Schülerzeitung Teil 6: Finanzierung

von Anke-Elisabeth Schoen

Für die Finanzen bestimmt ihr am besten zwei eurer Mitstreiter. Sinnvoll ist es, wenn beide Redakteure älter als 18 Jahre sind. Dies hat rechtliche Gründe. Wenn die Finanzbeauftragten jünger sind, müssen die Eltern vorher zustimmen. Der wesentliche Teil der Arbeit ist, Einnahmen und Ausgaben zu dokumentieren, die Geschäfte zu führen und das Konto zu verwalten. Auch die längerfristige finanzielle Planung gehört zum Job. 

Finanzordnung und Buchführung

Zunächst legt ihr eine Finanzordnung fest. Aus ihr ist ersichtlich, was ihr aus der gemeinsamen Kasse bezahlen wollt und für welche Kosten die Schülerzeitungsredakteure selbst aufkommen. Die Auszahlungen sollten von einer Person und immer gegen Vorlage eines Beleges durchgeführt werden, den ihr für eure Buchführung benötigt. Um euer eigenes Geld verwalten zu können, empfiehlt sich ein eigenes Konto. Sinnvoll ist, falls auch von der Bank bewilligt, das Konto auf den Namen der Schülerzeitung einzurichten. Dies sichert den Fortbestand der Bankverbindung, auch wenn sich personelle Änderungen in der Redaktion ergeben. Falls eure Bank einen konkreten Verantwortlichen wünscht, könnt ihr einen eurer Lehrer oder den Direktor eurer Schule einsetzen.

Um eure Einnahmen und Ausgaben zu dokumentieren, müsst ihr euch um die Buchführung kümmern. Zur Buchführung gehört das Sortieren und Abheften von Quittungen, Kontoauszügen oder sonstigen Unterlagen. Wenn die Ausgaben nicht nachgewiesen können, müsst ihr einen Beleg in Eigenregie erstellen. Diesen beziffert ihr mit Datum, Zahlungsgrund und Betrag. Anschließend heftet ihr diese gemeinsam mit den anderen Unterlagen ab.

Langfristige Planung

Es hat noch niemandem geschadet, finanzielle Rücklagen zu bilden. Auch eurer Schülerzeitung nicht. Falls eine Ausgabe mal gründlich in die Hose gegangen sein sollte, seid ihr mit einer Rücklage auf der sicheren Seite. Natürlich könnt ihr das gewonnene Geld auch in die Anschaffung sinnvoller Gerätschaften investieren, mit denen ihr eure Redaktion aufpeppt. Erstellt euch einen detaillierten Finanzplan. Zunächst entwickelt eine Übersicht über die Summe, die ihr die Realisation eurer Zeitung braucht. Es wird zwischen Stückkosten, die sich auf die konkreten Ausgaben für euer Blatt beziehen, und Fixkosten unterschieden. Fixkosten sind solche, die zusätzlich, möglicherweise auch unregelmäßig, anfallen. Setzt eure Ausgaben, um alle Eventualitäten mit einbeziehen zu können, lieber zu hoch als zu niedrig an. Vergesst nicht die Mehrwertsteuer für die Druckpreise dazuzurechnen, die Druckereien oftmals nicht gesondert ausschreiben. Außerdem solltet ihr eine so genannte „freie Finanzspitze“ hinzuaddieren. Diese hat eine Höhe von bis zu 25% eures Gesamtbudgets und ist für unerwartete Ausgaben vorgesehen. Wenn ihr diese tatsächlich nicht brauchen solltet, bildet ihr damit Rücklagen.

Preise und Verkauf

Natürlich wollt ihr auch Einnahmen für eure Schülerzeitung erzielen. Für gewöhnlich könnt ihr bis zu zwei Euro für euer Exemplar verlangen. Für potenzielle Anzeigekunden legt ihr kostenlose Belegexemplare zurück. Auch jenen, die bereits Anzeigen in eurem Heft geschaltet haben, solltet ihr ein Heft zukommen lassen. Eure Schülerzeitung könnt ihr am Verkaufstisch in den Pausen, am Elternsprechtag oder mit einem eigenen Stand an Schulfesten unter das Volk bringen. Wenn ihr mit der Schulleitung verhandelt, dürft ihr vielleicht auch während des Unterrichts durch die Klassen gehen und eure Zeitung verkaufen. Auch außerhalb der Schule könnt ihr aktiv werden: Ihr könnt eure Zeitschriften in Kommission geben. Ihr legt eure Zeitungen in öffentlichen Geschäften aus und handelt mit den Geschäftsführern eine Provision aus. Das heißt, dass ihr bei einer Jugendzeitung meist ein Viertel, maximal die Hälfte des Verkaufspreises dort hinterlassen müsst. Wenn ihr Glück habt, müsst ihr keine Provision abtreten. Dabei dürft ihr nicht vergessen, die übrig gebliebenen Hefte nach einer gewissen Zeit einzusammeln und das eingesammelte Geld abzuholen. Bei der Gelegenheit könnt ihr gleichzeitig über eine Anzeige in einer eurer nächsten Ausgaben beraten.

Einnahmequellen

Um ein Plus auf eurem Konto verzeichnen zu können, seid ihr auf Gelder von Werbe- und Anzeigenkunden angewiesen. Das Schalten von Kleinanzeigen ist eine effektive Finanzierungsmöglichkeit. Wenn ihr einen Pauschalpreis, bis zu einer gewissen Anzeigengröße, festsetzt, habt ihr rasch eine imposante Summe zusammen. Es erscheint sinnvoll, jemanden in eurer Redaktion zu bestimmen, der verantwortlich für die Betreuung der Anzeigen ist. Für den Job des Anzeigenleiters bestimmt ihr jemanden, der Menschen begeistert und gut verkaufen kann. Euer Anzeigenleiter sollte als solcher auch im Impressum ausgewiesen sein. Seine Aufgabe beinhaltet sowohl die Akquise, das heißt den Gewinn von Werbepartnern und Kunden als auch die Rechnungsstellung. Zudem kooperiert er mit den Redakteuren, die für Druck und Verkauf verantwortlich sind.

Finanzielle Unterstützung bekommt ihr aber auch auf anderem Wege. Schülervertretungen, Fördervereine oder Elternbeiräte können euch finanzielle Unterstützung zusichern. Gleiches gilt für Verbände oder Organisationen oder Stiftungen der öffentlichen Hand.

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