Hüpfburg-Verleiher erteilt Abiturienten eine beleidigende Absage - Teil 1
Durch die Veröffentlichung bei Facebook löst Stufensprecher Maik Luu eine große Diskussion aus

- Foto: Thinkstock
Was bisher geschah: Für ihren Abischerz suchten die Abiturienten des Städtischen Gymnasiums Eschweiler nach einer bezahlbaren Hüpfburg. Auf die Anfrage bei einem Elsdorfer Unternehmen nach einem günstigen Angebot, erhielten die Schüler eine beleidigende Absage. Der Verleiher bezeichnete sie als potenzielle Hartz IV-Empfänger und sprach von einer "Bettelanfrage". Damit sind die Abiturienten an die Presse gegangen und haben den Vorfall über Facebook verbreitet.
Im Interview erzählt der 18-jährige Stufensprecher Maik Luu, welche Reaktionen er sich von der Veröffentlichung des "Hüpfburg-Vorfalls" erhofft hat und wie er persönlich mit dem jetzigen Presserummel umgeht.
Daten & Fakten
12. Juni 2012 - Um für den Abischerz des Städtischen Gymnasiums Eschweiler eine Hüpfburg zu organisieren, fragt der 18-jährige Maik Luu bei einem Elsdorfer Hüpfburg-Verleiher an. Da die Abikasse nicht so prall gefüllt ist, bittet er per Mail um ein günstiges Angebot.
13. Juni 2012 - Das Hüpfburg-Unternehmen erteilt Maik eine Absage und beschwert sich über die angebliche Dreistigkeit seiner Anfrage. „Da Sie offensichtlich kein Geld haben, würde ich vielleicht von meinem Luxusdenken etwas abrücken.“
13. Juni 2012 - Maik Luu weist darauf hin, dass er nichts umsonst möchte, „sondern lediglich zu Konditionen die zu der Veranstaltung eines Abiturscherzes passen“.
13. Juni 2012 - Das Unternehmen erklärt, dass Studenten nicht zu ihrer Zielgruppe gehören und prophezeit ihnen „70 Prozent werden Hartz IV“.
16. Juni 2012 - Die Eschweiler Zeitung veröffentlicht den Mailverkehr von Maik Luu und der Hüpfburg-Firma
17. Juni 2012 - Maik Luu postet den Artikel der Eschweiler Zeitung bei Facebook
20. Juni 2012 - Der Hüpfburg-Vorfall geht durch die deutsche Presse
26. Juni 2012 - mehr als 10.000 Menschen haben den Post bisher geteilt
"Wenn ich mich auf Facebook einlogge, werde ich quasi überrannt."

- Maik Luu, Foto: Privat
Kannst du das Wort Hüpfburg zurzeit überhaupt noch hören?
Natürlich, da beim Abischerz alles super lief. Ein anderes Unternehmen hat uns freundlicherweise eine Hüpfburg gespendet. Es ist ein Symbol für uns Schüler geworden und für unsere Stimme.
Wie kam es dazu, dass der Mailverkehr in einer regionalen Zeitung gedruckt wurde?
Angefangen hat es damit, dass ich den Fall der Eschweiler Zeitung geschildert habe, die ebenso empört war und einen Artikel in dem “Wochenrückblick” brachte.
War dir bewusst, was zu lostrittst, als du den Artikel bei Facebook gepostet hast?
Niemals hätte ich gedacht, dass es eine solche Welle, ein Sturm oder Tsunami wird. Ich bekomme hunderte Mails aus Israel, Chile und den USA zum Beispiel. Schon am Morgen des zweiten Tages habe ich gedacht, bei 200 Sharings wäre Schluss. Aber als ich dann am Ende des dritten Tages 8000 sah, bin ich mehr als sprachlos gewesen. Es ist unfassbar woher die Leute alle kommen und wie viele es nun sind. Hammer!
Was erwartet dich zurzeit, wenn du dich auf Facebook einloggst?
Wenn ich mich auf Facebook einlogge, werde ich quasi überrannt. Meistens 15-30 Kommentare, Chronik-Posts, Verlinkungen und alles andere. Ich komme mit dem Beantworten kaum hinter.
Sind die Reaktionen überwiegend positiv?
95 Prozent sind positiv. Die Menschen machen einem Mut, bezeugen Respekt und sagen, dass es eine Notwendigkeit war dies publik zu machen. Viele fassen auch neues Vertrauen und Mut in unserer Generation, weil sie sehen, dass noch einige Funken Courage in unseren Breiten gezeigt werden. Fünf Prozent negative Reaktionen gibt es allerdings auch. Sie zeigen mir, inwieweit es noch andere Denkweisen gibt, die ich vielleicht noch nicht kannte und das schätze ich.
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