaft. Das CHE-Hochschulranking befragt jährlich Studenten aller Studienrichtungen nach ihrer Zufriedenheit mit der jeweiligen Uni. Natürlich kann es sich dabei auch um subjektive Eindrücke handeln, aber im Durchschnitt führten die oben genannten Unis bei Faktoren wie Berufsbezug, Ausstattung, Lehrangebot und Betreuung die Liste an.

Berufsaussichten

„Ich mach da was mit Medien“ – diese oft ironisch daher gesagte Phrase hat dennoch viel Wahres. Absolventen der Medienwissenschaft landen zumeist im bunten Haifischbecken namens Medien. Durch das Studium der Medienwissenschaft erlangt man Kompetenzen, um in der Medienlandschaft Positionen zu bekleiden, die sich mit inhaltlichen, ästhetischen oder konzeptionellen Fragen beschäftigen. Typischerweise strömen die Alumni in redaktionelle Tätigkeiten. Viele finden ihr Glück zum Beispiel im Journalismus oder der PR-Arbeit. Wer in der Wissenschaft bleiben möchte, könnte auch in einem Medienforschungsinstitut unterkommen. Elementar ist, dass man während des Studiums bereits Erfahrungen im Medienbereich sammelt, sei es durch Praktika, Nebenjobs oder freie Mitarbeit.

Alle Infos rund um die Medienwissenschaft, das dazugehörige Studium und den Berufseinstieg findet ihr unter:
www.gfmedienwissenschaft.de

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