UNICUM hört: Chiddy Bang "Breakfast"

Nach der gefeierten Single "Ray Charles" erscheint am 2. März das Debütalbum des HipHop-Duos

von Barbara Kotzulla
Foto | EMI

Mit gut gelaunten HipHoppern ist das immer so eine Sache: Wollen sie witzig sein, wird's meist albern, wollen sie cool sein, wird's meist peinlich. MC Chiddy Anamege und DJ/Produzent Noah "Xaphoon Jones" Beresin alias Chiddy Bang gelingt auf ihrem ersten Album "Breakfast" der Spagat zwischen funkigen Beats, durchdachten Reimen und angesagtem Sound.

"Diese Jungs sind das nächste große Ding!" – Nicht nur das US-amerikanische Szene-Magazin Spin überschlägt sich vor Euphorie angesichts des Debütalbums von Chiddy Bang. Mit "Breakfast" scheinen Rapper/MC Chiddy Anamege und Produzent Noah "Xaphoon Jones" Bersin den Zeitgeist der internationalen Musiklandschaft getroffen zu haben. Ihre Mixtur geht auf: Man nehme eine gute Handvoll Soul, Funk, Electro und HipHop, würze sie mit ausgefeilten Texten und streue über jeden einzelnen Track eine Portion Augenzwinkern, Chartstauglichkeit und Coolness. 

Ihre Herkunft können Chiddy Bang dabei kaum verbergen: 2008 lernt sich das Duo an der Uni kennen. Kurz danach landete ihr selbst produziertes Mixtape erst auf myspace, dann in den Player jeder College-Party. Am Ende wurde "The Swelly Express" fast 100.000mal runtergeladen. Eine neue Internet-Sensation war geboren.

Es ist Chiddys und Noahs großem Talent und Ehrgeiz anzurechnen, dass sie den Weg vom Netz auf die richtig großen Bühnen geschafft haben: "In den letzten beiden Jahren haben wir uns von Auftritten bei Studentenparties bis hin zu Festivals wie Glastonbury gespielt. Wir haben uns ziemlich viel Zeit genommen, um unseren Sound und die besten Beats und Reime zu finden."

Ein Schnellschuss ist "Breakfast" in keinem Fall: Jeder Track ist erstklassig produziert, jeder Beat sitzt, jeder Chorus geht ins Ohr. Chiddy Bang zielen auf den Mainstream, bleiben aber gleichzeitig den Prinzipien des undergroundigen HipHops treu. Ein anspruchsvolles Rap-Album für die Massen, das zudem auch noch beim Hören richtig Spaß macht: Das muss dem Duo erst einmal einer nachmachen. 

Mit "Ray Charles" ist am 24. Februar die erste Singelauskopplung aus dem Album erschienen. Ein funkiger Ohrwurm, der die Richtung vorgibt. Zwar lassen sich auf dem Longplayer durchaus härtere und düstere Lieder finden, aber selbst über diesen Songs schwebt eine entspannte Coolness. Das Fazit nach insgesamt 14 Tracks auf "Breakfast": Ja, von Chiddy Bang können wir noch einiges erwarten.


Chiddy Bang

Breakfast

EMI/Parlophone Records

VÖ.: 02.03.2012

Für Fans von: Guter Laune, satten Beats, einer "Mal-Bock-auf-HipHop"-Attitüde, den Beastie Boys, Outkast

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