UNICUM trifft: Cro - Teil 1
Ein Interview ohne Pandamaske über Pandamasken

- Foto: Delia Baum
Rapper Cro hat sich mit "Easy" in den deutschen Musik-Olymp katapultiert. Anfang Juli erscheint endlich sein lang ersehntes erstes Album: Raop (ein Wortspiel aus Rap und Pop) knüpft gekonnt an den Debüt-Track an und versorgt die neue Generation der HipHop-Fans mit gut gelaunten Beats. UNICUM traf Carlo, so Cros echter Name, zum Interview im Berlin. Der erste Eindruck: Hinter der Pandamaske versteckt sich ein echt netter Typ ...
Cro im Interview

- Cro mit Barbara von UNICUM | Foto: Privat
Carlo, du giltst als der wahrscheinlich heißeste Newcomer der deutschen Musikszene. Wenn es so etwas wie Druck in den letzten Wochen für dich gab, merkt man ihn dir aber nicht an …
Ich spüre komischerweise gar keinen Druck. Vielleicht kommt das im Nachhinein. Für die anderen, die mit mir an dem Album gearbeitet haben, war der Stress wahrscheinlich viel schlimmer als für mich. Ich habe mich auch ein bisschen gezwungen, mir keinen Druck zu machen. Unter Druck kann man nicht gut arbeiten. Das ist so, wie wenn man sagt: „Stell dich jetzt dahin und pinkle“ – das funktioniert einfach nicht. Ich habe einfach meinen Kopf freigemacht. Klar, es kann gut sein, dass so etwas wie „Easy“ nicht mehr kommt. So etwas kann man eigentlich auch nicht wiederholen. Das war eine Bombe, die eingeschlagen ist. Jetzt kommt etwas anderes, das aber auch gut ist.
Die Tracks auf deinem Debütalbum „Raop“ erinnert an den gut gelaunten Collage Rap aus Amerika. Welche Vorbilder hast du?
So Leute wie Wiz Khalifa oder Mac Miller, also die jungen Wilden aus Amerika, sind mir wahrscheinlich wirklich etwas ähnlich. Aber eigentlich mache ich das, was ich will. Aber natürlich wird man durch die Musik, die man hört, beeinflusst. Man bewegt sich dann in die Richtung von dem, was man mag. Wie bei allem im Leben.
Du spielst mehrere Musikinstrumente, könntest jetzt ebenso gut Mitglied in einer Rockband sein. Warum machst du jetzt gerade Hip Hop und Pop?
Meine Kindheit war halt Hip Hop. Und die erste Liebe vergisst man einfach nie. Man testet zwar etwas anderes aus, aber irgendwie treibt es einen immer wieder dahin. Ich bin aber nicht jemand, der nur Hip Hop hört. Ich glaube, dass hört man aus meiner Musik auch ein bisschen heraus. Ich versuche einfach alles, was mir gefällt, in meine Musik einfließen zu lassen.
Hat dir bei deinem Debütalbum niemand reingeredet?
Nein, das Album ist allein „Ich“. Da halte ich meinen Finger drauf. Da kam niemand – die anderen haben sich nicht mal getraut, etwas zu sagen. Da lässt sich Cro nicht reinreden …
"Wie lieben denn Pandas?"
Gibt es denn einen Unterschied zwischen der Privatperson Carlo und dem Alter Ego Cro?
Nein! Da gibt es gar keinen Unterschied, außer dass Cro eine Maske auf hat. Außer dem Gesicht gibt es gar keinen Unterschied. Die Maske verändert mich nicht in meiner Person.
Warum hast du dich bei deiner Maske für einen Panda entschieden?
Hmmm, dafür gibt es eigentlich gar keine Erklärung. Da steckt nicht wirklich eine Idee dahinter. Das ist einfach ein schönes, stylisches Tier und es war die schönste Maske, die ich auftreiben konnte. Da dachte ich: Let’s Go! Pandas sind cool, genauso gechillt wie ich – und können bestimmt auch mal auf den Tisch hauen. Wie lieben denn Pandas? (lacht)
Ich glaube, Pandas machen einen Handstand, wenn sie pinkeln, um ihr Revier zu markieren …
Ja, das mache ich auch! (lacht)
Auf der Maske erkennt man auch ein umgekehrtes Kreuz. Bist du ein gläubiger Mensch?
Das Kreuz hat nichts mit Religion zu tun. Es ist einfach ein cooles und schönes Symbol. Da lag halt ein Edding rum und mir war langweilig. Ich kritzle sowieso immer alles voll, und da war die Maske irgendwann auch mal dran. Es steckt jetzt keine Botschaft dahinter. Keine Angst, ich will jetzt nicht die Weltherrschaft übernehmen.
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