UNICUM schaut: Der Mandant

von Martin Przegendza
Matthew McConaughey in Der Mandant
(c) Universum Film

Gute Gerichtsthriller sind rar geworden – was zum Großteil am enormen Erfolg von US-TV-Serien wie CSI und Law & Order liegt. Der Mandant bringt den Gerichtssaal endlich wieder sehenswert auf die große Leinwand.

Wenn es im Fernsehen an einem nicht mangelt, dann sind es Polizei- und/oder Gerichtssendungen. Neben der Institution Tatort streiten sich noch dutzende weitere Serien um die Zuschauergunst: CSI mit seinen diversen Ablegern, Law & Order, The WireThe Shield … Die Liste ließe sich schier endlos weiterführen. Angesichts dieser Überversorgung ist das Filmgenre des Justizthrillers förmlich ausgetrocknet. Die Tage der großen John Grisham Romanverfilmungen schienen gezählt – trotz der großen Qualität von Das Urteil, Die Jury und Die Firma. Zum Glück gibt es neben Grisham auch noch andere erfolgreiche Autoren, die spannende Stoffe für die große Leinwand liefern. Wie im Falle von Michael ConnellyDer Mandant.

Mickey Haller (Matthew McConaughey) ist Anwalt. Er ist kein Matlock und keine Ally McBeal, eher ein Lionel Hutz. Seine Geschäfte organisiert er aus seinem Lincoln Town Car heraus, während er sich von einem zahlungsunfähigen Mandanten durch die Stadt chauffieren lässt. Haller steht öfters auf der Seite der bösen Jungs. Probleme bereitet es ihm nicht. Das soll sich ändern, als ihm die Verteidigung eines reichen Playboys angeboten wird. Louis Roulet (Ryan Phillippe) soll eine Prostituierte vergewaltigt haben. Die Beweislage spricht gegen den Angeklagten, doch Haller zweifelt an der Anklage. Je tiefer er sich in den Fall hineingräbt, desto gefährlicher wird es für ihn.

Windig wie ein Aal

Eigentlich ist Der Mandant ein klassischer Justiz-Thriller, der gekonnt inszeniert die gewohnten Plotwendungen bietet. Die guten Darsteller und die gelungene Charakterzeichnung heben den Film aber aus der Masse heraus. Matthew McConaughey ist dabei die perfekte Wahl für den im Original titelgebenden Lincoln Lawyer. Gleichzeitig charismatisch und abstoßend, verkörpert er einen Advokaten, der sich windig wie ein Aal durch die Lücken des Justizsystems windet. Wirklich sympathisch ist das nicht. Dass die Figur den Zuschauer dennoch fesselt, ist McConaugheys Schauspiel zu verdanken.

Doch auch die Nebendarsteller tragen zum Erfolg von Der Mandant bei. Nur zu gerne möchte man an Ryan Phillippes Unschuld glauben. Die eine oder andere überraschende Plotwendung lassen ihn aber immer wieder in einem anderen Licht erscheinen. Wirklich großartig sind jedoch William H. Macy, der Hallers besten Freund Frank Levin spielt und Marisa Tomei als Hallers Ex-Frau. Wohl jedem Regisseur, der auf solch ein Personal zurückgreifen kann.

Brad Furman hat aber noch mehr richtig gemacht. Der Regisseur zeichnet ein eindrucksvolles Bild von Los Angeles, irgendwo zwischen heruntergekommenen Straßen samt ihrer Gangs und der Dollar-Gesellschaft von Beverly Hills. Schnell wird klar, dass Geld Macht und Macht Straffreiheit bedeutet. Alles dazwischen erklärt Der Mandant in 118 rasanten Minuten. Einzelne Storyelemente entwickeln sich dabei sehr schnell – wer Probleme hat, Informationen schnell zu verarbeiten, wird hier nicht glücklich. Alle anderen dürfen sich auf den besten Justiz-Thriller der letzten Jahre freuen.



Der Mandant erscheint auf Blu-ray und DVD

 

 

 

Der Mandant

Thriller, USA 2011

Regie: Brad Furman

Darsteller u.a.: Matthew McConaughey, Ryan Phillippe, William H. Macy, Marisa Tomei

Verleih: Universum Film GmbH

VÖ: 02.12.2011

Verwandte Themen im Forum

How I met your mother - HIMYM - Wer ist die Mutter?
Flocke16|
Welche Filme sollte ich sehen?
smeagol|
Super radiosendung gefunden, richtig geil!
camembert|
Ich war im Kino und plötzlich kam ein Film!
Salome|

UNICUM Newsletter

Hier die UNICUM Newsletter bestellen ! (Link)