Psychologie

von Björn Schneider

Der typische Psychologe? Weißhaariger, bärtiger Mann mit Nickelbrille, feinem Anzug und einer Zigarre in der Hand. Eben Sigmund Freud.

Beschreibung und Inhalte

Das ist das Bild, das die Öffentlichkeit oft mit Psychologen assoziiert. Die Unis können sich vor Bewerbungen dennoch kaum retten. Psychologie gehört – vor allem unter Frauen – zu den beliebtesten Studienfächern. Psychologie steht für „Seelenlehre“ und beschäftigt sich mit dem Erleben, Handeln und Verhalten des Menschen. Die Psychologie ist eine sogenannte empirische Wissenschaft, die das Erleben und Verhalten beobachtet und Vorhersagen trifft. Experimente und Beobachtungen spielen im Studium demnach eine große Rolle. Das Studium vereint Elemente aus den Geisteswissenschaften, aber auch aus dem Bereich der Sozial- und Naturwissenschaften. Wichtig zu wissen: Während im Grundstudium die Grundlagenfächer auf dem Programm stehen, kann man sich ab dem Hauptstudium seinen individuellen Interessen und Vorlieben entsprechend spezialisieren.

Über die Psychotherapie oder andere Therapieformen erfahren die Studenten in den ersten Semestern erst einmal nichts. Bis zum Hauptstudium stehen vor allem Fächer wie Methodenlehre, Mathe und Statistik auf dem Stundenplan. Während des theoretischen Grundstudiums lernen die Studenten zunächst einmal die Basics des Fachs kennen, z.B. im Bereich der Allgemeinen Psychologie (Inhalte: Wahrnehmung, Gedächtnis, Sprache u.a.). Im Hauptstudium spezialisieren sie sich durch die Wahl eines Schwerpunktes. Welche Schwerpunkte angeboten werden, variiert von Uni zu Uni. Die drei wichtigsten sind:

  • Klinische Psychologie (Inhalte: psychische Störungen/Erkrankungen u.a.)
  • Pädagogische Psychologie (Inhalte: z.B. Lernstörungen, Unterrichtsqualität, Leistungsangst)
  • Arbeits- und Organisationspsychologie (Inhalte: Personalauswahl, Zeitmanagement, Führungspsychologie u.a.)

Die Studienplätze für Bachelor- und Masterstudiengänge in Psychologie vergeben die jeweiligen Unis in aller Regel selbst nach eignen Richtlinien. Einen generellen Eignungstest an den Unis gibt es bislang nur an der HU Berlin. Allgemein gilt dennoch: Die Zugangsvoraussetzungen für ein Psychologiestudium sind sehr hoch. So lag z.B. der NC im vergangenen Wintersemester an der RWTH Aachen bei 1,3, an der Uni Mainz bei 1,5 und an der HU Berlin sogar bei 1,1 – oder 16 Wartesemestern.

Eine Übersicht über den aktuellen NC für Psychologie an 35 deutschen Hochschulen gibt es unter: www.nc-werte.info

Vorkenntnisse

Aufgrund des sehr stark mathematischen Grundstudiums, sollte auf jeden Fall ein Interesse an der Materie bzw. ein mathematisches Grundverständnis und die Fähigkeit zum analytischen Denken vorhanden sein. Man muss kein mathematisches Genie sein, eine Abneigung gegenüber dem Fach sollte aber nicht vorliegen. Auch gute Englischkenntnisse sind von Vorteil, da viele wissenschaftliche Texte und Publikationen auf Englisch verfasst sind. Da Beobachtungen und Experimente als Forschungsmethoden ein wichtiger Teil des Studiums sind, sollte man gute EDV-Kenntnisse mitbringen. Die aus den Experimenten hervorgegangenen Ergebnisse und Daten müssen schließlich tabellarisch erfasst und statistisch ausgewertet werden.

Studiengang

Klassische Psychologie bieten in Deutschland nur Universitäten an. Einige Fachhochschulen bieten aber spezielle Psychologie-Fächer an, so z.B. die FH Bielefeld (Wirtschaftspsychologie), die Hochschule Zittau/Görlitz (Kommunkationspsychologie) oder die Hochschule Magdeburg-Stendal (Rehabilitationspsychologie).

Hier gibt’s eine Übersicht über alle Universitäten, die Psychologie als Studienfach anbieten: www.psychologie-studium.info

Ihr seid euch nicht sicher, ob ihr für ein Psychologie-Studium geeignet seid? Die RWTH Aachen hat einen Online-Gratistest entwickelt, der Auskunft über die Eignung für das Psychologiestudium geben soll.

Zahlen

Vor allem bei den weiblichen Studenten liegt das Fach hoch im Kurs. Von den insgesamt ca. 32 000 Psychologie-Studenten in Deutschland sind fast 25 000 weiblich. Drei Prozent aller Studentinnen studieren Psychologie. Bei männlichen Studenten steht Psychologie nicht ganz so hoch im Kurs. Bei ihnen schafft es das Fach nicht in die Top Ten der beliebtesten Studiengänge. Das CHE-Hochschulranking 2010 empfiehlt zukünftigen Psychologiestudenten die Uni Marburg und die TU Dresden als beste Hochschule.

Berufsaussichten

Psychologie-Absolventen haben den Vorteil, dass sich für sie nach dem Studium vielfältige Beschäftigungsmöglichkeiten und Berufsbilder ergeben. Psychologen sind in der Marktforschung, Personalarbeit oder Weiterbildung tätig, arbeiten als Kommunikationstrainer, Neuropsychologen, niedergelassene Therapeuten oder in der Klinik. Mehr als die Hälfte arbeitet nach dem Studium im Gesundheitswesen oder in Forschungs- und Bildungseinrichtungen wie z.B. Schulen. Was viele angehende Studenten aber nicht wissen: In diesem Berufsfeld ist der Master erst der Anfang. Oft sind nach dem Psychologie-Studium weitere Fortbildungen nötig, um das theoretische Wissen in der Praxis umsetzen zu können. Wer anstrebt, als Psychotherapeut zu arbeiten, muss im Anschluss an das Studium eine bis zu fünfjährige Zusatzausbildung absolvieren, die zumeist privat bezahlt werden muss. Diese Ausbildung liegt zwischen 10.000 und 50.000 Euro. Alles in allem hängen die möglichen Beschäftigungsfelder stark davon ab, welcher Schwerpunkt im Hauptstudium gewählt wurde. Das durchschnittliche Einstiegsgehalt für Psychologen liegt bei etwa 35.000 Euro brutto jährlich.

Weitere Infos zum Studium gibt es unter www.psychostudium.de

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