Cybermobbing - Ins Netz gegangen

von Martin Przegendza
Faust kommt aus Bildschirm

Die Bitkom-Studie „Jugend 2.0“ beweist, dass fast alle deutschen Teenager im Internet sind. Doch Cybermobbing wird ein immer größeres Problem. UNICUM Volontär Martin Przegendza nennt euch geeignete Gegenmittel.

98 Prozent der 10 bis 18-Jährigen nutzen laut der Studie „Jugend 2.0“ des Bundesverbands Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom) das Internet. Für sie ist es mittlerweile sogar wichtiger als das eigene Haustier und Sport. Doch: Jeder Dritte hat schon negative Erfahrungen im Netz gemacht. Jedes sechste Mädchen berichtet sogar von sexueller Belästigung. Während die Täter in der Anonymität des Internets untertauchen, müssen die Opfer mit den Folgen leben.

Web 2.0 und iShareGossip

Dank Web 2.0 war es nie leichter, Gerüchte über andere in Umlauf zu bringen. Vor allem in sozialen Netzwerken wie Facebook und StudiVZ kommt es immer öfter zu Beleidigungen und sogenannten „Flame Wars“. Nutzer beleidigen sich heftig, verbreiten fiese Gerüchte und posten private Bilder, um das Opfer möglichst schlecht aussehen zu lassen.

iShareGossip.com geht dabei noch einen Schritt weiter. Angelehnt an die US-Serie „Gossip Girl“, in der eine anonyme New Yorkerin über die Verfehlungen verwöhnter Jugendlicher bloggt, kann dort jeder über jeden sagen, was er will. Der Urheber bleibt unbekannt, während die Geschmähten mit vollem Namen genannt werden – ohne etwas davon mitzubekommen. Sie erfahren es meist erst hinterher. In dieser Zeit kann die Beleidigung eine gefährliche Eigendynamik entwickeln, die sich blitzschnell durch soziale Netzwerke verbreitet. So ist der Ruf schnell ruiniert.

Geeignete Gegenmittel

Findet ihr beleidigende Beiträge über euch im Netz, solltet ihr zuerst den Betreiber der Seite anschreiben und ihn bitten, die betreffenden Inhalte zu löschen. Stammt die Seite aus Deutschland, habt ihr einen rechtlichen Anspruch darauf, dass Unwahrheiten und Verunglimpfungen über euch gelöscht werden. Bei ausländischen Seiten greift dieser Rechtsschutz leider nicht. Dort hilft nur Eigeninitiative. Schreibt Gegenteiliges in Foren, Newsgroups und Co., damit der beleidigende Beitrag nicht mehr auf der ersten Seite bei Google auftaucht.

In Online-Foren könnt ihr beleidigende Beiträge mit einem Knopfdruck den Moderatoren melden. Die leiten dann weitere Schritte ein und sperren den oder die Querulanten gegebenenfalls. Wenn nichts hilft, solltet ihr erhobenen Hauptes gehen und euren Account löschen.

Das wichtigste ist, dass ihr bei euren Netzaktivitäten nie euren echten Namen und eure Anschrift verratet. Auch wenn das Forum noch so vertrauenswürdig ist, gehen diese Daten niemanden etwas an. Auf diese Weise kann Cybermobbing nämlich nicht ins Real Life gelangen.
In sozialen Netzwerken solltet ihr einstellen, dass nicht Hinz und Kunz eure Beiträge, Fotos und Videos sehen kann. In den Privatsphäreeinstellungen von StudiVZ und Facebook könnt ihr eindeutig bestimmen, wer was sehen darf. Haltet den Nutzerkreis möglichst klein und nehmt nicht jede Freundschaftsanfrage von Unbekannten an.

Generell gilt dort: Denkt an morgen. Heute kann das Partyfoto, auf dem ihr feuchtfröhlich feiert, witzig sein. Morgen kann es euch den Job kosten, wenn der Personalverantwortliche vor dem Bewerbungsgespräch darauf aufmerksam wird. So werdet ihr Opfer eures eigenen Cybermobbings.

Hilfe bei Cyber-Mobbing - Hier gibt's weitere Infos, Beschwerdeformulare und Datenbanken von auf Medienrecht spezialisierten Anwälten:

www.klicksafe.de
www.verbraucherzentralen.de
www.lfm-nrw.de/beschwerde
www.bitkom.org/66700_66689.aspx
www.mpfs.de/index.php?id=181


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