Politikwissenschaften

von Anke-Elisabeth Schoen

Ihr mochtet Sozialwissenschaften schon in der Schule gern? Ihr wollt in die Fußstapfen von Willy Brandt oder Konrad Adenauer treten? Dann ist ein politikwissenschaftliches Studium genau das Richtige für euch! Falls sich euer Traum von „Ich-kann-Bundeskanzler“ nach eurem Abschluss nicht erfüllt, ist dass auch nicht tragisch. Dann geht ihr eben in die Politikberatung. Oder ihr werdet Lehrer. Zu den Berufsaussichten aber später mehr. Noch steht ihr ja ganz am Anfang.

Beschreibung und Inhalte

Der Studiengang Politikwissenschaften trägt je nach Hochschule einen anderen Namen: Politikwissenschaften, Politische Wissenschaft oder Politologie. An machen Universitäten wird die Politikwissenschaft nur als Teilfach der Sozialwissenschaften oder Social Scienes angeboten. Unter Umständen könnt ihr euch dann erst im Master auf die Politikwissenschaften spezialisieren. Es empfiehlt sich also genauer hinzusehen, wenn ihr euch das Fachangebot der Universitäten anschaut.

Um die Anforderungen alle bewältigen zu können, werdet ihr während Deines Studiums Techniken des wissenschaftlichen Schreibens vermittelt. Dabei lernt ihr auch das politikwissenschaftliche Vokabular. Anders als bei einer politischen Stammtischdiskussion, werdet ihr im Verlauf Deines Studiums Vergleiche zwischen unterschiedlichen Ländern anstellen, Verwaltungssysteme Deutschlands beleuchten oder den Theorien von Thomas Hobbes, ein bedeutender Staatstheoretiker, näher auf den Grund gehen.

Ihr werdet wissenschaftlich arbeiten. Es ist auf keinem Fall verkehrt während eurer ersten Semester an der Hochschule ein Tutorium zu besuchen. Und dass nicht nur, weil ihr da so viele andere Erstsemester kennen lernen könnt, sondern weil ihr begreift, wie ihr korrekt Fußnoten setzst oder Literatur für eure Hausarbeiten recherchierst. Im Gegensatz zu den auslaufenden Diplomstudiengängen gibt es in den (neuen) Bachelor- und Masterstudiengängen Anwesenheitspflicht.

Vorkenntnisse

Da Politikwissenschaften ein sehr beliebtes Fach sind, ist der NC dementsprechend hoch. Oftmals liegt er zwischen 1,5 und 2,0 für den Bachelor. Falls ihr ein Lesemuffel seid, solltet ihr lieber ein anderes Fach wählen. Die Poltikwissenschaften zählen zu den Sozial-, Kultur-, oder Geisteswissenschaften und sind sehr zeitintensiv. Eine Vor- und Nachbereitung der Seminare wird vorausgesetzt, häufig ist die Literatur auf Englisch. Eine gewisse Neigung zur englischen Sprache ist somit nicht grundfalsch. Außerdem müsst ihr Referate, Thesenpapiere und Hausarbeiten anfertigen. Die Module schließen mit einer Modulabschlussprüfung ab.


Für ein Studium der Politikwissenschaften habt ihr Interesse am Fach und an aktuellen politischen Fragestellungen. Ihr solltet die Bereitschaft euch über das aktuelle Tagesgeschehen zu informieren mitbringen. Dies hat ohnehin noch niemandem geschadet. Und euren Pof wird es freuen! Die Fähigkeit zu analytischem Denken und zum empirischen Arbeiten ist Grundvoraussetzung. Ihr müsst zwar keine Zahlenjongleure sein, allerdings kommt ihr in den Politikwissenschaften nicht gänzlich ohne mathematische Fähigkeiten aus. Darüber hinaus ist ein gewisses Sprachgefühl keinesfalls fehl am Platz.

Studiengang

Obwohl die Politikwissenschaften ein noch sehr junges Fach sind, köönt ihr sie an fast jeder Universität studieren. Das Studium gliedert sich in die vier Teilgebiete politische Theorie, Politisches System, Außenpolitik und internationale Beziehungen und Vergleichende Politikwissenschaften. Im Bachelor beanspruchen die Grundmodule zwei bis drei Semester, in den restlichen drei bis vier Semestern habt ihr dann Zeit für die Aufbaumodule. Im sechsten Semester solltest Du eure Bachelor Arbeit anfertigen. Aufgrund der Umstellung auf Bachelor und Master entscheidet ihr während des Bachelors wie es anschließend weiter geht.

Nach dem Bachelor könnt ihr euch dann in ein Masterprogramm einschreiben. Dies erfordert vier zusätzliche Semester. Es gibt spezielle Master Studiengänge, mit denen ihr eine bereits eingeschlagene Spezialisierung vertiefen könnt, wie z.B. beim Master in Politischer Kommunikation. Vielleicht müsst ihr dafür die Universität wechseln, weil eure eigene diesen fantastischen Studiengang nicht anbietet. In der Regel erwirbt ihr dann einen Master of Arts. Wenn Du Lehrer werden willst, dann studierst ihr eben den Master of education. Bei diesem Abschluss müsst ihr zusätzlich Kurse in Didaktik belegen. Einige Universitäten sehen ebenfalls einen Numerus Clausus für den Master vor.

Berufsaussichten

Es ist ein sich hartnäckig haltendes Gerücht, dass jemand der Politikwissenschaften studiert hat, tatsächlich auch Berufspolitiker wird. Das Studium befähigt zum wissenschaftlichen Arbeiten, nicht zum politischen Handeln. Natürlich bleibt bei gewisser Eignung immer noch der Weg in die Wissenschaft. Tatsächlich werden Politikwissenschaftler aber auch gerne als Politikberater großer Unternehmen eingesetzt oder arbeiten in der öffentlichen Verwaltung. Außerdem unterstützen sie Verbände oder NGOs (Nichtregierungsorganisationen) bei ihrer Arbeit und betreiben klassische Politikfeldberatung. Sie beraten Politiker in Wahlkämpfen, arbeiten in Ministerien oder für Abgeordnete des Bundes- oder des Landtages. Oder werden Lehrer und arbeiten an Schulen, Volkshochschulen oder in der politischen Bildung. Möglichkeiten gibt es also viele.

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