Pharmazie

von Ann-Christin von Kieter

Nach eurem Abschluss im Fach Pharmazie kennt ihr euch bestens mit der Wirkweise von Tabletten, Salben und Co. aus. Ihr wisst, wie und warum Medikamente ihr Ziel im menschlichen Körper erreichen und könnt dieses Wissen an eure Kunden und Patienten weitergeben.

Beschreibung und Inhalte

Der Alltag des Apothekers teilt sich in verschiedene Aufgabengebiete. Im Zentrum der Apothekenarbeit steht der Kundenkontakt. In erster Linie seid ihr dabei als Verkäufer tätig, wenn ihr vom Arzt verschriebene Medikamente aushändigt oder selbst entscheidet, welches Produkt das richtige ist. Allerdings tragt ihr auch eine große Verantwortung, schließlich wollen die Patienten über Dosierung und Art der Einnahme der vom Arzt verschriebenen Mittel genau informiert werden. Auch über mögliche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten oder Lebensmitteln müsst ihr natürlich aufklären.
Der andere Teil der pharmazeutischen Tätigkeiten findet hinter den Kulissen statt. In eurem Labor stellt ihr Rezepturen selbst her. Außerdem seid ihr für eine regelmäßige Qualitätskontrolle der angelieferten Produkte und für chemische Überprüfung der Wirkstoffe zuständig.


Bevor es so weit ist, habt ihr noch eine Menge Lernstoff vor euch. Denn in den vergleichsweise kurzen Regelstudienzeit von acht Semestern gilt es, möglichst viel Wissen über den Menschen und medizinische Erkenntnisse in den Kopf zu bekommen. Schon während der Uni-Zeit stehen neben theoretischen Inhalten jede Menge Praxiseinheiten auf dem Stundenplan. Die meisten davon finden im Labor statt, wo ihr es – stilecht mit Schutzbrille und Kittel geschützt – krachen lassen könnt. Während eines achtwöchigen Praktikums, der Famulatur, schnuppert ihr das erste Mal Apothekenluft. Dort könnt ihr nicht nur euer theoretisches Wissen in die Praxis umsetzen, sondern auch den direkten Umgang mit Kunden und ihren großen und kleinen Wehwehchen üben. Zum Abschluss des Studiums steht dann noch eine große Praxiseinheit an: Das Praxisjahr. Sechs Monate davon verbringt ihr in einer Apotheke, den Rest der Zeit in einem anderen pharmazeutischen Berufsfeld. In dieser Zeit werdet ihr nicht nur mit Erfahrung belohnt, sondern verdient auch erstes Geld. Die Höhe ist tariflich festgelegt: 670 Euro im ersten Halbjahr, im zweiten dann 880 Euro.

Vorkenntnisse

Während des Studiums werdet ihr tagtäglich mit chemischen Reaktionen und biologischen Zusammenhängen konfrontiert, da schadet es nicht, im naturwissenschaftlichen Bereich fit zu sein. Allerdings kommt es nicht immer nur auf gute Schulnoten an. Auch ein gutes Sprachgefühl ist wichtig, denn ihr seid beratend tätig und wollt von euren Kunden verstanden werden. Schließlich entscheidet eure Arbeit mit über den Gesundheitszustand von Menschen. Aus genau diesem Grund ist eine genaue und sorgfältige Arbeitsweise ebenfalls unerlässlich. Wenn ihr einmal eine Apotheke und das Personal erfolgreich leiten wollt, solltet ihr zudem Organisationstalent, kaufmännisches Denken und eine gewisse Führungspersönlichkeit mitbringen.

Studiengang

Wenn ihr Lust auf ein Studium der Pharmazie bekommen habt, müsst ihr euch zentral bei der Stiftung für Hochschulzulassung bewerben. Wie das funktioniert, könnt ihr hier nachlesen.

Der Studiengang wird deutschlandweit an 22 Unis angeboten, wobei jede sicherlich Besonderheiten im Lehrplan aufweist.
Grundsätzlich gliedert sich das Pharmaziestudium in ein Grund- und ein Hauptstudium. Während der ersten vier Semester erwerbt ihr die notwendigen Grundlagen, auf das weitere Studium dann aufbaut. Fächer, die auf dem Stundenplan stehen, sind Arzneiformenlehre, anorganische und organische Chemie, pharmazeutische Biologie, Anatomie und Physiologie.
Erst im Hauptstudium habt ihr dann Kontakt zu den fünf Kernfächern des Pharmaziestudiums:

  • In der pharmazeutischen Chemie geht es um die Herstellung von Arzneimitteln und deren chemischer Analyse.
  • Die pharmazeutische Biologie bringt euch in erster Linie Arzneipflanzen und deren Wirkung näher.
  • Bei der pharmazeutischen Technologie kommt es auf die richtige Verarbeitung eines Wirkstoffes zu der passenden Arzneiform (z. B. Tablette oder Salbe) an.
  • Die Pharmakologie ist das Herzstück des Pharmaziestudiums, weil sie sich mit der Wirkweise von Arzneistoffen im Körper beschäftigt.
  • Im Fach klinische Pharmazie geht es um die gezielte Verbesserung von Therapien für einzelne Patienten.

Berufsaussichten

Die meisten Pharmazie-Absolventen (rund 85 Prozent) zieht es nach dem Studium in eine öffentliche  Apotheke, wo sie im direkten Kundenkontakt für die medizinische Versorgung zuständig sind. Immerhin suchen täglich viele Menschen Rat beim Apotheker ihres Vertrauens. Wer in einer Krankenhausapotheke unterkommt, arbeitet Hand in Hand mit Ärzten und Pflegepersonal. Neben diesen klassischen Arbeitsorten bieten sich aber noch weitere an.
Innerhalb der pharmazeutischen und chemischen Industrie kümmern sich Pharmazie-Absolventen um die Entwicklung neuer Medikamente – und zwar von der Forschung bis zur Herstellung.
Oft vergessen wird meist das öffentliche Gesundheitswesen. Mögliche Arbeitgeber sind Prüfinstitute zur Arzneimittelsicherheit, Krankenkassen und Behörden, die die Qualität von Arzneimittel-Qualität gewährleisten.
Natürlich ist auch eine Karriere in Forschung und Lehre an der Universität möglich.
Egal, wie ihr euch entscheidet: Mit eurem Abschluss werdet ihr auch in Zukunft gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben, schließlich werden Apotheker immer gebraucht. Gleichzeitig profitiert ihr als Pharmazeut von einem breiten naturwissenschaftlichen Wissen, das euch auch für ähnliche Fachrichtungen interessant macht.

Umfassende Informationen zur Arbeitsmarktlage findet ihr bei ISA – dem Informationssystem Studienwahl und Arbeitsmarkt der Universität Duisburg Essen.

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