Hüpfburg-Verleiher erteilt Abiturienten eine beleidigende Absage - Teil 2
Durch die Veröffentlichung bei Facebook löst Stufensprecher Maik Luu eine große Diskussion aus

- Foto: Thinkstock
Was bisher geschah: Für ihren Abischerz suchten die Abiturienten des Städtischen Gymnasiums Eschweiler nach einer bezahlbaren Hüpfburg. Auf die Anfrage bei einem Elsdorfer Unternehmen nach einem günstigen Angebot, erhielten die Schüler eine beleidigende Absage. Der Verleiher bezeichnete sie als potenzielle Hartz IV-Empfänger und sprach von einer "Bettelanfrage". Damit sind die Abiturienten an die Presse gegangen und haben den Vorfall über Facebook verbreitet.
Im Interview erzählt der 18-jährige Stufensprecher Maik Luu, welche Reaktionen er sich von der Veröffentlichung des "Hüpfburg-Vorfalls" erhofft hat und wie er persönlich mit dem jetzigen Presserummel umgeht.
"Ich hoffe es folgt eine Einsicht und eine Lehre, sodass ein solches Verhalten in Zukunft vielleicht überdacht wird."
Wie hat das Hüpfburg-Unternehmen auf die Veröffentlichung bei Facebook reagiert? Haben sie Kontakt zu dir gesucht?
Ich habe nichts erhalten. Die einzige Reaktion ist, dass sie alle Kommentare auf ihrer Facebook-Seite gelöscht haben und keine weiteren mehr zulassen.
Das Unternehmen wird nun in ein sehr schlechtes Licht gerückt. Wie sieht es da mit deinem Mitgefühl aus?
Zuerst habe ich mir Vorwürfe gemacht, vor allem, wenn vielleicht Mitarbeiter im negativen Sinne betroffen sind. Aber mein Mitgefühl ist gesunken. Diverse andere Vorfälle haben jetzt gezeigt, dass dies sicherlich kein Zu- oder Einzelfall war. Ich hoffe es folgt eine Einsicht und eine Lehre, sodass ein solches Verhalten in Zukunft vielleicht überdacht wird.
Hast du manchmal Angst, dass es zu einem Rechtsstreit kommen könnte?
Ich habe natürlich etwas Angst, aber ich bin zuversichtlich, dass mein Handeln korrekt war. Das Briefgeheimnis wurde nicht verletzt, weil das Unternehmen, in einem Telefonat mit der Eschweiler Zeitung, keine klare Abneigung zur Veröffentlichung geäußert hat. Für den Facebook-Post könnte mich höchstens die Zeitung belangen, was sie hoffentlich nicht tun wird. Ich werde aber rechtlichen Beistand suchen - sicher ist sicher.
"Ich schätze die Bekanntheit, auch wenn ich sie nicht erwartet habe oder wollte."
Was sagen Lehrer und Schulleitung zu der ganzen Geschichte?
Die Schulleitung und die Lehrer finden die Reaktion der Firma auch völlig inakzeptabel. Viele sind beeindruckt davon, dass mein Verhalten so sachlich und "professionell" war und zeigen ihren Respekt. Interviews in der Schule oder mit dem Schulleiter gibt es jedoch nicht, um die Schule nicht zu sehr in die Schussbahn zu ziehen.
Die Diskussion rund um deine Erfahrung ist groß. Was brachte die Pressewelle mit sich?
Neben viel Aufmerksamkeit, ein wenig mehr Selbstbewusstsein und einem gewissen Bekanntheitsgrad auch viel Stress. Aber ich denke, das war es wert. Die Menschen wurden etwas wachgerüttelt und haben gesehen, dass es in Sachen Respekt und Hochachtung vor Menschen, ohne Blick auf ihr Alter, ihren Kontostand oder ihren Bildungsstand, viel zu bereden gibt. Außerdem zeigt sich, wie viel Macht Social Communities haben.
Hat die ganze Geschichte auch deine Entscheidung, was du jetzt nach dem Abi machen möchtest, beeinflusst?
Nein, ich möchte weiterhin Molekulare Biomedizin in Bonn studieren. Ich bin jetzt aber zuversichtlicher, dass ich mit ein wenig Courage auch erreiche, was ich mir für die Zukunft wünsche. Ich schätze die Bekanntheit, auch wenn ich sie nicht erwartet habe oder wollte. Trotzdem sehe ich darin keine Zukunft für mich. Diese liegt wohl in der Naturwissenschaft, aber wer weiß, wo das Leben einen hin verschlägt?
Würdest du im Nachhinein alles nochmal genauso machen?
Ich denke schon, dass ich im Nachhinein alles noch einmal so machen würde, auch wenn ich nicht weiß, was jetzt noch kommen wird. Ich bereue nicht, dass der Sachverhalt publik geworden ist und finde, dass der Stress und die Kritik notwendig waren, um ein Statement zu machen oder auch ein kleines Exempel zu statuieren.
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