UNICUM hört: Jedward "Young Love"

Das zweite Album der extravaganten Zwillinge aus Irland

von Barbara Kotzulla
Foto: Universal Music

Den Eurovision Song Contest konnten Jedward zwar auch 2012 nicht für ihr Heimatland Irland gewinnen, doch mit ihrem diesjährigen Beitrag "Waterline" dürften die eineiigen Zwillinge mit den wilden Frisuren und hohen Sprüngen einige neue Fans für sich begeistert haben. Jetzt ist ihr drittes Album "Young Love" im Handel erhältlich. Darauf: Klassische Pop-Songs mit viel Tempo und einem hohen Spaßfaktor. 

Zuckersüß, aber irgendwie ganz lecker

Sie hüpfen, singen und springen: Die Iren John und Edward aka Jedward haben ihr Image perfektioniert. Coole bis skurille Frisuren, Pop-Art-Kostüme, quietschfidele Fröhlichkeit. Das ist ganz witzig, vermittelt aber nicht den Eindruck, ernsthafte Künstler vor sich zu haben. 

Schade, denn auf ihrem dritten Longplayer Young Love zeigen die Zwillinge, dass man heutzutage immer noch gute populäre Musik machen kann, ohne auf David-Guetta-Rihanna-Pitbull-Kirmessound zugreifen zu müssen. 

Die Songs auf Young Love sind fast schon klassisch. Solche Popmusik wird seit Jahrzehnten auf den britischen Inseln produziert. Fröhliche Melodien und eingängige Texte gepaart mit guten Stimmen. Fertig! So überkommt dem Hörer bei den 12 Lieder auf Young Love ein gewisses Retrofeeling – aber im besten Sinne. Denn irgendwie erwartet man ja schließlich doch von Jedward dröhnende Dancebeats und den übermäßigen Einsatz von Synthies. Fehlanzeige, fast zumindest.

Bei einigen Songs wie "Luminous" oder "Happens in the Dark" wird es zwar ein wenig elektronischer, doch auch hier nicht auf einem nervtötenden Level. Und spätestens mit ihren Balladen (z.B. "How did you know") beweisen Jedward, dass sie einfach gute Popmusik machen. 

Das Tempo mag zwar bei vielen Songs hoch sein (Mithüpfen erlaubt!) und die Texte sind vielleicht teilweise ein wenig zu banal, zu kitschig, zu süß ("Do you have a Boyfriend? I could be your next One"), doch das gehört zu poppiger Musik dazu. Jedward machen locker-luftige Zuckerwatte für die Ohren.

Das Schlimmste, was man über die Tracks auf Young Love sagen kann: Es sind perfekte Radiosongs. Aber so wird man noch lange von Jedward hören.


Jedward 

Young Love

Universal Music

VÖ: 22. Juni 2012  

Für Fans von: englischer Pop-Musik seit den 90ern, Boygroups, hochtoupierten Haaren, Glitzer & Glimmer, kurzweiligem Hörspaß 

www.planetjedward.net

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