Patrice rockt die Schule des Jahres

- Foto: Marko Gerloff
Gestern Budapest, heute Halberstadt, morgen Paris – der Terminkalender des deutschen Reggae-Sängers und Songwriters Patrice ist prall gefüllt. Warum sich ausgerechnet Halberstadt in die Liste der Hauptstädte mogeln darf? Ganz klar. Im idyllischen Städtchen im Harz steht die Schule des Jahres 2011!
Das Gymnasium Martineum ist Gesamtsieger des Wettbewerbs von UNICUM ABI und durfte sich deswegen am vergangenen Montagabend über das exklusive Patrice-Konzert freuen. Nicht nur für die Schüler war dies ein einmaliges Erlebnis, sondern auch für den Künstler selbst. Schließlich ist Patrice sonst ganz andere Dimensionen gewöhnt. In Halberstadt erwarteten ihn weder eine ausverkaufte Konzerthalle noch ein riesiges Festivalgelände. Dafür sorgte ein schnuckeliger Schulhof für eine besonders intime Atmosphäre.
Gerade noch an eine Menge von 17 000 Leuten gewöhnt, musste der Sänger sich ordentlich ins Zeug legen, um die etwas verhaltenen Halberstädter zu animieren. „Das ist auch mal wichtig für mich. Das hält mich am Boden“, verriet der charmante Sänger. Und sein Manager ergänzt mit einem Augenzwinkern: „So verlernt er wenigstens nicht, das Publikum mitzureißen. Normalerweise braucht er sich ja gar nicht anzustrengen, da kommt das von ganz allein.“ Es ist eben etwas anderes, ob man vor eingefleischten Fans oder einer gemischten Gruppe spielt. Vielleicht haben sich die Schüler auch einfach nur zu Herzen genommen, was ihr Namenspatron Martin Luther zur Musik sagt, nämlich dass sie „die Leute gelinder und sanftmütiger, sittsamer und vernünftiger macht.“
Tanzen im Schmuddelwetter
Aber es ging auch anders. In der ersten Reihe tanzten die Siebtklässlerinnen Nicole Sophie, Michelle und Dana wie wild zu den eingängigen Hits wie „Soulstorm“, „Another one“ oder „Everyday good“. Und das, obwohl sie Patrice vorher noch gar nicht richtig kannten: „Die Lieder kommen einem aber schnell bekannt vor und dann will man einfach mitmachen“, erklärte Dana. Ihr Resümee: „Noch cooler als gedacht.“
Das rhythmische Mitwippen war übrigens auch eine gute Taktik gegen das nasskalte Schmuddelwetter. Wobei das eigentlich gar nicht nötig war, findet zumindest Tobias (15): „Patrice hat – trotz des Regens – für Sommerfeeling gesorgt.“ Keine Spur von Zurückhaltung war auch bei der 14-jährigen Jessica zu finden: „Ich fand’s so gut, dass mir mein Hals wehtut und ich keine Stimme mehr habe. Aber so muss das sein.“ Damit sie auch ordentlich mitsingen kann, hat sich die Zehntklässlerin auf Youtube „bestens vorbereitet“.
Spektakulärer Schuljahresbeginn
Ob das wohl im Rahmen des Unterrichts stattgefunden hat? Möglich wäre es. Schließlich gehört Medienerziehung zu einer der sieben Kategorien, in denen das Martineum so gut abgeschnitten hat, dass es sich gegen die rund 800 Konkurrenten durchsetzen konnte. Auch beim Thema Berufsorientierung waren die Halberstädter ganz vorne mit dabei. Auf diesen Aspekt legte Rüdiger Mandry, PR-Referent bei der Deutschen Flugsicherung besonderen Wert, wie er in seiner Rede bei der Preisverleihung vor dem Konzert durchblicken ließ. Immerhin ist der Partner des Wettbewerbs ständig auf der Suche nach motiviertem Nachwuchs.
Dass auch das Schulklima stimmen muss, wurde deutlich, als der Schulleiter nach dem Mikrofon griff. Harald Schiller zeigte sich äußerst engagiert und war vollen Lobes für seine Schüler. Und wenn das neue Schuljahr schon am dritten Tag nach den Sommerferien so spektakulär anfängt, muss es doch auch erfolgreich weitergehen.



















