Schülerzeitung Teil 1: Gründung

von Anke-Elisabeth Schoen

Am Anfang war die Idee – aber wie geht es weiter? Bis ihr das fertige Produkt in den Händen haltet, ist es ein langer Weg. Zunächst müsst ihr eine Schülerzeitungsredaktion gründen, euch um Räume kümmern, ein Konzept entwickeln, schreiben und layouten. Außerdem müsst ihr die Finanzierung eures Werks sicher stellen.

Das erste Redaktionstreffen

Ihr bemüht euch um einen Raum, den ihr für euer erstes Redaktionstreffen nutzt. Die Raumbelegung klärt ihr am besten mit dem Hausmeister ab. Die Raumnutzung kann zunächst nur provisorisch sein, bevor ihr einen festen Redaktionsraum zugewiesen bekommt. Erkundigt euch, ob es vielleicht schon einmal eine Schülerzeitung gab, die ihr wieder beleben könnt.

Um Mitstreiter zu gewinnen, macht ihr einen Aushang am schwarzen Brett. Schlagt einen konkreten Termin vor. Außerdem solltet ihr einen Ansprechpartner unter Angabe des Namens und der Klasse benennen. Ihr könnt euren Klassenlehrer und die Vertrauenslehrer fragen, ob sie euer Projekt in ihren Kursen bewerben. Eine bunt gemischte Schülerzeitungsredaktion, in der möglichst alle Altersklassen vertreten sind, sichert auch längerfristig das Fortbestehen eurer Zeitung. Außerdem deckt ihr ein großes Interessenspektrum ab. Beim ersten Treffen solltet ihr einen „Fahrplan“ für die weitere Vorgehensweise entwickeln. Einige der anwesenden Gesichter werdet ihr nur einmal und dann nie wieder in der Redaktionssitzung begrüßen dürfen, andere werden engagiert und lange mitarbeiten.

Es hat Vor- und Nachteile, einen Lehrer fest ins Redaktionsteam zu integrieren. Sicherlich kann er euch bei euren ersten Schritten helfen, allerdings büßt eure Schülerzeitung gleichzeitig an Unabhängigkeit ein. Ein Vertrauenslehrer hilft, wenn rechtliche oder finanzielle Fragen unklar sind. Dennoch solltet ihr vorher abklären, inwiefern ein Lehrer in das Redaktionsgeschehen eingreifen darf.

Vom Projekt zur Realisation

Ihr bestimmt, in welchem Turnus eure Zeitung erscheinen soll. Einmal im Monat, alle zwei, alle drei? Macht euch klar, wie viel ihr leisten könnt und wollt. Gleiches gilt für den Umfang: Wie groß soll eure Zeitung sein? Bis wann müssen die Artikel fertig sein? Wann ist Redaktionsschluss? Welche Themen wollt ihr besetzten? Sammelt in einem Brainstorming Namensvorschläge für euer Werk, bevor ihr euch entscheidet. Originell sind Namen, die ihr mit eurer Schule in Verbindung bringt. Im Prinzip sind eurer Kreativität keine Grenzen gesetzt. Die endgültigen Entscheidungen trefft ihr gemeinsam als Redaktion. Mit der Zeit ergeben sich schließlich Interessensschwerpunkte und Verantwortlichkeiten für bestimmte Themen und Aufgaben.

Bestimmt eine Person, die sich für die Inhalte verantwortlich fühlt, die versprochene Artikel „eintreibt“, falls sie bis zum Redaktionsschluss noch nicht vorliegen oder über strittige Beiträge entscheidet. Wahlweise kann die verantwortliche Person von Ausgabe zu Ausgabe wechseln, oder jeder Autor übernimmt Verantwortung für seine eigene Arbeit. Eine klare Aufgabenverteilung ist in eurer Redaktion ein Muss, denn neben der redaktionellen Haftung gibt es noch weitere Aufgaben zu bewältigen. Wer ist für das Layout, die Anzeigen, die Finanzierung, den Druck oder die Post verantwortlich? Außerdem sollten sich einzelne Redaktionsmitglieder um bestimmte Themen kümmern, beispielsweise um die Angelegenheiten Schulinternes, neue Bücher oder Vermischtes. Auch hier sollten die Verantwortlichen darauf achten, dass die Artikel pünktlich vorliegen. Nachfragen, bis wann der Beitrag vorliegt, erscheinen sinnvoll. Außerdem kann eine „Überproduktion“ nicht schaden. Wenn ein Artikel nicht abgeliefert wird, habt ihr immer noch einen Joker in der Hinterhand. Eine schriftliche Planung erleichtert euch zudem den Überblick.

Die Redaktionsarbeit

Vereinbart einen festen Termin für eure Redaktionssitzungen. Sammelt Themenvorschläge, beleuchtet Entwicklungen kritisch, vergebt Arbeitsaufträge. Auf euren regelmäßigen Redaktionstreffen könnt ihr ebenfalls Verantwortlichkeiten neu bestimmen. An eurer Schule solltet ihr dafür sorgen, dass ihr ein eigenes Postfach bekommt. Eine Schülerzeitung lebt von spannenden Themen. Deshalb ist es wichtig, dass ihr den Kontakt zu örtlichen Unternehmen pflegt und euch ein Netzwerk aufbaut. Kontaktiert im Internet Organisationen, Vereine und Unternehmen und lasst euch auf deren Presseverteiler aufnehmen. Natürlich wäre es schön, wenn die Institutionen auch einen Bezug zu Jugendlichen haben. Wenn ihr fertige Pressemitteilung erhaltet, könnt ihr diese redaktionell bearbeiten oder schlicht kürzen. Eure Zeitung sollte keine kostenlose Werbeplattform für Firmen sein, deshalb überlegt euch gut, inwiefern ihr Pressemitteilungen integrieren möchtet.

Wenn jemand schon vorher Erfahrung mit dem Layouten von Artikeln gesammelt hat, um so besser. Bis das Layouten leicht von der Hand geht, braucht es ein wenig Routine. Sinnvoll ist es, wenn sich zunächst die erfahrenen Layouter gemeinsam mit den Autoren um die grafische Umsetzung kümmern. Nach und nach wird so auch der Laie zum fitten Layouter. Achtet auf einen günstigen Erscheinungstermin. Er sollte nicht in den Prüfungsphasen liegen, oder wenn viele Schüler auf Klassenfahrt sind. Klärt vorher ab, wie viel Zeit der Druck in Anspruch nimmt. Entsprechend früher habt ihr eure Zeitung inklusive Layout fertig gestellt. Wenn beim Redaktionsschluss alle Artikel vorliegen, kümmert ihr euch nur noch um die Korrekturen und das Layout. Der Redaktionsschluss ist auch der letzte Termin zur Anzeigenannahme. Plant auch hier genügend Zeit ein. Empfehlenswert ist ein Zeitraum von zwei Monaten Vorlauf für eure erste Ausgabe.

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