UNICUM schaut: Sucker Punch

von Martin Przegendza
Zack Snyder liefert mit Sucker Punch erstmals ein komplett eigenständiges Werk ab.
(c) Warner Bros Entertainment Inc.

Sucker Punch ist ein filmgewordenes Enigma. Ob Traum oder Alptraum, muss jeder für sich entscheiden.   

Sucker Punch ist wie ein Fiebertraum: Grotesk, überladen, hektisch und wirr. Aber auch unterhaltsam. Im Kern geht es um ein zierliches Mädchen, das auf den Namen Babydoll (Emily Browning) hört. Nach einer Familientragödie landet Babydoll in einer Irrenanstalt – wo eine Lobotomie auf sie wartet. Kurz vor dem Eingriff schließt sie die Augen – und wacht in einem burlesken Bordell auf. 

(c) Warner Bros Entertainment Inc.

Dort freundet sie sich mit Rocket (Jena Melone), Sweet Pea (Abbie Cornisch) Blondie (Vanessa Hudgens) und Amber (Jamie Chung) an. Die fünf planen kurzerhand auszubrechen. Dafür braucht das Gespann fünf Gegenstände: Eine Karte, ein Feuerzeug, ein Messer und einen Schlüssel - essentielle Dinge für jeden Ausbruch - sowie einen geheimen Gegenstand, der Babydolls Leben für immer verändern wird. 

Glücklicherweise kann Babydoll die Bordellbesucher in Trance tanzen – was den vier anderen Zeit gibt, die benötigten Gegenstände zu stehlen. Das zierliche Mädchen schließt erneut die Augen – und erwacht nacheinander in einem antiken japanischen Tempel (inklusive riesiger Dämonen-Samurai); einem Fantasy-Schloss voller Orks und feuerspeiender Drachen; in den Schützengräben des ersten Weltkriegs (belagert von Zombie-Nazis); und in einem Zug auf schwebenden Gleisen, in dem eine Bombe tickt und der von Kampfrobotern bewacht wird.

Rasante Achterbahnfahrt mit Videospiel-Ästhetik

Das alles macht herzlich wenig Sinn, ist aber fantastisch anzuschauen. Vor allem die Traum-im-Traum-Sequenzen mit ihren Drachen, Steam-Punk-Nazi-Zombies und Riesen-Samurai machen unglaublich Spaß. Snyder nutzt sein ganzes visuelles Repertoire und schafft Traumwelten, in denen sich nicht nur koffeeinsüchtige Videospieler mit ADHS verlieren können.

Nicht-Spieler und Hirnakrobaten dürften sich mit dem Streifen jedoch schwertun. Der 18 Minuten längere Extended Cut bügelt zwar viele Ungereimtheiten der Kinofassung aus. Erst dort macht das Ende wirklich Sinn (was zu großen Teilen an Mad Men-Darsteller Jon Hamm liegt). Am (über-)ambitionierten Konzept des Films ändert das herzlich wenig.




Sucker Punch

Regie: Zack Snyder

Darsteller: Emily Browning, Abbie Cornish, Jena Malone, Vanessa Anne Hudgens, Jamie Chung

Verleih: Warner Home Video

VÖ: 5. August

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