UNICUM schaut: JONAS - Stell dir vor, es ist Schule und du musst wieder hin
Ab dem 09. August auf DVD, Blu-ray und als Video-on-Demand erhältlich

- Foto: (c) DCM
Schule, Lehrer und Mitschüler sind echt - nur einer ist es nicht: Der 18-jährige Jonas, der die letzte Chance auf einen höheren Schulabschluss bekommt. Ein authentischer Blick auf den deutschen Schulalltag, mit einem großartigen Christian Ulmen in der Rolle des Jonas.
Sechs Wochen lang hat Christian Ulmen als ganz normaler Schüler die zehnte Klasse einer Gesamtschule besucht. Nachdem er schon zweimal sitzengeblieben ist, bekommt er dort die letzte Chance auf einen höheren Schulabschluss. Lehrern und Schülern wurde vor Beginn der Dreharbeiten erzählt, dass Jonas' letzte Chance in einer Fernseh-Doku gezeigt und er deshalb ständig von einem Kamerateam begleitet wird. Die Tatsache, dass Jonas in Wirklichkeit Christian Ulmen ist, soll offiziell nicht bekannt gewesen sein.
Keine Sonderbehandlung für den neuen Schüler
Jonas muss sich an den ganz normalen Schulalltag anpassen und wird nicht geschont - Klassenarbeiten, Referate und Hausaufgaben stehen auf der Tagesordnung. Schnell wird klar, dass er mit Mathe nichts am Hut hat, Musik es ihm aber angetan hat. Mit seinen Mitschülern gründet Jonas eine Band-AG, für die er vollen Einsatz zeigt und darüber schnell Kontakt zu seinen Mitschülern knüpft.
Zu Beginn des Films wirkt Jonas noch etwas verloren, Christian Ulmen geht in seiner Rolle aber immer mehr auf. Jonas passt sich voll und ganz an die Verhaltensweisen seiner Klassenkameraden an und steht ihnen in nichts nach. Er schreibt vor der Schulstunde noch schnell die Hausaufgaben ab, erscheint zu spät zum Unterricht, diskutiert über Noten, schleimt sich bei den Lehrern ein und erlebt alles, was zum Schulalltag dazugehört.
Die größte Sorge bereitet ihm der Matheunterricht und schnell hat der Lehrer ihn auf dem Kieker. Nach einem verhauenen Test über die Logarithmusgesetze, wird Jonas an der Tafel regelrecht vorgeführt. Christian Ulmen kann einem in dieser Situation wirklich ein bisschen Leid tun. Denn wer kennt sich schon noch gut mit Logarithmusgesetzen aus, obwohl er schon mehr als 15 Jahre aus der Schule raus ist? Aber auch diese Demütigung gehört zu einem ganz normalen Schülerleben wohl einfach dazu.
Schulische Realität und enorme Verwandlungskunst
Obwohl der Fokus klar auf Jonas liegt, wird auch der Druck der echten Schüler deutlich, dem sie häufig ausgesetzt sind. Dem Chemielehrer gefällt zum Beispiel die Einstellung seiner Schüler nicht und er "motiviert" sie daraufhin mit der fragwürdigen Aussage "Was soll aus Deutschland werden, wenn ihr jetzt den Test verhaut? Ich möchte später auch mal eine Rente bekommen, wer soll denn hier arbeiten?"
Der Film schafft es, einen authentischen Blick auf das deutsche Schulsystem zu werfen. Faule und strebsame Schüler, unmotivierte und engagierte Lehrer gehören ebenso dazu, wie die Angst vor Klassenarbeiten oder die Hoffnung, beim Abschreiben nicht erwischt zu werden. Natürlich darf auch ein Klassenclown nicht fehlen, dem Jonas in viele Situationen alle Ehre macht.
Nachdem der ganze Film so schön nah an der Realität ist, stellt sich allerdings die Frage, warum Jonas sich in seine Musiklehrerin verlieben muss? Ein Ständchen, ein geplantes Dinner im Musikraum und die ständige Suche nach Informationen über ihr Privatleben, wirken eher wie "Scripted Reality".
Wer aber schon immer mal wissen wollte, wie es aktuell in deutschen Klassenzimmern zugeht und die großartige Verwandlungskunst von Christian Ulmen erleben möchte, für den ist Jonas genau das Richtige.
Ein Interview mit Christian Ulmen findet ihr hier!
Jonas - Stell dir vor es ist Schule und du musst wieder hin
Komödie, Deutschland 2011
Regie: Robert Wilde
Mit Christian Ulmen
Verleih: DCM Productions
VÖ: 09.August 2012










