Physik

von Ann-Christin von Kieter

Physik gilt als Mutter der Naturwissenschaften und ist für einen Großteil unseres heutigen Lebensstandards verantwortlich. Die Erforschung physikalische Gesetzmäßigkeiten sichert unseren heutigen Fortschritt und Lebensstandard. Was oft vergessen wird: nicht nur Laser und Röntgenstrahlen haben mit Physik zu tun, sondern auch Dinge des täglichen Lebens wie Fernsehen und Internet.

Beschreibung und Inhalte

Die Basis für das Verständnis aller Naturphänomene fasst sowohl kleinste Teilchen als auch den gesamten Weltraum ins Auge. Diese Komplexität spiegelt sich auch in den Studieninhalten wider. Seit der Einführung der neuen Studiengänge ist der Aufbau des Studiums nicht mehr so stark geregelt wie zu Zeiten des Diploms, wo in Grund- und Hauptstudium mit festgelegten Modulen unterteilt wurde. Dennoch sind einige Inhalte verbindlich. In erster Linie wird zwischen der theoretischen und der praktischen Physik unterschieden. Im Rahmen der Theorie lernt ihr einiges über Mechanik, Elektrodynamik, Quantenmechanik, Thermodynamik und statistische Physik. In der Praxis werdet ihr euch mit Elektrizität, Magnetismus, Optik, Wärmelehre, Atomphysik sowie Kern- und Teilchenphysik auseinandersetzen. Darüber hinaus spielt auch die Mathematik eine große Rolle. Hierbei kommt es vor allem auf Differentiale und Integrale sowie auf Vektor- und Matrizenrechnung an. Viele Physiker sind sich einig: Das Studium ist lohnenswert und spannend, aber schwer.

Vorkenntnisse

Um später im Hörsaal nicht zu verzweifeln, solltet ihr als angehende Physikstudenten schon in der Schule in zwei Bereichen richtig gut gewesen sein: in Mathematik und in sämtlichen naturwissenschaftlichen Fächern. Darüber hinaus solltet ihr auf jeden Fall Freude an logischem Denken und länger andauernder Studien- und Forschungsarbeit haben. Selbst wenn ihr als Kind schon nicht genug von „Was ist Was?“- Büchern bekommen konntet und auch im Leistungskurs mit 15 Punkten rausgekommen seid, kann es sein, dass ihr zum Drittel der Studenten gehört, die am Physik-Studium verzweifeln. Schuld daran sind meistens gar nicht die physikalischen Inhalte, sondern die Hohe Kunst der Mathematik. Damit euch die komplexen Inhalte nicht den Weg zum erfolgreichen Abschluss verbauen, bieten immer mehr Unis Mathe-Vorkurse an, die freiwillig, aber durchaus empfehlenswert sind. Noch vor dem eigentlichen Semesterstart geht es dort Wissenslücken an den Kragen.


Gut zu wissen: Physik scheint ein Studium der Extremen zu sein. Während etwa jeder Zweite zum Studienabbrecher wird, schaffen die, die bis zum Abschluss durchhalten, das Bachelor-Studium trotz des straffen Plans in Rekordzeit. Die Durchschnittsstudiendauer liegt in etwa genau bei der Regelstudienzeit von sechs Semestern, das ist sonst in kaum einem Fach der Fall. 

Studiengang

Die traditionelle Physik wird deutschlandweit an vielen Universitäten angeboten. Im Bachelor- und Masterbereich besteht meist die Auswahlmöglichkeit zwischen einem Ein-Fach- und einem Zwei-Fach- Studiengang. Auch ein Lehramtsstudium ist in diesem Fach natürlich möglich.

Darüber hinaus gibt es aber eine Menge interdisziplinärer Studiengänge mit hohem Physikanteil, die fachliche Spezialisierungen möglich machen. Wenn ihr euch zum Beispiel besonders für die Erforschung des Planetensystems und des Weltraums interessiert, ist Astrophysik sicherlich eine gute Wahl. Der Weg zum Astronomen führt unter anderem an die Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn oder die Eberhard-Karls-Universität Tübingen. Darüber hinaus werdet ihr oft die Kombination zweier Themenbereiche finden. Dies ist zum Beispiel bei Geo-, Informatik-, oder Biophysik der Fall. Recht einzigartig ist auch medizinische Physik. Diesen Studiengang könnt ihr derzeit an der Universität Düsseldorf belegen.

Wenn ihr euch für ein praxisorientiertes Studium an einer Fachhochschule interessiert, rückt die physikalische Technik in den Fokus. Dieses Teilgebiet dient der Ausbildung von Ingenieuren, die physikalische Erkenntnisse in technische Anwendungen umsetzen können.

Berufsaussichten

Selbst wenn später ungefähr die Hälfte aller Physiker an Universitäten oder in Forschungszentren arbeitet, werdet ihr während des Studiums nicht nur für die wissenschaftliche Forschung vorbereitet. Auch die Industrie braucht in verschiedenen Bereichen wie Materialforschung, Maschinenbau oder Optik Unterstützung. Da es noch immer an Informatik-Fachkräften mangelt, sind Viele zudem im Bereich der IT-Dienstleistungen für technisch-wissenschaftliche Anwendungen zuständig. Außerdem wartet noch eine ganz andere Chance auf euch. Als Physiker habt ihr ganz allgemein das Analysieren und Lösen von Problemen gelernt. Es ist gerade diese Kompetenz, die in allen Branchen der Wirtschaft und des gesellschaftlichen Lebens gefragt ist. Wer diese Fähigkeiten am Lösen physikalischer Probleme trainiert hat, kann das Prinzip auch auf viele andere Gebiete übertragen und dort erfolgreich sein. Mögliche Arbeitgeber könnten zum Beispiel Banken und Versicherungen. Entsprechend gut ist die Arbeitsmarktsituation für Physiker. Einen tieferen Einblick gewährt ISA – das Informationssystem Studienwahl & Arbeitsmarkt der Uni Duisburg Essen. 


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