UNICUM trifft: Danny Avila

Der 17-jährige Spanier erobert die internationale DJ-Musikszene

von Barbara Kotzulla
Danny Avila | Foto: Georg Roske

Der Spanier Danny Avila ist gerade einmal 17 Jahre alt, wird aber schon von großen elektronischen Acts wie Tiesto oder Fedde Le Grand als talentiertester Nachwuchs-DJ bezeichnet. Gerade 2012 war für Danny besonders aufregend: Er ist u.a. zum ersten Mal durch die USA getourt, hat eine eigene Radioshow ("Ready To Jump") auf dem größten US-Radiosender SiriusXM, spielte auf den größten Partys auf Ibiza und veröffentlichte mit "Breaking Your Fall" im November seine erste Single. UNICUM bat den coolen Newcomer zum Gespräch.

"Sollte der nicht schon im Bett sein?"

Foto: Georg Roske

UNICUM: Danny, wie fühlst du dich dem Erfolg?
Danny Avila: Mein Erfolg kam nicht von heute auf morgen, das steckt viel Arbeit dahinter. Alle die Dinge, die ich in diesem Jahr machen durfte, sind das Ergebnis jahrelanger und kontinuerlicher Anstrengung. Aber klar, es ist natürlich unglaublich von Künstlern wie Tiesto oder Fedde le Grand supportet zu werden!

Mit 17 Jahren hast du ja schon eine richtige Karriere hinter dir – viele Jungs fangen in deinem Alter erst mit dem Auflegen an. Wolltest du schon immer DJ werden?
Meine Liebe zur Musik begann sehr früh, als ich noch ziemlich jung war, lernte ich einige Instrumente. Ich hörte alles Mögliche: HipHop, House, Deep, Pop, Rock ... Mich hat immer schon die Arbeit von DJs interessiert, also suchte ich im Internet danach, schaute mir Videos an usw. Dann kauft ich mir einen richtig richtig kleinen und günstigen Controller und fing an, auf den Partys meiner Freunde aufzulegen.

Du bist ja schon mit 12 Jahren in Clubs gegangen. Und du bist wahrscheinlich auch heute unter den Party-Gästen und anderen DJs immer der Jüngste ...
Jetzt ist es zum Glück etwas entspannter, denn ich sehe ein wenig älter aus. Aber vor ein, zwei Jahren war es schrecklich. Viele Leute in den Clubs haben mich gesehen und gedacht: "Was macht der denn hier? Sollte der nicht schon im Bett sein?" Aber eigentlich war mir das egal, denn ich war in den Clubs, um von den großen DJs zu lernen.

Hattest du schon einmal Probleme wegen deines Alters? Du kommst ja z.B. gerade aus den USA, wo man erst ab 21 Jahren in Clubs gehen darf.
Nein, das ist alles in meinen Verträgen geregelt. Und solange wir uns dabei an das Gesetz halten, ist alles in Ordnung.

Was war dein bislang aufregendster Gig?
Oh, das ist nicht so einfach zu beantworten. Die "Club Life"-Opening-Party im Pacha Ibiza in diesem Jahr war heftig – besonders, weil ich direkt vor Tiesto spielen durfte.

"DJ werden, nur um cool zu sein – das ist lächerlich"

Foto: Georg Roske

Hast du einen Tipp an Leute in deinem Alter, die auch so Durchstarten wollen, wie du?
Das Geheimnis ist: harte Arbeit. So viele Leute auf der ganzen Welt wollen DJ werden, nur um cool zu sein – das ist lächerlich. Man muss die Musik richtig fühlen und leben, sonst hat man als DJ keine Zukunft.

Was haben denn eigentlich deine Eltern gesagt als du ihnen erzählt hast, dass du nun professionell DJ werden willst?
Naja, es war jetzt nicht so, dass ich zu ihnen gegangen bin und gesagt habe: "Daddy, Mami, ich will jetzt DJ werden!" Ich bin da immer mehr hineingewachsen – und jetzt bin ich hier ...

Welche Probleme gab es wegen der Schule?
Ich gehe auf eine private Schule in Madrid. Wenn ich auf Tour gehe, geben mir meine Lehrer Hausaufgaben mit, damit ich den Unterricht daheim in Spanien nicht verpasse.

Vermisst du denn nicht manchmal das normale Schulleben?
Auf alle Fälle! Klar, ich habe diese Entscheidung vor einigen Jahren für mich getroffen. Ich will eines Tages einmal ein großer DJ werden, also muss ich heute dafür Kompromisse eingehen, dazu gehört, dass ich k ein normales Schulleben habe und meine Freunde und Familie nicht so oft sehe, wir ich gerne möchte. All meine Freunde leben in Marbella und ich vermisse sie wirklich sehr. Vor zwei Jahren bin ich wegen meiner Musikkarriere nach Madrid gezogen. Das war wirklich schwierig für mich: Neues Haus, neue Schule, ein neuer Vibe. Aber ich weiß einfach, wohin ich in meinem Leben möchte und deswegen bin ich glücklich.

Welche Pläne hast du für nach der Schulzeit? Konzentrierst du dich dann weiterhin auf die Musik, oder willst du vielleicht studieren gehen?
Gute Frage. Ich weiß noch gar nicht, was ich danach machen oder studieren will. Vielleicht mache ich auch eine Ausbildung zum Tontechniker. Auf jeden Fall etwas mit Musik.

Welches ist deiner Meinung nach, die beste Partystadt/der beste Club der Welt?
IBIZAAAAA! Jede Nacht finden da so viele Partys statt. Die Sommer-Saison dort ist der Wahnsinn, besonders im Pacha!

"Mir bleibt keine Zeit für Hobbys oder eine Freundin"

Foto: Georg Roske

Ich habe gelesen, dass du außerdem noch professionell Wakeboard fährst.
Wow, das ist schon lange her! Als ich so 9 oder 10 Jahre alt war, fing ich mit meinen Freunden an der Schule mit dem Skateboarden an. Ich liebe alle die verschiedenen Sportarten auf einem Board, und so entdeckte ich auch das Wakeboarding für mich. In der Nähe meines Zuhauses gab es auch eine Anlage, zu der ich dann jeden Tag gegangen bin und viel geübt habe.

Neben der Musik und dem Sport bleibt da noch Zeit für andere Hobbys oder eine Freundin?
Ich wünschte! (lacht) Aber leider hat der Tag nur 24 Stunden und mir bleibt einfach keine Zeit für Hobbys oder eine Freundin. Aber ich habe überall Freunde – und das ist viel besser! (lacht)

Wegen deiner Frisur wirst du ja öfters mal mit Justin Bieber verglichen. Nervt dich das?
Jede Menge Leute vergleichen mich mit ihm: manchmal in guter, manchmal in schlechter Art und Weise. Um ehrlich zu sein, interessiert mich das überhaupt nicht. Und eigentlich hat er doch jetzt auch einen anderen Haarschnitt, deswegen weiß ich nicht, warum das immer noch überall gesagt wird. Ich habe meinen eigenen Style und den werde ich auch nicht ändern, nur weil mich jemand Justin Bieber nennt!

Welche Projekte stehen in der Zukunft für dich an?
Mein neuer Track ist am 13. November auf Big Beat Records erschienen, er heißt "Breaking your Fall". Dann wird noch das Remix-Pack veröffentlicht und danach arbeite ich im Studio weiter an neuem Material.

Letzte Frage: Dein derzeitiger Lieblingssong?
Hmmm, ein Lieblingstrack von mir ist ein Remix, den Sasha von einem Song namens "Flute" gemacht hat. Der Vocalpart ist einfach unglaublich. Ich spiele es nicht oft bei meinen Gigs, aber um auf dem Sofa zu chillen ist es definitiv DER beste Track!




Diskutiert mit im Forum

UNICUM trifft: Deichkind
administrator|
Der unbekannte-Bands-bekannt-machen-Thread
Gast|
Was hört ihr gerade ?
Squib|
Moderator gesucht
maxboy|

UNICUM Newsletter

Hier die UNICUM Newsletter bestellen ! (Link)