Wer ist eigentlich diese Fach-Uni?

von Martin Przegendza

Studieren könnt ihr nicht nur dual oder an der Uni, sondern auch an der Fachhochschule (FH).

Wobei das zunehmend nicht der richtige Begriff ist. Viele Fach-Hochschulen, vorrangig in Süddeutschland, nennen sich mittlerweile nur noch „Hochschule“ (HS) oder, angelehnt an das englische „University of Applied Science“, Hochschule für Angewandte Wissenschaft (HAW). Das ist verwirrend, da die meisten beim Wort Hochschule an Universitäten denken.

Andererseits unterstreicht die neue Begrifflichkeit den Wandel der früheren Ingenieurschulen. Sie haben sich geöffnet und decken ein breiteres Spektrum an Studienfächer ab – häufig sogar breiter als das der örtlichen Uni. Der Kernunterschied liegt in der Veranlagung. Während Universitäten die wissenschaftliche Forschung in den Vordergrund rücken und mittels Promotion und Habilitation Forscher-Nachwuchs generieren, hat die FH einen anwendungsorientierten Schwerpunkt.

FH-Studium: mehr Praxisbezug

Daraus ergibt sich, dass ein FH-Studium in der Regel mehr Praxisbezug hat. Pflichtpraktika, Kooperationen mit Betrieben (beispielsweise im Maschinenbau) und ein wirtschaftsnaher Studienplan zeugen davon. Die Verwebung mit der freien Wirtschaft ist eines der Hauptargumente für die FH. Im direkten Vergleich mit Universitäten fällt es Fachhochschul-Absolventen leichter einen Job nach dem Studium zu finden. Absolventen haben häufig erste Praxiserfahrungen, kommen also nicht als Fach-Idiot im Betrieb an.

Die Kehrseite ist, dass ihr an der FH nicht promovieren könnt. Ihr erwerbt zwar regulär den Bachelor und anschließend den Master, müsst für das Dr. vor eurem Namen aber an eine Uni wechseln. Dort steht ihr dann vor dem Problem, dass nicht alle Leistungen anerkannt werden. Papierkriege, die Zeit und Nerven kosten, sind die Folge. Zudem haben es FH-Absolventen nicht so leicht, einen Doktorvater zu finden. Logisch, da ihr für Uni-Profs Unbekannte seid.

Fach-Abi reicht

Für den einen oder anderen sicherlich nicht uninteressant ist auch, dass man für ein FH-Studium nicht zwingend das Abi braucht. Fach-Abi oder Meister-Titel sind ebenfalls eine Eintrittskarte in die Fachhochschule.

Vergleicht man ein FH-Studium mit dem Studium an einer Universität (sehr theoretisch) und dem Dualen Studium (viel Praxis im Betrieb, theoretischer Hintergrund an der Uni), liegt die Fachhochschule genau dazwischen. Der Praxisbezug ist unverkennbar, gibt sich aber mit der Theorie die Klinke in die Hand. Da es aber keinen Wechsel zwischen Hochschule und Betrieb gibt, sondern lediglich Pflichtpraktika, ist die Arbeitsbelastung nicht so groß wie im Dualen Studium. Durch die Enge Zusammenarbeit mit der freien Wirtschaft haben Fachhochschul-Absolventen dennoch sehr gute Berufsaussichten.

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