„Ihr seid total mutig“ - Schauspiel-Workshop bei Schule-des-Jahres-Gewinner aus Solingen

von Uwe Heinrich
Schule des Jahres 2011 - Beste Berufsorientierung: Städtische Gesamtschule Solingen

Vier hatte sie schon – jetzt kam die nächste dazu: beim bundesweiten Wettbewerb „Schule des Jahres 2011“ heimste die Städtische Gesamtschule Solingen die fünfte Auszeichnung ein. In der Kategorie „Berufsvorbereitung“ war keine Schule in Deutschland besser.

Die Solinger Gesamtschule geizt nicht mit Initiative, wenn es darum geht, ihren Schülern Kenntnisse und Fertigkeiten fürs Arbeitsleben zu vermitteln. Das machte Schulleiter Gerhard Müller in seiner kurzen Ansprache bei der Entgegennahme des Preises am 9. September deutlich. An die Schüler gewandt, sagte er: „Unsere Initiative BeST ist ein gutes Beispiel, wir wir versuchen, euch wichtige Kenntnisse in Technik beizubringen, die ihr im Beruf einsetzen könnt.“ BeST – dahinter verbirgt sich das „Bergische Schul-Technikum“, eine auf Exkursionen in Unternehmen basierende Veranstaltungsreihe.

In den ebenfalls angebotenen Seminarblöcken werkeln die Schüler an Alarmanlagen oder Brennstoffzellenfahrzeugen, optimieren Schaltungen oder kreieren Roboter. Hinterher gibt´s ein Zertifikat für die erfolgreiche Teilnahme, das Unternehmen zeigt: „Der Junge, dieses Mädchen haben ganz schön was drauf in Sachen Technik.“ Schlechtere Voraussetzungen für den Berufseinstieg sind denkbar…

Der Preis, den UNICUM ABI der Schule zur Belohnung für den Sieg stiftete, hatte mit Technik in ganz anderer Form zu tun: Mit der Technik, sich selbst darzustellen! Schauspielerin Susanne Wilhelmina, bekannt aus Fernsehen und Kino („Alles, was zählt“, RTL) gab ausgewählten Schülern aus der Klasse 13 einen 90-minütigen Schauspielworkshop. Der weckte pure Begeisterung, etwa bei Katharina Kurz und Victoria Brändlin, beide 18 Jahre alt: „Es ist toll, dass wir selber etwas einbringen können. Uns macht das riesigen Spaß.“

Von Schmugglern und Hooligans

Kein Wunder, bei dem Coach. Susanne Wilhelmina gab alles. Mit Wahrnehmungsübungen für die Schülerinnen – kein einziger Junge hatte sich gemeldet – stieg die Schauspielerin in den Workshop ein. Dann wurden zu zweit oder zu dritt kleine Szenen geprobt. Katharina Kurz:  „Die Wahrnehmungsübungen waren noch verwirrend, aber jetzt ist es cool, auch mit den Kostümen.“

Kostüme? Susanne Wilhelmina hatte Hüte und einige Accessoires in den mit Teppich ausgelegten Raum mitgebracht. Damit die jungen Schauspielschüler sich besser in die Aufgaben hineindenken konnten. Aus drei, vier Begriffen, so die Aufgabe, sollte eine kurze Szene entwickelt und vorgetragen werden. Katharina und Victoria gaben einen Auftritt mit Federboa, Hut und Gucci-Tasche in einem Zollhäuschen - hier sollte ein Schmuggel auffliegen. „Vielleicht etwas langsamer spielen, gönnt euch Ruhe, nicht so hektisch“, verbesserte Wilhelmina ihre Eleven.

Wie bei allen anderen – es wurden Szenen im Fußballstadion gespielt, andere wählten das eigene Badezimmer für Ihren Auftritt – stets mit einem Lächeln, nachsichtig motivierend und oft mit einer Probe ihres eigenen schauspielerischen Könnens. Und das saß. Beeindruckend schnell legte sie den Schalter um zwischen dozierendem Coach und voll in der Szene aufgehender Schauspielerin.

Der körperliche Einsatz, den Wilhelmina den jungen Talenten abverlangte, war beachtlich: Sie rollten sich auf dem Boden, sprangen, stöckelten, umarmten sich, lachten, schlugen Luftlöcher, stolzierten, warfen, saßen, kullerten.

So viel Engagement war ein dickes Lob wert: „Ihr seid klasse und total mutig“, schloss Susanne Wilhelmina kurz vor dem Läuten zur 5. Stunde den Workshop. Und fügte hinzu: „Das war ein ganz hohes Lernniveau hier!“

Der Weg zu Schauspielkunst einer Karoline Herfurth, Sibel Kekilli oder Anna-Maria Mühe mag noch lang sein. Aber der erste kleine Schritt, er ist getan …

 

Mehr Infos zum Wettbewerb unter: www.schuledesjahres.de

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