Area 4 2011: Logbuch - Teil 2

von Roman Milenski

"Let's go Murphys!"

Der Freitag steht größtenteils im Zeichen des Post-Hardcores. Disco EnsembleIgnite und Hot Water Music sorgen seit dem späten Nachmittag für stickige Luft im Zelt. Abends auf der Main Stage tun Jimmy Eat World das, was alle von ihnen erwarten: einen alten Knaller nach dem anderen auftischen. Und das auch noch in einer handwerklich einwandfreien Performance. Bei den Songs ihres bedeutendsten Albums Bleed American, ist die Stimmung dementsprechend mitreißend.

Damit holen sich die Jungs aus Arizona auch den Tagessieg, denn die Headliner von Thirty Seconds To Mars enttäuschen. Eine teure Bühnenshow ist eben doch nicht alles, wenn der Mischer pennt und Frontmann Jared Leto sich den einen oder anderen Texthänger erlaubt. Ein verfrühter Abschied vom Feld vor der Bühne ist darum weniger tragisch, zumal der Lüdinghausener Flugplatz nachts arktische Temperaturen aufweist.

Das Kaiserwetter am Samstag lässt den Flop vom Vorabend allerdings schnell vergessen. Im schwül warmen Zelt gibt’s viel aus der sittsameren Indie-Ecke. Grob gesagt. Thees Uhlmann & Band zum Beispiel. Die Auftritte von Kakkmaddafakka (Anm. d. Red.: keine Anspielung auf englische Schimpfwörter, sondern bandinternes Kauderwelsch), Feeder oder Rival Schools liefern dann wiederum auch wildere Situationen. 

"Wild" ist ebenso auf und vor der Main Stage das Motto. Mit No Use For A Name stimmt eine Legende des kalifornischen Skate-Punks die Menge noch relativ milde ein. Das mexikanische "Fußballteam" von Panteón Rococó, mit über den Daumen gepeilt zehn bis zwölf Musikern auf der Bühne, lässt durch, oft politisch links motivierte, Latino-Ska-Punk-Rhythmen dann schon erstes Chaos ausbrechen. 

Zum Tagesfinale trumpfen zunächst die Melodic-Corer von NOFX auf. Das heisst, wenn sie denn mal ihre Punk-Riffs à la "Bob" oder "Don't Call Me White" zum Besten geben. NOFX-typisch, bestehen gefühlte drei Viertel des Sets aus politisch inkorrekten und / oder zotigen Witzen. 

Als Headliner, wie den Tag über mit immer wiederkehrenden "Let's go Murphys!"-Rufen vehement gefordert, dann Dropkick Murphys. Es gibt kein Halten mehr. Dudelsack, Pogo, Bengalische Feuer. Al Barrs Whiskey-Gesang lässt die Menge entarten. Als Highlight covern die Murphys zusammen mit NOFX AC/DC's "TNT". Tausende Fäuste schlagen rhythmisch in die Luft.


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