Mein Bruder der Nationalspieler - Teil 1
Auch die Brüder von Manuel Neuer, Thomas Müller und Mario Götze haben etwas mit Fußball zu tun

- Foto: Thinkstock
Neuer, Müller oder Götze – egal ob Fußballfan oder Ponymädchen, jeder kennt die Namen der deutschen Elf. Wenn die Namen jetzt wieder sehr häufig fallen, werden ein paar Jungs ganz besonders aufhorchen. Nämlich die, die nicht zufällig denselben Nachnamen tragen. UNICUM ABI hat mit den Brüdern der Nationalspieler Manuel Neuer, Thomas Müller und Mario Götze gesprochen.
Marcel Neuer - Bruder des Nationaltorhüters Manuel Neuer

- Marcel Neuer, Foto: David Hennig
Ist die Arbeit als Schiedsrichter mit dem Studium vereinbar?
Am Wochenende geht ein Tag dafür drauf. Unter der Woche bereite ich mich mit Konditionstraining vor. Außerdem besuche ich regelmäßig Schulungen und Lehrgänge. Die Tätigkeit schränkt schon ein, aber im Studium hat man ja die Möglichkeit, auch mal zu fehlen. Ich könnte nebenher nicht arbeiten, aber ich verdiene ja auch etwas als Schiedsrichter. Neben dem Spaß ist das ein guter Nebenverdienst.
Wie kam es, dass du Schiedsrichter geworden bist?
Ich hatte eine Odyssee im Sport hinter mir. Ich habe viele Sportarten ausprobiert: Fußball, Schwimmen, Judo – das war alles nix. Weil ich eine starke Verbindung zum Fußball habe, bin ich Schiedsrichter geworden.
„Man wird als Schiedsrichter schon mal komisch angeguckt"
Ist es ein Problem für dich, dass du dich auf dem Platz schon mal unbeliebt machst?
Man hat es selbst in der Hand. Wenn man Entscheidungen richtig verkauft und sie nachvollziehbar sind, dann hält sich die Kritik in Grenzen. Man wird als Schiedsrichter schon mal komisch angeguckt, aber das kenne ich schon. Wenn die Leute hören, dass ich Theologie studiere, reagieren viele auch erst einmal komisch. Schiedsrichtern werden Fehler kaum verziehen.
Kann so etwas wie der Videobeweis helfen?
Ich halte nichts davon. Der Videobeweis verlagert den Krisenherd an den Spielfeldrand und sorgt für eine Unterbrechung. Sinnvoller wäre so etwas wie ein Chip im Ball, der Tore erkennen kann. Das wäre eine unmittelbare Entscheidung.
Du bist jetzt in der NRWLiga aktiv. Hast du weitere Ambitionen als Schiedsrichter?
Ich würde gerne noch eine Liga höher kommen. Aber eigentlich ist das ein Zubrot und Hobby. Für mich ist es entscheidend, mein Studium durchzuziehen und mir als Lehrer ein Standbein aufzubauen.
Wirkt sich das auf deine Arbeit aus, dass du der ältere Bruder von Manuel Neuer bist?
Ich werde schon mal darauf angesprochen, aber es erschwert mir die Arbeit nicht. Oft sprechen mich die Leute mit „Herr Neuer“ an anstatt mit „Schiri“. Das zeugt von Respekt.
"Es gibt Schlimmeres, als der Bruder des Nationaltorhüters zu sein!

- Manuel Neuer, Foto: Getty Images
Nervt das manchmal, mit einem Promi verwandt zu sein?
Solange es sich in einem vernünftigen Rahmen bewegt und die Leute auch Interesse an mir haben, ist das vollkommen in Ordnung. Außerdem gibt es Schlimmeres, als der Bruder des Nationaltorhüters zu sein.
Du bist selbst Schalke Fan. War das traurig, als dein Bruder zu Bayern München ging?
Ich sympathisiere auf jeden Fall mit dem Verein, aber ich bin kein Ultra-Schalker. Außerdem habe ich als Schiedsrichter grundsätzlich eine gewisse Distanz. Aus emotionaler Perspektive war das sehr schade, aber aus sportlicher und beruflicher Sicht musste er das machen.
Wenn Schalke gegen Bayern spielt, für wen bist du?
Es freut mich, wenn Manuel erfolgreich ist, aber im direkten Duell bin ich immer für Schalke.
Guckst du alle Spiele deines Bruders?
Nein. Durch meinen Job ist die Möglichkeit eh nicht oft gegeben und wenn ich Fußball gucke, dann eher die Schalke-Spiele. Grundsätzlich schaue ich Spiele eh ganz anders. Das ist quasi Lehrmaterial für mich.
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