UNICUM schaut: Cowboys & Aliens

von Martin Przegendza
Ein Film über Cowboys & Aliens
Foto: Paramount

Es gibt nur wenige Filme, deren Titel die Handlung so gut beschreibt wie Cowboys & Aliens. Der Film bietet nämlich genau das: Cowboys und Aliens. Eine wüste Genre-Mischung, die weder Fisch, noch Fleisch ist.

Man möchte den Machern alleine für die Idee Western und Sci-Fi zusammenzubringen beglückwünschen. Die Vorzeichen standen gut: James Bond (Daniel Craig) und Indiana Jones (Harrison Ford) kämpfen als Cowboys gemeinsam gegen Aliens.  Vom mutigen Genre-Mix abgesehen scheinen den Drehbuchautoren jedoch die Ideen ausgegangen zu sein. Außer Cowboys und Aliens gibt es nämlich nicht viel zu sehen.

Alles beginnt, wie könnte es anders sein, mit einem namenlosen Cowboy in der Wüste (Daniel Craig), der ohne Gedächtnis aufwacht. An seinem Arm befindet sich eine silberne Apparatur, deren Ursprung er sich nicht erklären kann. Erst als er die nahegelegene Wüstenstadt Silver City erreicht, kommt Licht ins Dunkel. Er hört auf den Namen Jake Lonergan und ist ein gesuchter Postkutschenräuber, auf den ein Kopfgeld ausgesetzt ist, wie der ansässige Sherriff Taggart (Keith Carradine) ihm verrät. Noch bevor der Arm des Gesetzes den Outlaw an die Bundesbehörden ausliefern kann, wird Silver City von Außerirdischen angegriffen. Sie legen das Städtchen in Schutt und Asche und nehmen Geiseln. Lonergan, Taggart und der kauzige Viehmogul Woodrow Dolarhyde (Harrison Ford) machen sich am nächsten Morgen auf, die extraterrestrischen Invasoren in die Flucht zu schlagen.

Verschenktes Potenzial

An sich eine nette Prämisse, die für viel Spaß, launige Querverweise und Zitate sorgen könnte. Der überschaubare Plot wird aber durch übermäßig viele unbedeutende Nebencharaktere aufgebläht. Dolarhydes Sohn Percy (Paul Dano, There will be blood), ein Salonbesitzer (Sam Rockwell, Confessions of a dangerous mind) und die obligatorische geheimnisvolle Schönheit (Olivia Wilde, Dr. House) lenken mehr von der Haupthandlung ab, als dass sie einen substanziellen Beitrag leisten würden.

Das ist angesichts der Hauptdarsteller, die ihre Sache ausgesprochen gut machen, doppelt schade. Craig als unterkühlter Held und Ford als kauziger Anti-Held, das passt. Wie auch die Inszenierung. Iron Man Regisseur Jon Favreau zaubert eine glaubhafte Westernwelt auf die Leinwand. Auch die Alien-Action-Einlagen – wenn auch spärlich eingesetzt – überzeugen. Leider war es das dann auch schon. Für 119 Minuten Film (135 in der vorliegenden Extended Edition) ist einfach zu wenig Handlung da. Es wäre vermutlich besser gewesen, den titelgebenden Kernkonflikt zu intensivieren und die Nebenkriegsschauplätze zurückzufahren. Eventuell hätte auch Jon Favreaus Spezi Robert Downey Jr. (Iron Man), der ursprünglich für die Rolle des Jake Lonergan vorgesehen war, mit seiner Art dem Film gutgetan. An seiner Abwesenheit liegt es aber nicht, dass sich Cowboys & Aliens so mittelmäßig und halb gar anfühlt. 

Die verrückte Ausgangsidee, die übrigens, wie so oft im heutigen Hollywood, auf einer Graphic Novel beruht, wurde leider zu inkonsequent umgesetzt. Das verschenkte Potenzial zieht den Filmspaß dabei weit mehr runter, als die dramaturgischen Schwächen. Dennoch macht Cowboys & Aliens über Strecken Spaß. Davon abgesehen gibt es nicht allzu viele Filme, in denen Marlboro-Männer auf E.T.s aggressive Artverwandte treffen.  Mit einer gekonnteren, geradlinigeren Mischung hätte Cowboys & Aliens ein richtiger Knaller werden können. So ist der Streifen aber weder Fisch, noch Fleisch.


Blu-ray Cover Cowboys & Aliens

 

 

Cowboys & Aliens

Sci-Fi Western, USA 2011

Regie: Jon Favreau

Darsteller u.a.: Daniel Craig, Harrison Ford, Keith Carradine, Sam Rockwell, Olivia Wilde

Verleih: Paramount Home Entertainment

VÖ: 13.01.2012

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