Studie: Jugendliche interessieren sich nicht für klassische Nachrichten
Die TU Dresden belegt, dass das tagesaktuelle Geschehen an vielen Jugendlichen vorbeigeht

- Foto: Thinkstock
Ob der Rücktritt eines bedeutenden Politikers oder die Pleite eines Euro-Staates: Jugendliche zeigen, trotz riesiger Informationsflut, kaum Interesse an klassischen Nachrichten.
Kommunikationswissenschaftler der TU Dresden haben für die Studie Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren, junge Erwachsene von 18 bis 29 Jahren und über 30-jährige Erwachsene befragt. Aus jeder Altersgruppe nahmen 600 Personen teil.
Eine Jury aus Journalisten, Kommunikationswissenschaftlern, Politologen und Meinungsforschern stellte jeweils die zwei wichtigsten Ereignisse des Vortages zusammen und ließ die Studienteilnehmer Fragen zu den Themen beantworten.
Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick
- Nur 39 Prozent der Jugendlichen hatten schon von den wichtigsten Ereignissen des Vortages gehört, bei den jungen Erwachsenen waren es immerhin 50 Prozent und bei den über 30-Jährigen 66 Prozent
- Sieben Prozent der Jugendlichen informieren sich aktiv über das aktuelle Weltgeschehen, bei den Erwachsenen sind es ungefähr 25 Prozent
- Die wichtigste Informationsquelle ist für alle Altersgruppen das Fernsehen
Interesse an Nachrichten wecken
Suchen Nutzer im Internet gezielt nach tagesaktuellen Geschehnissen, greifen sie eher auf die Angebote professioneller Medien zurück. Blogs und soziale Netzwerke spielen bei der Informationsbeschaffung aktueller Themen nur eine untergeordnete Rolle.
Eine gleichzeitig durchgeführte Inhaltsanalyse verschiedener Medien zeigte auch, dass beispielsweise Blogs nicht mit der Qualität professioneller Medien mithalten können. Im Print- und im Online-Bereich weisen die Angebote professioneller Medien, bei tagesaktuellen Ereignissen, eine höhere Qualität auf und werden von allen Altersgruppen am häufigsten genutzt.
Auch wenn Nachrichtenmedien, laut den Ergebnissen der TU Dresden, hochwertige Informationen zur Verfügung stellen, gehen diese häufig an Jugendlichen vorbei. Nachrichtenmedien stehen vor der Herausforderung junge Menschen überhaupt zu erreichen und ihr Interesse an aktuellen Meldungen zu wecken.
Weitere Ergebnisse der Studie findet ihr unter www.idw-online.de









