UNICUM hört: Usher "Looking 4 Myself"
Das neue Album des US-Superstars

- Foto: Francesco Carrozzini
Mit seinem siebten Studioalbum „Looking 4 Myself“(VÖ 8. Juni) kündigt RnB-Sänger Usher eine Revolution an. Ob ihm die gelingt? Zumindest holte sich der mehrfache Grammy-Gewinner Unterstützung von namhaften Musikern wie Diplo, Pharrell Williams, Swedish House Mafia oder Will.I.Am.
Zwei Jahre mussten Ushers Fans nach "Raymond v. Raymond" 2010 auf das neue Album warten. Die beiden Single-Auskopplungen "Climax" und "Scream" geben bereits einen ersten Vorgeschmack und wecken die Erwartungen an das Album Looking 4 Myself. Doch mit den beiden Hits allein lässt sich die musikalische Bandbreite des US-Amerikaners noch nicht beschreiben. Trotzdem: Eine Revolution klingt anders. Zumal der RnB-Sänger neben all den Stil-Mix-Experimenten seine musikalischen Wurzeln im Vergleich zum Vorgängeralbum "Raymond v. Raymond" nicht vergisst.
PARTYTAUGLICHE HITS
Mit "Scream" verfolgt Usher eine Strategie, mit der momentan viele Künstler – allen voran David Guetta und Taio Cruz – ganz gut fahren: nämlich mit eingängigen Refrains, tanzbaren Beats und dem passenden Motto den Dancefloor füllen. Wer diese partytauglichen Hits mag, wird auch Gefallen an "Can’t Stop won’t Stop", "Numb" oder "Euphoria2 finden. Alles durchgängig chartstaugliche Nummern für die breite Masse und nicht nur für die eingefleischten Fans. Wie man mit letzterem Titel nicht nur in die Discos lockt, sondern auch die Chartspitze erobert und für mächtig Euphorie sorgt, macht Grand-Prix-Siegerin Loreen ja gerade vor. Vielleicht nicht ganz so mainstreamtauglich, dafür umso cooler kommt "Twisted" daher. Den retro-angehauchten Song produzierte Usher zusammen mit Pharrell Williams.
SOULIGE BALLADEN
Für die Leadsingle "Climax" (s. Video) holte sich Usher mit Diplo ebenfalls einen prominenten Partner an seine Seite. Mit der wenig instrumentierten Electrosoul-Nummer, die bereits im Februar rauskam, schlagen die beiden deutlich leisere Töne an. Doch es geht noch wesentlich softer bei dem Mann mit der Samtstimme. Absolute Balladen-Highlights sind "Sins of my Father" und "I Care For U". Bei Letzterem liegt ein gewisser Michael-Jackson-Spirit in der Luft, der mit der Ähnlichkeit zum "Earth Song" für reichlich Gänsehaut sorgt.
Den gleichnamigen Song zum Albumtitel Looking 4 Myself könnte man sich auch in der Fernsehwerbung vorstellen. Woran das liegt? Vielleicht daran, dass Luke Steele, Mitglied des australischen Popduos Empire Of The Sun, seine Finger im Spiel hat. Schließlich bringt man "Walking on a dream" und "We are the people" als Erstes mit koreanischen Autos und einem Mobilfunkanbieter in Verbindung.
BACK TO THE ROOTS
Insgesamt wird deutlich, dass Usher mit Looking 4 Myself doch lieber wieder gewohnte Wege geht. Auch wenn einige Lieder sehr poplastig sind, taucht der smarte US-Amerikaner nicht allzu sehr in der Clubszene ab, sondern macht, was er am besten kann: RnB. Ein abwechslungsreiches, siebtes Studioalbum ist ihm trotzdem gelungen.
USHER
Looking 4 Myself
Sony Music
VÖ: 08. Juni 2012
Für Fans von: einem Mix aus dancen und chillen, RnB (Slow Jam- und Uptempo gleichermaßen) und dem „alten“ Usher, die sich nicht an den poplastigen Einflüssen stören.









