UNICUM trifft: Los Colorados - Teil 1
Ukrainischer Polka-Punk auf deutschen Fanmeilen

- Los Colorados | Foto: PR
Die Idee kam aus Deutschland, die Macher – aus der Ukraine. Vergangenen Sommer coverte die ukrainische Band Los Colorados den 90er Dance-Hit „I like to move it“. Kurz darauf drehten die vier Jungs aus Ternopil unter deutscher Regie im ukrainischen Sonnenblumenfeld ein Video zu dem Song. Erst ein Jahr später, pünktlich zu Euro 2012, kam das Werk ans Licht und wurde in Deutschland zum Fußballhit „Move it!“.
Während in ihrer Heimat die Fußball-EM läuft, touren Los Colorados durch Deutschland. Sie begleiten mit ihrer Musik die Public Viewings von EM-Spielen, erheitern die Stimmung, aber verbessern auch das angeschlagene Image der Ukraine.
Los Colorados heißen eigentlich Rostyk, Ruslan, Serhij und Lessyk, zur Musikband wurden sie vor ca. 3 Jahren. Sie wären als Band aus der Wirtschaftskrise heraus geboren: Rostyk, Ruslan und Serhij verloren ihre Jobs in einem Ternopiler Fotogeschäft und Lessyk wäre, wie er selbst behauptet, als studierter Wirtschaftswissenschaftler ohne Musik jetzt arbeitslos. Jeder von ihnen kann alle Instrumente spielen, die für ihren Polka-Polka-Stil wichtig sind. Die einzige Ausnahme ist der Bajan, eine Art Knopfakkordeon, den nur Ruslan spielen kann.
Für Fußball interessieren sich alle auch gleichermaßen, deswegen haben wir unser Gespräch mit Fußball angefangen.
Im Interview

- Beim Videodreh | Foto: PR
UNICUM: Ihr singt einen EM-Sommerhit und mögt Fußball. Findet ihr denn während der Deutschland-Tour überhaupt Zeit die EM, die ja in eurer Heimat läuft, zu genießen?
Ruslan: Wir alle haben ukrainische Trikots immer dabei, Fernseher gibt es überall, also kann man die EM genießen. Ich verfolge gerne Fußballspiele im Fernsehen, aber war noch nie in einem Stadion.
Serhij: Ja, wir hatten noch nie eine Möglichkeit gehabt, zu einem richtigen Spiel zu fahren nach Kiew oder nach Charkiw oder sogar in ein anderes Land.
Ruslan: Nun jetzt kam es so, dass wir sogar selbst angefangen haben, Fußball zu spielen.
Rostyk: Ja, wir danken dem ZDF, dass sie dieses Video drehen wollten und jetzt wird von uns überall erwartet, dass wir die ganzen Kunststücke mit dem Fußball, die im Video vorkommen, live zeigen. Dabei haben wir sie ja gar nicht gemacht.
Ruslan: Wir fühlen uns aber quasi dazu verpflichtet, einige Tricks zu lernen. Langsam können wir einiges auch vorführen.
Wie hat das ZDF euch eigentlich gefunden?
Lessyk: Sie haben uns im Netz entdeckt. Der Filmemacher Detlev Buck kam dann irgendwann nach Kiew und schlug vor, etwas Witziges aufzunehmen. Da haben wir ihm das Lied gezeigt. Er fand es toll und wir haben gedreht. Wir haben abergläubischer Weise fast ein ganzes Jahr niemandem davon erzählt, aber wussten eigentlich schon, dass wir uns in diesem Sommer auf keinen Fall langweilen werden.
Rostyk: Nun die wollten uns aber zuerst nur als Darsteller haben, mit unserem eigenen Cover. Erst im Spätherbst kam dann das Angebot, ein Album im Studio in Deutschland aufzunehmen. Es ist jetzt Anfang Juni herausgebracht worden. Aber am Anfang war nur dieses Video zur Euro 2012.
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