UNICUM trifft: Falk Hentschel - Teil 1

Wie der Hauptdarsteller aus „STREETDANCE 2 in 3D“ sich seinen Schauspiel-Traum erfüllen konnte

von Janina Finkemeyer
Falk Hentschel
Foto: (c) Universum Film

Der Weg zum Traumberuf kann ganz schön mühsam sein. Falk Hentschel hat sein Ziel, Schauspieler zu werden, jedoch nie aus den Augen verloren und spielt jetzt die Hauptrolle in "STREETDANCE 2 in 3D".

Von Leipzig nach Los Angeles

Falk Hentschel wurde 1982 in Leipzig geboren und träumte schon ganz früh von einer großen Schauspielkarriere. Mit sieben Jahren wurde seiner Familie ein Ausreiseantrag aus der DDR genehmigt und sie zogen nach Düsseldorf. Dort begann er zu tanzen und machte später sein Abitur. Nach dem Abi zog es ihn dann als Tänzer nach London, wo er unter anderem mit Britney Spears, Mariah Carey und Justin Timberlake auf der Bühne stand. 

Nach zwei Jahren brach Falk Hentschel auch in London alle Zelte wieder ab und ging nach Los Angeles, um dem großen Traum einer Schauspielkarriere endlich näher zu kommen. Jetzt ist er in seiner ersten Hauptrolle im Film „STREETDANCE 2 in 3D“ zu sehen und kann dort sein tänzerisches und schauspielerisches Talent unter Beweis stellen.

Ist es richtig, dass deine Familie dich zum Tanzen gebracht hat?

Ja, die Mama war es. Ich war ganz niedergeschlagen, weil ich einen TV-Casting-Workshop gebucht hatte. Wir hatten alles bezahlt und dann haben wir einen Anruf bekommen, dass es zu wenig Leute sind. Man musste dafür 14 sein und ich war gerade 14 geworden. Das war meine Hoffnung, weil wir ewig nach einem Workshop gesucht haben.

War die Suche so schwer?

Eine Theaterschule ließ dich in Deutschland als Kind damals nicht rein und Filmschauspiel gibt’s sowieso schon mal gar nicht. Die Filmschauspieler sind da alle durch Zufall reingekommen. Ja, und dann hab ich gesagt: "Okay mein Traum geht nicht!" Aber meine Mama hatte gerade »Dirty Dancing« geguckt und hat sich dann informiert. Der Hauptdarsteller Patrick Swayze war vorher auch Profitänzer gewesen. Ich habe dann auch mit Lateinamerikanisch angefangen. Es ging ganz komisch weiter zu Hiphop, später habe ich Jazz und Ballett gemacht. Mir hat Tanzen dann auch recht gut gefallen.

Wie oft bist du verprügelt worden als Junge, der tanzt?

Gar nicht, ich habe parallel Karate gemacht. Also, das war nicht so, dass ich gesagt habe, wenn ich tanze muss ich auch Karate machen, sondern ich habe mit Karate eigentlich angefangen. Meine Ur-Idole waren Jackie Chan, John Travolta und Bruce Lee. Ich denke wir Deutschen haben eine ziemlich offene Kultur, also zumindest war das damals in der Tanzschule so.

"Das Abitur habe ich nur durchgezogen, weil einer meiner Tanzmentoren gesagt hat, du musst das durchziehen."

Wie war denn deine Schulzeit für dich?

Ich habe meine Schule vor kurzem besucht und da ist mir bewusst geworden, dass es eigentlich ziemlich hart war. Ich wusste von Anfang an, dass ich damit nicht viel am Hut habe. Ich war nicht gut weil ich faul war, weil ich lieber tanzen wollte und ich habe auch häufig sehr laut gesagt „Ich werde Schauspieler“ oder „Ich mache das“. Da wurde ich schon oft, ja nicht gehänselt im bösen Sinne, aber man ist schon der Außenseiter der gesagt bekommt „Jaja mach du nur“. Ich hatte auch meine Haare rasiert mit unterschiedlichen Farben, also ich war auch da extrem.

Was waren deine Lieblingsfächer in der Schule?

Sport ganz klar, aber ich finde das darf ich nicht sagen, das zählt nicht. Ich mochte Englisch gerne, obwohl ich eine 4- hatte. Ich bin sogar durchgefallen in Englisch, was ich jetzt sehr lustig finde. Trotzdem mochte ich das gerne, aber nicht mehr im Abitur. Das hat nichts mehr mit Englisch zu tun. Du musst Shakespeare interpretieren und wenn du das auf Deutsch schon nicht kannst, kannst du es auch nicht auf Englisch. 

Verrätst du uns auch deinen Abischnitt?

Das Abitur habe ich nur durchgezogen, weil einer meiner Tanzmentoren gesagt hat, du musst das durchziehen. Ich hatte einen Schnitt von 3,0.

Kam eine traditionelle Ausbildung oder ein Studium nach dem Abi nie für dich in Frage?

Gerade mein Jahrgang war der „Ich studiere BWL Jahrgang“ und es war die Phase, in der die Wirtschaft sich gerade so ein bisschen gedreht hat. Das war für mich eigentlich ganz gut. Wer kriegt denn noch einen sicheren Job? In Deutschland haben wir immer irgendwie Hartz IV. Wir sind das einzige Land, wo dir eigentlich wirklich nichts passieren kann. Im schlimmsten Fall hast du eine kleine Wohnung und bekommst die vom Staat bezahlt. Da habe ich mir gedacht: Wir sind alle so unsicher im Leben, dann kam man auch das versuchen worauf man Bock hat.

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