„Lebet lang und in Frieden“ – Physikvorlesung mit Prof. Dr. Metin Tolan in Schwerter Gymnasium
Raumschiffe und Vulkanier in Schwerte? Nicht ganz unmöglich. Jedenfalls nicht für Prof. Metin Tolan, der am Friedrich-Bährens-Gymnasium in Schwerte eine außerplanmäßige Vorlesung zum Thema Star Trek hielt.
Die Vorlesung des bekannten Dortmunder Physik-Dozenten war Teil der Preisverleihung zur Schule des Jahres, die im Friedrich-Bährens-Gymansium im Beisein von etwa 130 Oberstufenschülern veranstaltet wurde. Zum ersten Mal in der Geschichte des Wettbewerbs hatte es ein Schwerter Gymnasium auf das Siegertreppchen geschafft. Ausgezeichnet wurde die Schule übrigens in der Kategorie „Unterrichtsqualität“.
Über den Rückhalt seiner Schüler freute sich auch Dr. Klaus-Peter Althoff, Schulleiter des Friedrich-Bährens-Gymnasium. Er könne sein Glück noch gar nicht fassen, verriet er im Gespräch vor der Preisverleihung. Den Preis nahm er dankbar entgegen.
Dann wurde es plötzlich still in der Aula des Gymnasiums. Prof. Metin Tolan betrat die Bühne. Tolan lehrt an der TU Dortmund experimentelle Physik und referiert normalerweise über Röntgenstrahlen. In seinen Sachbüchern erklärt er physikalische und technische Phänomene aus James Bond und Titanic. Von Eisbergen nahm er an diesem Tag allerdings Abstand.
Riesiger Star-Trek Fan
Die darauffolgenden 90 Minuten widmete er sich seinem Hobby: Star Trek. Seit ein paar Jahren sei er, „riesiger Star Trek-Fan“, wie er vor den Schülern zugab. Irgendwann habe er dann angefangen, sich für die technische Seite der Serie zu interessieren. Fragen, die er sich seitdem stellt: Funktioniert das Beamen wirklich? Was ist der Unterschied zwischen Lichtgeschwindigkeit und Warp? Oder anders gefragt: Wie viel Wahrheit steckt in den technischen Phänomenen aus den Star Trek-Serien.
Die Antworten gab er dann gleich selbst. „Natürlich ist Star Trek fiktiv“, so Tolan, „aber viele Dinge aus dem Star Trek-Universum sind eben auch umsetzbar, jedenfalls in der Theorie“. Das Beamen, also das Transportieren von Material von einem Ort zu einem anderen, sei beispielsweise heute schon möglich. Die Serienmacher hätten das Beamen allerdings weniger aus technischem Interesse, denn aus Pragmatismus eingebaut. Dadurch, dass man einen Planeten besuchen konnte, ohne andauernd Flugsequenzen zu simulieren, habe man eine Menge Geld und Zeit gespart.
Und wie es sich für eine Vorlesung im Star Trek-Stil gehört, schloss Tolan mit den Worten: „Lebet lang und in Frieden.“ Den Schülern hat der Vortrag sichtlich gefallen. Nur einer klatschte noch lauter: der Schulleiter selbst.
Mehr Infos zum Wettbewerb unter: www.schuledesjahres.de














