Sozialwesen, Sozialpädagogik, Soziale Arbeit

von Anke-Elisabeth Schoen

„Ich möchte etwas Soziales machen – aber ich weiß nicht was“. Ein Satz den man immer wieder hört. Bei den Studiengängen des Sozialwesens entscheidet ihr euch zwischen Sozialpädagogik und Sozialer Arbeit. Zuerst die Pflicht, dann die Kür. Ihr werdet zu einem Allrounder ausgebildet. Während und nach dem Studium spezialisiert ihr euch. Anschließend und wählt ihr einen Bereich, in dem ihr arbeiten möchtet.

Beschreibung und Inhalte

Die einzelnen Studiengänge bilden unterschiedliche Schwerpunkte aus. Unter dem Begriff „Soziale Arbeit“ werden die Fachrichtungen Sozialpädagogik und Sozialarbeit zusammen gefasst. Anhand von Fallbeispielen lernt ihr lösungsorientiertes Denken, ihr lernt zu reagieren und zu intervenieren. Die Lerninhalte fördern eure Problemlösungsfähigkeiten.

Soziale Arbeit und Sozialpädagogik unterscheiden sich aufgrund ihrer Ausrichtung. In der sozialen Arbeit wird den Studierenden auch verwaltungswissenschaftliches Hintergrundwissen vermittelt, die sie auch zur Leitung einer Einrichtung befähigt. Sozialpädagogen sind im außerschulischen Bildungsbereich und in den Erziehungswissenschaften beheimatet. Dies ergibt sich aus der historischen Entwicklung der beiden Fächer. Die soziale Arbeit resultierte aus der Armenfürsorge, die Sozialpädagogik aus der Jugendfürsorge. Das Sozialwesen vereint beide Disziplinen.

Während eures Studiums werden euch Techniken vermittelt, mithilfe derer ihr Menschen, die durch das soziale Netz gefallen sind, wieder auffangt. Ihr ermöglicht ihnen Hilfe zur Selbsthilfe, gebt ihnen das nötige Rüstzeug an die Hand, damit sie künftig wieder auf eigenen Beinen stehen können. Der Studiengang Sozialwesen ist ein recht junger Studiengang, der 1980 eingerichtet wurde. Aufgrund des hohen Praxisbezugs könnt ihr ihn an vielen Fachhochschulen studieren, allerdings nur an wenigen Universitäten. Viele der Fachhochschulen haben kirchliche Träger.

Vorkenntnisse

Ihr bringt ein positives Menschenbild mit und seid offen gegenüber fremden Kulturen. Ihr habt Interesse an der Gesellschaft. Außerdem solltet ihr ein dickes Fell haben und euch nicht alles gleich zu Herzen nehmen, wenn etwas schief läuft. Ihr arbeitet mit Menschen. Sowohl Erfolge als auch Rückschläge gehören zum Tagesgeschäft dazu. Professionelles Arbeiten schließt Mitgefühl ein und Mitleid aus. Wenn ihr diese Fähigkeiten mitbringt, ist ein soziales Studium die richtige Wahl.

Informiert euch vor Aufnahme des Studiums, welche formalen Voraussetzungen ihr erfüllen müsst. Momentan ist der Numerus Clausus relativ hoch. Für das vergangene Semester (Stand: SoSe 2011) lag der höchste erforderliche Notendurchschnitt bei 1,4, der niedrigste bei 3,0. Manche Fachhochschulen wollen vor Studienbeginn auch den Nachweis über ein oder mehrere Praktika. Ein Praktikum ist in fast allen Institutionen möglich. Egal ob im Kindergarten, im Jugendamt oder in den Ministerien der Landes- oder Bundesbehörden. Falls in eurer Bildungseinrichtung kein Praktikum vor Studienbeginn verlangt wird, empfiehlt es sich trotzdem, eins zu absolvieren. So erhaltet ihr einen Einblick in euren späteren Beruf. Mit Zeugnissen und Praktikanachweisen bewerbt ihr euch direkt an der Hochschule. Auch eine abgeschlossene Berufsausbildung, bestenfalls im sozialen Bereich, oder geleistete gesellschaftliche Aktivitäten bringen euch eurem Wunschfach näher. Auswahlgespräche sind an der Tagesordnung. Am besten informiert ihr euch auf den Websites der Hochschulen. Auch die inhaltliche Ausrichtung der einzelnen Studiengänge variiert.

Studiengang

Die Studieninhalte sind interdisziplinär. Neben Theorien und Methoden der Sozialen Arbeit, werdet ihr auch Vorlesungen und Seminare in den Bereichen Pädagogik, Psychologie und Soziologie, aber auch Medizin, Wirtschaft, Rechtswissenschaft und Politik belegen. Am Studienanfang lernt ihr die Grundlagen des Faches kennen. Das Studium ist sehr vielfältig aufgebaut. Es reicht von Propädeutik über Ethik bis zur Rechtswissenschaften. Ihr habt Wahlpflichtmodule, mit denen ihr abseits der pädagogischen Lernpläne eure Allgemeinbildung verbessern könnt.

In den ersten Semestern an der Hochschule werdet ihr mit dem wissenschaftlichen und fachlichen Arbeiten vertraut gemacht. Ihr analysiert gesellschaftliche Entwicklungen, erhebt Daten und wertet sie aus. Eure nötigen Creditpoints erwerbt ihr in Vorlesungen, Seminaren und Übungen. Ihr werdet Referate halten, Essays, Protokolle oder Hausarbeiten schreiben. Ihr präsentiert euer Wissen in mündlichen Prüfungen und Klausuren. Ein Bachelor Studiengang umfasst sechs Semester. Für einen Master-Abschluss studiert ihr noch vier Semester. In den höheren Fachsemestern bildet ihr schließlich ein eigenes Profil aus, indem ihr thematische Schwerpunkte wählt. Theorie und Praxis werden miteinander kombiniert. Auch während des Studiums gehört die Arbeit in sozialen Einrichtungen dazu.

Ein Bachelorabschluss befähigt euch zur Aufnahme einer Arbeit in einer sozialen Einrichtung. Wer Führungspositionen übernehmen möchte, der sollte sein Studium mit einem Master beenden. Dieser kann auch berufsbegleitend studiert werden. Speziell im Master könnt ihr euch für einen Studiengang entscheiden, der euren beruflichen Vorstellungen entspricht. Beispielsweise einen Master in Sozialmanagement oder Klinischer Sozialarbeit.

Berufsaussichten

Egal ob am Schreibtisch oder im persönlichen Umgang, ob als Angestellter oder Leiter - Absolventen aus dem Sozialwesen sind vielfältig einsetzbar. Ihr betreut Drogenabhängige, Obdachlose oder Opfer häuslicher Gewalt. Ihr arbeitet an Schulen oder Kindergärten. Ihr unterstützt Hartz-IV-Empfänger bei Behördengängen oder arbeitet als Streetworker und steht Drogenabhängigen bei ihrem Entzug bei. Eure Arbeitgeber sind im öffentlichen Sektor und bei kirchlichen Verbänden zu finden. Je nach Job braucht ihr anteilnehmende oder gestalterische Fähigkeiten. Auch in der Personalentwicklung könnt ihr zum Zug kommen. Als Experten erarbeitet ihr mit den Unternehmensmitarbeitern neue Strategien und zeigt Perspektiven auf.

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