UNICUM trifft: BOY

- Foto: Inga Seevers
Sie sind das Singer-Songwriter-Duo der Gegenwart. Ihr Song „Little Numbers“ läuft nicht nur in einer Endlosschleife im Radio, sondern dient auch noch als Untermalung für die Lufthansa-Werbespots. Auf Valeska Steiner, 26, aus der Schweiz und Sonja Glass, 35, aus Deutschland passt das Attribut „mädchenhaft“, dennoch tauften sie ihre Band auf den Namen „Boy“. So viel ist bekannt. Vor ihrem Auftritt in Köln am Ostersonntag hat UNICUM Mitarbeiterin Simone Ackfeld die beiden getroffen und sie haben ihr ein paar Dinge verraten, die wir noch nicht wussten.
Sie sind nicht religiös
Sonja glaubt an das Gute im Menschen und an das Gute überhaupt, sie hat aber keine bestimmte Religion. Bei Valeska ist es ähnlich. Sie klammert sich nicht an eine Religion. Sie nimmt Feiertage wie Ostern beispielsweise als Anlass, die Familie zu sehen.
Sie haben ihre Nebenjobs aufgegeben
Valeska und Sonja sind nicht über Nacht berühmt geworden, beide sind schon lange im Musikbusiness tätig, konnten aber bisher nicht davon leben. Bis vor einem halben Jahr hat Sonja noch als Bassistin in der Band von Bosse gespielt und Valeska in einem Hamburger Café gearbeitet, um sich finanzieren zu können.
Das ist jetzt vorbei: Zum einen ist es derzeit zeitlich nicht mehr möglich, zum anderen trägt sich Boy im Moment finanziell. Valeska ist zwar froh, dass sie sich jetzt ganz der Musik widmen kann, vermisst ihr „Doppelleben“ allerdings auch ein wenig. Gerade die Momente, als sie am Abend vor Tausenden von Leuten als Support von Bosse gespielt haben und sie am nächsten Morgen wieder im Café stand. „Da verliert man nicht den Bezug zur Realität.“
Ein Song für das zweite Album ist bereits fertig. Sie sind langsame Schreiberinnen, das geben sie ganz offen zu. Ein Song für das zweite Album ist bereits fertig, obwohl die beiden gerne schon mehr geschrieben hätten. Dafür fehlt im Moment aber die Zeit. Ihre Plattenfirma Grönland Records inklusive ihr Chef Herbert Grönemeyer lässt sie da auch in Ruhe arbeiten.
Während Lana del Rey mit einem Album schon alles gesagt haben und ihre Musiker-Karriere an den Nagel hängen will, sehen Boy das ganz anders: „Wir haben noch lange nicht alles gesagt, es kommt ja auch immer Neues dazu.“
Der Altersunterschied spielt keine Rolle
Obwohl die beiden fast zehn Jahre trennen, gibt es beim Songschreiben keine Differenzen. Sonja mag die Texte ihrer jüngeren Kollegin und findet sich auch darin wieder: „Ich finde es gut, dass wir uns gegenseitig inspirieren und uns so gut ergänzen.“ Bisher hatte Sonja noch keinen Grund, sich über „Kinderkram“ zu beschweren.
Sie sind gerne „Friedenstauben“
Das Verhältnis von Deutschen und Schweizern ist angespannt. Schuld sind Daten-CDs mit brisanten Steuerdaten. Boy werden jetzt gerne als Paradebeispiel genommen, um zu zeigen, dass es auch anders geht. Damit haben die beiden überhaupt kein Problem: „Wir sind gerne Friedenstauben“, obwohl sie sich selbst nicht als politische Botschafter sehen.
Sie mögen es gerne heiß in ihrer Freizeit
Viel Zeit für Hobbys blieb in der vergangenen Zeit nicht, in ihrer Freizeit mögen es die beiden am liebsten heiß, und zwar beim Bikram Yoga. Das ist eine Hatha-Yoga-Methode, bei der 26 Übungen bei einer Zimmertemperatur von 35 bis 40 Grad praktiziert werden.
Valeska liest zudem gerne und schaut US-amerikanische Serien wie „Six Feet Under“, „Mad Man“ und „Californication“. Sonja bleibt beim Sport: Sie geht gerne laufen.
Sonja hat kein Abitur und Valeska hat Matura (das österreichische Abitur). Während Sonja die Schule vor dem Abitur abgebrochen hat, hat Valeska in der Schweiz die Matura gemacht. Studiert haben beide: Sonja ein komplettes Studium „Bass“ in den Niederlanden und Valeska ein Semester Kultur- und Medienmanagement in Hamburg. Kennen gelernt haben sich die beiden im Anschluss beim Popkurs in der Hansestadt, einem Netzwerktreffen für Musiker.
Boy live
Im Sommer spielen sie auf Festivals wie dem Southside, Hurricane und Melt!, Ende Juni geht ihre Tour weiter.
Alle Termine und weitere Infos findet ihr auf www.listentoboy.com








