Schülerzeitung Teil 2: Inhalte

von Anke-Elisabeth Schoen
Bleistifte und Papier

Eine Zeitung hat die Aufgabe ihre Leser zu informieren und das gewisse „Mehr“ zu bieten. Ein Artikel sollte einen Nutzwert haben, sollte informieren, unterhalten oder meinungsbildend sein. Natürlich bietet die neue Referendarin genügend Gesprächsstoff für einen interessanten Bericht. Ihr fragt sie einfach nach ihren Fächern, nach ihren Hobbys oder wo sie studiert hat. Aber haut das auch eure Leser vom Hocker? Warum nicht einfach einen interessanten Aspekt aus ihrem Leben darstellen? Eure Lehrerin ist begeisterte Mountainbikerin? Wunderbar! Fragt sie nach ihrer aufregendsten Tour oder wo sie schon überall mit ihrem Fahrrad war.

Zielgruppe definieren

In euren Berichten könnt ihr selten alle Aspekte eines Themas abdecken. Wenn ihr eine Facette nach der nächsten abhakt, wird euer Text schnell langweilig und beschreibend. Ihr müsst dem Leser Neuigkeiten vermitteln. Bestenfalls kennt ihr schon die Antworten, während andere noch über Fragen brüten. Klar, wird dies nicht sofort gelingen, aber lasst euch davon nicht entmutigen. Grundsätzlich könnt ihr aus jedem Ereignis eine spannende Geschichte machen. Ihr müsst sie nur richtig umsetzen. Findet einen interessanten Zugang und macht euren Lesern deutlich, warum ihr darüber berichtet. Was ist das besondere?


Ihr müsst euch klar machen, für wen ihr schreibt. Wer sind eure potenziellen Leser? Was interessiert sie? Wie bringt ihr sie dazu, eure Schülerzeitung zu lesen? Um diese Frage zu beantworten, schaut euch andere Zeitungen und Zeitschriften an. Worüber wird berichtet? Wie sind die Texte geschrieben? Bleiben noch Fragen offen? Auch Selbstbeobachtung bringt euch ans Ziel. Welche Berichte fandet ihr interessant und warum? Außerdem seid ihr nah an eurer Zielgruppe! Fragt eure Mitschüler, was sie interessant finden, welche Bücher sie lesen, welche Hobbys sie haben… Klar könnt ihr auch über die Klassen- oder Stufenfahrten berichten. Schildert nicht Busfahrt, Ablauf und Aufenthalt chronologisch, der spannendste Aspekt gehört an den Anfang des Berichts, weniger spannende Aspekte gehören ans Ende.

Themen finden

Es gibt Themen und Darstellungsformen, die in einer Schülerzeitung immer funktionieren. Ihr interviewt euren Lehrer, ihr stellt eure Lieblingsbücher vor, ihr porträtiert Schüler, die besondere Leistungen im Sport erbracht oder einen Wettbewerb gewonnen haben. Auch ein Comic oder eine Foto-Lovestory kann euer Blatt aufpeppen. Oder versucht euch an einer Kolumne, in der ein Autor in jeder Ausgabe über die Tücken des Schulalltags berichtet. Macht deutlich, warum sich eure Leser mit dem Geschehen auseinandersetzen sollten. Inwiefern betrifft sie das Thema persönlich? Holt euren Leser dort ab, wo er steht. Seid kritisch, innovativ und neugierig.


Macht auf einer gemeinsamen Redaktionskonferenz ein Brainstorming und entscheidet euch dann für die Themen. Kritik kann konstruktiv sein. Wichtig ist, dass ihr fair und sachlich bleibt und eure Kritik mit rationalen Argumenten begründet. Andrerseits solltet ihr auch eure eigene Position verteidigen können, nachdem ihr euch mit den Anregungen anderer beschäftigt habt. Sucht nicht nach sinnlosen Ausflüchten, wenn sich der Tadel als berechtigt erweist. Macht es demnächst einfach besser.

Recherchieren

Für einen guten Artikel ist absolute Faktentreue unabdingbar. In euren Beiträgen müsst ihr Antworten auf die sieben W-Fragen geben: Wer? Was? Wann? Wo? Wie? Warum? Woher? Zunächst klärt die harten Fakten, indem ihr die Fragen nach dem Wer? Was? Wann? Wo? beantwortet. Wenn das klargestellt ist, beleuchtet ihr die Hintergründe Warum? und Woher? Was ist das Ziel eures Berichts? Welche Fragen wollt ihr klären? Wo wollt ihr Licht ins Dunkel bringen? Oftmals ergeben sich während der Recherche Nebenschauplätze. Ihr müsst euer Thema sinnvoll eingrenzen und eure Fragestellung verfolgen. Am besten entwickelt ihr einen Fahrplan. Er enthält Auskunft darüber, welche Informationen ihr ermitteln wollt, woher ihr diese bekommt und in welcher Reihenfolge ihr euch diese beschafft.

In einem ersten Schritt macht ihr ein Brainstorming und sammelt Ideen. Nachdem ihr alle aufgenommenen Punkte strukturiert habt, kristallisieren sich die Aspekte, die ihr weiter verfolgen wollt, heraus. Recherchiert niemals in eine Richtung. Ein Thema hat immer zwei Seiten. Und die solltet ihr auch beleuchten. Besucht am besten selbst den Ort des Geschehens. Hier bekommt ihr noch einmal neue Eindrücke. Eure Informationen bezieht ihr hauptsächlich über Personen, die in das Thema involviert oder Experten auf dem Gebiet sind. Auch hier lohnt es sich erst einmal zu sammeln, wenn ihr befragen wollt und euch dann zu entscheiden. Über das Internet, Bibliotheken, Archive oder sonstige Dokumente bekommt ihr ebenfalls sachdienliche Hinweise.

Vielleicht findet ihr sogar in nächste Nähe – in der Schule, im Freundes- oder Bekanntenkreis – jemanden, der euch weiter helfen kann. Entweder kann die Person euch mit Informationen zum Sachverhalt versorgen oder euch weitere Kontakte eröffnen. Wenn euer Informant nicht genannt werden möchte, solltet ihr darauf Rücksicht nehmen. Ihr solltet genau abklären, welche Informationen ihr für euren Bericht verwenden dürft. Sonst drohen rechtliche Konsequenzen.

Die Informanten

Gliedert eure Befragung hierarchisch, will heißen: Befragt die Person zuletzt, die im Mittelpunkt eures Interesses steht. Bis dahin habt ihr zahlreiche Zusatzinformationen eingeholt, mit denen ihr sie konfrontiert. Sorgfältiges Arbeiten beinhaltet auch die Dokumentation eurer Recherche. Klärt am Anfang die W-Fragen. So behaltet ihr ihm Hinterkopf, welcher Sachverhalt bereits geklärt ist. Wichtig ist, dass ihr eure Informationen genau dokumentieren könnt. Benennt eure Quelle. Stellt klar, dass eure Bezugspersonen vertrauenswürdig sind. Recherchiert zunächst in die Breite. Sammelt Belege und Informationen, wählt anschließend die Stichhaltigsten aus.

Heftet eure produzierten Ausgaben ab. Außerdem bietet es sich an, sie zu digitalisieren. So behaltet ihr einen Überblick über die Angelegenheiten, über die ihr schon berichtet habt. Eure bereits erarbeiteten Reporte können euch dabei helfen, einen neuen Zugang zum Thema zu finden. Oder ihr kommt zu dem Entschluss, dass bereits zu oft über die Problematik berichtet wurde. Wenn ihr höflich bei der Tageszeitung anfragt, erhaltet ihr sicherlich auch einen Zugang zum Archiv, wo ihr euch ebenfalls über ein Thema informieren könnt. An Universitäten oder in Bibliotheken habt ihr Zugang zu einem umfangreichen Zeitungsarchiv, wo ihr euch zusätzliche Informationen beschaffen könnt. Wenn ihr einer großen Sache auf der Spur seid, könnt ihr im Handelsregister (Amtsgericht) prüfen, welche Unternehmen und Gesellschaften wem in eurer Stadt gehören.

Verwandte Themen im Forum

Abitur nach 12 Jahren - deine Meinung!
administrator|
Welchen Leistungskurs soll ich wählen?
administrator|
Abi-Mottos
Gast|
Was wäre dein Abi-Buch ohne die lustigen Wahrheiten?
grey1987|

UNICUM Newsletter

Hier die UNICUM Newsletter bestellen ! (Link)