Tipps für das Schreiben eines Aufsatzes

von Janina Finkemeyer
Tipps für das Schreiben eines Aufsatzes
Foto: Thinkstock

Jeder Schüler muss sich mit dem Thema Aufsatz schreiben auseinandersetzen. Nicht nur im Deutschunterricht, sondern teilweise auch in Geschichte, Politik, Kunst oder Sowi kommt ihr um das Schreiben nicht herum. Mit ein paar Tipps ist das Schreiben eines Aufsatzes gar nicht mehr so schwer.

Vorbereitung

Die Vorbereitung ist das A und O eines guten Aufsatzes. Bevor ihr mit dem Schreiben anfangt, überlegt ihr was ihr genau schreiben und aussagen wollt. Da in einer Klausur das Thema vorgegeben ist, macht ihr euch zu Beginn mit der Thematik und Aufgabenstellung vertraut. Bei einer Hausaufgabe kann es auch mal sein, dass ihr euch selbst ein Thema ausdenken könnt. Wählt dann ein Thema, mit dem ihr euch schon gut auskennt und das euch wirklich interessiert. Es ist immer leichter, etwas zu bearbeiten, an dem ihr auch Interesse habt.

Anschließend macht ihr euch Gedanken über die konkreten Inhalte und schreibt stichpunktartig eure Gedanken zu der Thematik auf. Wenn euer Aufsatz einen vorliegenden Text behandelt, müsst ihr diesen unbedingt mehrmals durchlesen, bevor ihr mit der richtigen Bearbeitung anfangt. Danach untersucht ihr ihn auf sprachliche Auffälligkeiten und filtert alle rhetorischen Mittel heraus. In Stichpunkten notiert ihr euch die Bedeutung der Stilmittel und weitere Gedanken zu dem Thema.

Eine Mind Map kann helfen, die Stichpunkte zu strukturieren. Es ist nicht schlimm, wenn euch zu manchen sprachlichen Mitteln keine genaue Bedeutung einfällt. Konzentriert euch auf die Dinge, die euch sofort auffallen und die ihr auch interpretieren könnt. Es ist besser, wenige Stilmittel genau zu analysieren und ihre Bedeutung für den Text zu erklären, als möglichst viele Auffälligkeiten zu nennen, aber nicht zu deuten. Wenn ihr dann mit dem Thema gut vertraut seid und eure Stichpunkte grob geordnet habt, könnt ihr anfangen zu schreiben.

Gliederung

Einleitung: In der Einleitung führt ihr den Leser an das Thema des Aufsatzes heran und versorgt ihn mit den wichtigsten Informationen. Dazu gehört die Art des Aufsatzes (Interpretation, Erörterung oder ähnliches) und wenn ihr euch auf einen anderen Text bezieht, auch der Autor, das Erscheinungsjahr und eine kurze Inhaltsangabe. Analysen und eure eigene Meinung haben in der Einleitung nichts zu suchen. Wichtig: Haltet euch so kurz wie möglich! Die Einleitung sollte nie mehr als fünf bis zehn Prozent des ganzen Aufsatzes einnehmen.

Hauptteil: Der Hauptteil ist das Herzstück des Aufsatzes. Die wichtigsten Handlungen, sämtliche Deutungen und Erklärungen gehören in diesen Teil. Achtet darauf, sprachliche Auffälligkeiten nicht nur zu benennen, sondern auch zu analysieren. Eure eigene Meinung darf noch nicht zum Ausdruck kommen.

Schluss: Wie die Einleitung, darf auch das Ende nicht mehr als fünf bis zehn Prozent des gesamten Aufsatzes ausmachen. Ihr fasst eure Ergebnisse kurz und knapp zusammen und gebt eure eigene Meinung preis. Wichtig: Es dürfen keine neuen Erkenntnisse hervorgebracht werden. Ein knackiger Schlusssatz mit der wichtigsten Erkenntnis aus dem Hauptteil rundet euren Aufsatz ab. 

Es gibt viele Arten von Aufsätzen: Interpretationen, Beschreibungen, Erörterungen, Nacherzählungen, Charakterisierungen, Inhaltsangaben, Berichte.... Besonders häufige Formen von Schulaufsätzen stellen wir euch ein bisschen genauer vor.

Interpretation

Einer Interpretation liegt immer ein vorgegebener Text zugrunde. Das kann zum Beispiel ein Gedicht, eine Kurzgeschichte oder ein Auszug aus einem Buch sein. Eine besonders große Rolle bei einer Interpretation spielen rhetorische Mittel. Außerdem müsst ihr die zu interpretierende Stelle in den Gesamtkontext einordnen. Vor allem bei Gedichten sollte auch der zeitliche Aspekt nicht außer Acht gelassen werden: Wann wurde das Gedicht geschrieben? Welche politischen Ereignisse fanden zu der Zeit statt? Wo lebte der Autor?

Eure Interpretation baut ihr entweder chronologisch oder thematisch auf. Bei einer chronologischen Ordnung bearbeitet ihr alle sprachlichen Mittel und sonstigen Auffälligkeiten in der Reihenfolge, wie sie auch im vorliegenden Text erscheinen. Bei der thematischen Ordnung bildet ihr Themenblöcke aus euren Stichpunkten und arbeitet diese nacheinander ab. Wichtig ist, dass ihr nicht nur die einzelnen Punkte nennt, sondern auch immer analysiert.

Erörterung

In einer Erörterung stellt ihr euren Standpunkt zu einem bestimmten Thema dar. Entweder ist die Erörterung frei oder textgebunden. Bei beiden Formen, formuliert ihr in der Einleitung eures Aufsatzes die Hauptfragestellung (zum Beispiel „Ist das Turbo-Abi sinnvoll?“) und erörtert im Hauptteil Pro- und Kontraargumente. Jedes Argument wird dabei mit einer These eingeleitet („Das Turbo-Abi ermöglicht einen frühen Berufseinstieg.“), durch weitere Argumente gefestigt und mithilfe von Beispielen verdeutlicht. Im Schlussteil greift ihr die konkrete Fragestellung aus der Einleitung wieder auf und gebt in einer kritischen Stellungnahme eure eigene Meinung dazu preis.

Bei einer textgebundenen Erörterung, habt ihr einen Text vorliegen, der sich mit einer bestimmten Fragestellung beschäftigt und schon verschiedene Argumente aufweist. Wie bei einer Interpretation, müsst ihr aus dem Text die rhetorischen Mittel herausfiltern und deuten. Außerdem solltet ihr bei der textgebundenen Erörterung die Argumentationsweise des Autors erläutern. Sind die Thesen schlüssig und die aufgeführten Argumente mit passenden Beispielen belegt? Des Weiteren fügt ihr eigene Argumente hinzu und gebt eine persönliche Stellungnahme ab.

Charakterisierung

Bei einer Charakterisierung stellt ihr eine Person aus einer Schullektüre dar. Beachtet dabei das äußere Erscheinungsbild, die soziale Situation, bestimmte Eigenarten der Person, die Denkweise, Gefühle und den Umgang mit anderen Personen. Alle Merkmale die die Person aufweist, sollten in der Charakteristik vorkommen. Durch Zitate könnt ihr eure Charakterisierung belegen. Am Ende des Aufsatzes könnt ihr eure eigene Einschätzung zu der Person abgeben und beispielsweise herausarbeiten, welchen Einfluss der Charakter auf die gesamte Handlung hat.

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