FSJ, FÖJ, FKJ, ADiA – wenn's mal wieder länger dauert

von Martin Przegendza

Nicht immer muss auf das Abitur sofort die Uni oder Ausbildung folgen. Wir stellen euch Alternativen vor, die euch bei der beruflichen Orientierung helfen können.

Was will ich werden? Die Frage, die die gesamte Schulzeit bestimmt. Einige wissen von Klein auf, was sie werden wollen, andere haben auch nach dem Abi noch keinen Plan. „Irgendwas mit Medien“ lautet eine häufige Antwort, oder: „Ich will nah am Menschen/in der Natur arbeiten“. Wie der spätere Beruf genau aussieht, wissen sie nicht. In diesem Fall ist es keine gute Idee, einfach drauflos zu studieren oder wahllos eine Ausbildung zu machen. Meistens ist dies ohnehin nicht mehr möglich – die Bewerbungsfristen für ein Studium sind vor dem Abi abgelaufen. Die besten Ausbildungsplätze sind ebenfalls bereits vergeben. Glücklicherweise ist die Lage nicht so vertrackt, wie sie klingt. Durch Freiwilligendienste, Praktika, Au-Pair-Tätigkeiten, etc., könnt ihr in die verschiedensten Berufsfelder hineinschnuppern. Zusätzlicher Bonus: Ihr überbrückt die Wartezeit bis zur nächsten Bewerbungsphase.

Freiwilliges ...

... soziales Jahr. Das FSJ ist der bekannteste Freiwilligendienst. Es dauert in der Regel zwölf Monate, kann aber auch auf sechs Monate verkürzt oder 18 Monate verlängert werden. Das Einsatzgebiet umfasst den sozial-karitativen und gemeinnützigen Bereich und reicht vom Dienst im Krankenhaus, über Alten- und Pflegeheime, bis hin zu Förderschulen und Einrichtungen für Menschen mit Behinderung. Ihr arbeitet Vollzeit in der jeweiligen Einrichtung und bekommt, je nach Träger und Bundesland, eine Vergütung von ca. 300 Euro. Darüber hinaus habt ihr Anspruch auf pädagogische Begleitung. Unabhängig von der Länge des FSJs, werden ein Einführungs-, ein Zwischen- und ein Abschlussseminar durchgeführt, deren Länge mindestens fünf Tage beträgt. Leistet ihr die gesamten zwölf Monate, habt ihr Anspruch auf 25 Seminartage, sowie 26 Tage Urlaub.

... ökologisches Jahr. Beim FÖJ gelten dieselben Rahmenbedingungen wie beim FSJ, nur dass sich die Einsatzorte maßgeblich unterscheiden. Ökologisch Interessierte können in die Landwirtschaft und den Gartenbau hineinschnuppern, in Umwelt- und Naturschutzorganisationen mitwirken oder bei einem Forstbetrieb mitarbeiten. Dank der guten Rahmenbedingungen bietet das FÖJ einen tiefen Einblick in naturverbundene Berufe.

... kulturelles Jahr. Das FSJ-Kultur ist eine Sonderform des „normalen“ freiwilligen Sozialen Jahrs. Statt sozial-karitativ, engagiert ihr euch in der Kulturarbeit. Das Besondere: Ihr dürft selbstständig Projekte durchführen und eure künstlerischen Ideen verwirklichen. Kreative Geister finden im FSJ-Kultur eine spannende Möglichkeit hinter die Kulissen zu schauen und Kontakte zu knüpfen.

Allen Freiwilligendiensten gemein ist, dass ihr neben der Vergütung Anspruch auf Kindergeld habt. Darüber hinaus können alle Dienste sowohl im In-, als auch im Ausland geleistet werden können. Eure Bewerbung richtet ihr in der Regel direkt an den Träger, der sich dann um alles Weitere kümmert. Wichtig für Zivis: Der Freiwilligendienst kann als Ersatzdienst angerechnet werden. Vorraussetzung dafür ist allerdings, dass ihr euch ein ganzes Jahr engagiert (der Zivi geht nur sechs Monate).

FÖJ: foej.net
FKJ: www.fsjkultur.de
FSJ: www.pro-fsj.de
Freiwilligendienste im Ausland: www.ijgd.de


Zivildienst

Es ist selten schön, wenn man zu etwas gezwungen wird. Jungs können nach dem Abi ein Lied davon singen. Pünktlich nach der Zeugnisübergabe ruft der Staat. Sie stehen vor der Wahl: Kriegsdienst an der Waffe oder Zivildienst. Die ärgerliche Pflicht kann aber ein Segen sein. In den sechs Monaten des Ersatzdiensts könnt ihr euch klar werden, was ihr später werden wollt.

Als Zivi könnt ihr prinzipiell überall dort Dienst leisten, wo auch ein Freiwilligendienst möglich ist. Daraus ergibt sich eine breite Palette an Berufsfeldern, in die ihr hineinschnuppern könnt – zu einem wesentlich besseren Lohn. Zivis erhalten fast doppelt soviel wie FSJler.

Leider funktioniert der Zivildienst als Brückenzeit bis zum Studium nicht mehr. Durch die Verkürzung des ehemals neunmonatigen Diensts auf nunmehr sechs Monate, steht ihr nach dem Zivi genauso zwischen den Stühlen, wie nach dem Abi.

Eine Möglichkeit die Wartezeit zu verringern, ist der Andere Dienst im Ausland (ADiA). Der Auslands-Zivildienst dauert mindestens elf Monate und gleicht dem FSJ im Ausland fast bis aufs Haar. Ihr arbeitet in sozialen Einrichtungen, Jugendherbergen oder Sprachschulen, lernt eine neue Kultur kennen und vertieft eure Sprachkenntnisse.  

ADiA: www.fsj-adia.de
Zivi: www.zivildienst.de

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