UNICUM trifft: Cro - Teil 2

Ein Interview ohne Pandamaske über Pandamasken

von Barbara Kotzulla
Foto: Delia Baum

Rapper Cro hat sich mit "Easy" in den deutschen Musik-Olymp katapultiert. Anfang Juli erscheint endlich sein lang ersehntes erstes Album: Raop (ein Wortspiel aus Rap und Pop) knüpft gekonnt an den Debüt-Track an und versorgt die neue Generation der HipHop-Fans mit gut gelaunten Beats. UNICUM traf Carlo, so Cros echter Name, zum Interview im Berlin. Der erste Eindruck: Hinter der Pandamaske versteckt sich ein echt netter Typ ...

"Es war so lange witzig, bis es zu witzig wurde"

In einem deiner Tracks auf dem neuen Album rappst du davon, die halbe Schulzeit verpennt zu haben – hast du gute Erinnerungen an die Schule?
 Aber jeder hat doch irgendwie die halbe Schulzeit verpennt, oder? (lacht) Die Schulzeit war auf jeden Fall witzig. Es war zumindest so lange witzig, bis es irgendwann zu witzig wurde. Dann kam der Knall – Peng! Und ab da wurde ich ein bisschen gechillter und dachte mir, dass ich jetzt mal anziehen muss. Ich habe dann Vollgas gegeben und war zum Schluss ganz gut in der Schule. Ich hatte so einen Zweier-Schnitt.

Was war dein Lieblingsfach?
 Bildende Kunst – da war ich am Start. Da hatte ich Bock drauf. Bei Mathe war’s bei mir eher so eine Sinuskurve, es war immer so ein Auf und Ab. Mal war ich voll gut: Manche Dinge lagen mir dann gut, die habe ich direkt kapiert. Auf andere Sachen hatte ich gar kein Bock. Wenn man bei Mathe blockiert und abschaltet, keine Lust hat oder der Lehrer doof ist, dann kann es echt schwer werden. Das Nachholen ist dann schwierig und man hinkt hinterher. Aber wenn man irgendwie Lust darauf hat und das am Anfang schnallt, dann wird’s einfach.

Gehörtest du in der Schule denn zu den „Coolen“ oder warst du eher ein Kunst-Nerd?
Ne, ich gehörte schon eher zu den „Coolen“. (lacht) Aber eigentlich war ich halt ein ganz normaler Typ. Ich war nicht der Klassenclown, aber auch nicht der Nerd, der nur rumsitzt.

Foto: Delia Baum
Foto: Delia Baum

"Man muss im Leben spontan und schnell entscheiden"

Meinst du, deine Klassenkameraden hätten damals gedacht, dass du eines Tages die Musikcharts eroberst?
Die haben auf alle Fälle immer alle gesagt, dass ich mal ein Karikaturist werde, der Comic malt. Bei mir hat niemand an Musik gedacht. Damals habe ich Musik nur für mich gemacht und das auch niemandem gezeigt. Das war immer schön geheim – ist es jetzt irgendwie immer noch. Vielleicht weiß die Hälfte meiner ehemaligen Klassenkollegen auch gar nicht, dass ich unter der Pandamaske stecke.

Hast du dich damals nicht getraut, deine Musik anderen vorzuspielen? 
Nein, ich habe es echt eher einfach so für mich und für meine Kumpels gemacht. Ich wollte meine Musik nie jemandem aufbinden und  habe deswegen nie Demos rumgeschickt. Nie. Ich wollte damit auch eigentlich nichts erreichen. Ich hing damals einfach mit meiner Crew – wir waren so zehn Leute – ab, jeder machte mit, jeder machte irgendetwas. Die Musik war einfach für uns. 

Was haben denn deine Eltern dazu gesagt, dass du jetzt professionell Musik machst?
 Ich habe ja immer schon alles von alleine abgecheckt. Ich habe einen guten Realschulabschluss gemacht, dann habe ich mich von ganz alleine bei der Zeitung beworben, wurde als Einziger als Comiczeichner angenommen und habe das durchgezogen. Meine Mom wusste, dass sie mich laufen lassen konnte. Ich habe ihr gesagt: „Vertrau mir, das funktioniert. Bisher hat alles funktioniert“. Für sie war das okay. Papa war ein wenig skeptisch, der meinte: „Ich hab auch Freunde, die in einer Band waren, und aus denen wurde nix!“  Aber jetzt ist er geflasht. Jetzt hab ich den. Er schickt mir nun andauernd irgendwelche Youtube-Videos: „Guck mal da, guck mal hier, könnte das nicht was für dich sein?“

Du sagst selber, dass du dir nur wenig Sorgen um die Zukunft machst – anders als viele Gleichaltrige … 
Ich habe nie mehr als zwei Jahre im Voraus geplant. Es war nie so, dass ich jetzt dachte: „Okay, nach der Schule werde ich …“.  Das weiß man doch auch ewig nicht. Bei mir kam irgendwann der Schnellschuss: Ich wollte dann Mediendesigner werden. Man muss im Leben eigentlich immer spontan und schnell entscheiden. Und einfach machen. Man kann nie planen, das Leben geht nie geradeaus.  Es nimmt immer eine Kurve und dann steht man vor etwas ganz anderem.

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