Tipps für die mündliche Abiturprüfung

von Ann-Christin von Kieter
Frau vor Mikrophonen

Für viele Abiturienten ist die mündliche Prüfung ein wahres Horrorszenario. Das liegt vor allem an der unangenehmen Vorstellung „ausgequetscht“ zu werden und der Angst vor einem möglichen Blackout.

Wissen gibt Selbstsicherheit

Vorbeugen könnt ihr am besten, indem ihr euch besonders gut vorbereitet und für euer viertes Fach genauso lernt, wie für die Klausuren. Denn: Wissen gibt Selbstsicherheit. Ihr könnt euch auch im Vorfeld überlegen, welche Fragen wohl gestellt werden und euch passende Antworten dafür zurechtlegen. Pluspunkte könnt ihr sammeln, indem ihr Zitate an den richtigen Stellen einbringt. Auch das lässt sich prima vorbereiten. Im Gegensatz zu späteren mündlichen Prüfungen, die euch im Studium vielleicht begegnen, hat die Abiturprüfung den großen Vorteil, dass ihr zunächst eine zuvor bearbeitete Aufgabe präsentiert. Dadurch wird euch der Einstieg enorm erleichtert.

Die Vorbereitungszeit effektiv nutzen

In den 30 Minuten Vorbereitungszeit solltet ihr zunächst die Aufgabenstellung genau durchlesen und überprüfen, ob ihr wirklich alles genau verstanden habt. Manchmal hilft es, die Frage für sich selber noch einmal zu paraphrasieren. Sollten dennoch Unklarheiten bleiben, scheut euch nicht davor, die Aufsichtsperson um Hilfe zu fragen. Sind die Anforderungen klar, könnt ihr damit beginnen, den Text zu strukturieren, indem ihr wichtige Stellen markiert und euch Randnotizen macht. Danach geht es an die Ausarbeitung der Notizen für die Prüfung. Dabei solltet ihr keinen Roman schreiben, sondern aussagekräftige Stichpunkte machen, die ihr übersichtlich und in der richtigen Reihenfolge zu Papier bringt. Vorsichtshalber solltet ihr auch die einzelnen Blätter gut nummerieren, damit kein Chaos in den Unterlagen entsteht.  So verhindert ihr, dass unnötig lange Pausen entstehen und müsst auch bei spontanen Nachfragen nicht umständlich lange suchen. Wenn zu viel Text auf dem Papier steht, ist die Gefahr groß, dass ihr zu viel ablest. Wenn ihr euch damit sicherer fühlt, dürft ihr aber euren ersten Satz ausformulieren, da mit ein souveräner Einstieg gelingt.

Der eigentliche Prüfungsteil

Auf Fragen der Prüfer solltet ihr so ruhig wie möglich reagieren. Es ist auch völlig in Ordnung, nachzufragen, wenn ihr eine Frage nicht genau verstanden habt. Gebt eure Antworten niemals aus dem Stehgreif heraus, sondern nehmt euch Zeit dafür. Zunächst solltet ihr über die Fragestellung nachdenken, euch dann die Antwort überlegen und diese strukturieren. Die Antworten müssen die Frage möglichst präzise beantworten, ohne ausschweifend zu sein. Dazu gehört auch, genau den Kern der Frage zu treffen, schließlich interessiert den Prüfer ein bestimmter Aspekt und nicht das Drumherum. Allerdings macht es sich gut, wenn ihr Beispiele anführen könnt. Falls ihr gewisse Schlagworte einbringt, müsst ihr euch auf Nachfragen gefasst machen. Daher ist es wichtig, dass ihr diese Fachbegriffe auch wirklich verstanden habt, sonst wird es schnell peinlich. Bei längeren Ausführungen bietet sich auch an, mit einer kleinen Zusammenfassung abzuschließen.

Auch wenn der Prüfer das Gespräch leitet, könnt ihr doch versuchen, es in eine gewisse Richtung zu lenken. Das bietet sich vor allem an, wenn der Prüfer das Gefühl hat, einen Schwachpunkt gefunden zu haben und an genau der Stelle weiterbohrt. Wenn ihr es schafft, eine Antwort so zu strukturieren, dass die nächste Frage auf einen anderen Bereich abzielt, in dem ihr euch sicherer fühlt, könnt ihr die Prüfungsinhalte zumindest teilweise aktiv mitgestalten. Manchmal ist es aber besser, offen zuzugeben, wenn ihr eine Antwort nicht wisst. Gleiches gilt für den Fall, wenn ihr den roten Faden verloren habt. Wenn ihr es die Prüfer wissen lasst, werden sie euch in der Regel mit Bemerkungen oder weiteren Fragen weiterhelfen.

Sich selbst in Szene setzen

Auch wenn es letztendlich auf die richtigen Inhalte ankommt, könnt ihr mit dem richtigen Auftreten doch einige Pluspunkte sammeln. Wenn ihr die mündliche Prüfung perfekt meistern wollt, solltet ihr die allgemeinen Regeln der Kommunikation beachten:

1. Den Gesprächspartner ausreden lassen: Selbst, wenn ihr früh ahnt, worauf der Prüfer hinaus will, solltet ihr ihn die Fragen immer zu Ende stellen lassen und Anmerkungen aufmerksam verfolgen.

2. Blickkontakt herstellen: Während der Prüfung solltet ihr nicht einfach verkrampft auf den Boden starren, sondern Blickkontakt halten. Das ist nicht nur höflich, sondern zeigt eine gewisse Selbstsicherheit.

3. Interesse zeigen: Das könnt ihr nicht nur über eure positive Mimik, sondern auch über die Tonlage. Denn wer stets monoton und lustlos spricht, signalisiert Desinteresse.

4. Das richtige Tempo finden: Damit man euch gut folgen kann, solltet ihr beim Sprechen auf ein angemessenes Tempo achten. Wenn ihr zu langsam sprecht, könnten die Prüfer eine Unsicherheit vermuten, weil ihr euch erst jedes Wort genau überlegen müsst. Ähnliches gilt für zu schnelles Sprechen. So erweckt ihr den Eindruck, dass ihr die Fragen einfach schnell hinter euch bringen wollt.

5. Auf die Lautstärke achten: Auch eine angemessene Lautstärke kann die richtigen Signale aussenden. Wenn ihr zu leise und undeutlich sprecht, erweckt ihr vielleicht den Eindruck, dass ihr was zu verbergen habt. Auf der anderen Seite wollten die Prüfer natürlich auch nicht angeschrien werden.

6. Füllwörter vermeiden: Zu viele „Ähs“ oder „Halts“ können ebenso als ein Zeichen dafür gewertet werden, dass man den Stoff nicht beherrscht. Schließlich sollen diese Worthülsen für Luft zum Nachdenken sorgen.

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