Schülerzeitung Teil 8: Print oder Online?

von Anke-Elisabeth Schoen

Print oder Online – das ist hier die Frage. Beides hat Vorteile. Im aktuellen Heft blättern oder sich die neusten Artikel topaktuell im Internet durchlesen. UNICUM klärt euch über Vor- und Nachteile auf.

Mit dem Internet seid ihr als junge Schülerzeitungsredaktion nah am Puls der Zeit. Ihr könnt einfach die Printausgabe online stellen, oder ihr sorgt für einen eigenen Internetauftritt. Das müsst ihr allein entscheiden. Mit einer Schülerzeitung haltet ihr das fertige Produkt in den Händen. Ihr könnt Bilder ausschneiden, die Artikel bemalen oder Eselsohren ins Blatt knicken. Ihr könnt sogar heimlich unter der Schulbank lesen, denn ihr braucht keinen Computer, um den ihr euch mit euren Geschwistern streiten müsst.

Blättern oder klicken

Mit eurer Printausgabe haltet ihr ein schlagkräftiges Argument in den Händen, mit dem ihr eure Anzeigenkunden und Sponsoren überzeugen könnt. Mit der Anzahl der verkauften Exemplare behaltet ihr den Überblick über eure Leser. Außerdem könnt ihr neben dem Geld, das ihr über Anzeigen und Sponsoring einnimmt, auch gleichzeitig Geld für eure Verkäufe erwirken. Eure Bezieher können überall lesen. Und: Ihr habt viel mehr Zeit fürs recherchieren. Ihr müsst nicht immer topaktuell berichten. Es wird nicht weiter auffallen, wenn ihr einen Tag lang mal nicht an der Schülerzeitung arbeitet. Andrerseits spart ihr euch mit einem überzeugenden Onlineauftritt die Papier- und Druckkosten. Ihr könnt immer aktuell berichten. Ihr lernt, unter Zeitdruck zu arbeiten und trotzdem einen guten Artikel auf die Beine zu stellen. Außerdem könnt ihr eure Leser aktiv einbeziehen, Umfragen starten oder sofort Feedback erhalten. Ihr habt kein Platzproblem, das heißt ihr könnt euer Angebot beliebig verbreitern. Zusätzlich können nicht nur die Leser eurer Schule auf eure Artikel zugreifen, sondern theoretisch auch der Rest der Welt.

Webspace von Gratisanbietern wird euch keinen Cent kosten – ihr zahlt dafür aber einen anderen Preis: Ihr werdet mit Werbung überhäuft. Banner und aufklickende Popups können eure Nutzer verängstigen. Wenn ihr euch für einen (zusätzlichen) Internetauftritt entschieden habt, solltet ihr diesen auch bewerben. Genauso wie für eure Schülerzeitung braucht ihr auch für euren Onlineauftritt Mitstreiter, die sich aktiv am Vorhaben beteiligen. Außerdem braucht ihr ein Web-Editor Programm, mit dem ihr eure Seiten gestaltet. Eure Website lebt von den Inhalten, deshalb braucht ihr auch Texte, Fotos und Grafiken, mit denen ihr eure Seite mit Leben füllen könnt. Zusätzlich noch ein FTP-Programm, mit dem die fertigen Seiten über den Server ins Internet gestellt werden.

Redaktionsmodelle

Die Arbeit in der Online-Redaktion könnt ihr auf unterschiedliche Weise organisieren. Es gibt einen verantwortlichen Schülerzeitungsredakteur, der sich um bestimmte Themenbereiche kümmert. Außerdem unterstützen ihn zahlreiche andere Redakteure und Mitarbeiter in seinem Zuständigkeitsbereich. Mehrere Verantwortliche bestimmen dann im Wesentlichen über die Ausrichtung des Online-Auftritts und die zu haltenden Standards. Überdies ist es sinnvoll, einen Mailvertailer einzurichten, über den ihr bequem kommunizieren könnt.

Jeder ist für bestimmte Aufgaben verantwortlich, allerdings niemals allein. Vorteilhaft ist auch der ständige Austausch untereinander, der wenn jemand ausfällt, auch den anderen das selbstständige Weiterarbeiten ermöglicht. Eine funktionierende Kommunikation ist wichtig, da nur so ein reibungsloser Ablauf gewährleistet wird. Sinnvoll ist diese Arbeitsweise, wenn ihr nur mit eurer Schülerzeitung online gehen möchtet und sie nicht als Zeitung heraus geben möchtet

Die zweite Machart sieht keine Verteilung von Kompetenzen vor. Eine Person ist verantwortlich für die Ausgestaltung des Online-Auftritts. Der zuständige Redakteur speist die Artikel in das System ein und aktualisiert sie regelmäßig. Die anderen Schülerzeitungsredakteure sind für die inhaltliche Ausrichtung zuständig und liefern die Texte an. Der Webmaster kennt sich mit Webdesign und Programmierung aus. Allerdings sollte ihn eine zweite Person unterstützen. Schließlich kann auch der beste Webmaster krank werden. Oder viele Klausuren schreiben und sich deshalb überlastet fühlen. Diese Arbeitsweise bietet sich an, wenn die Inhalte der Schülerzeitung ins Internet gestellt werden. Möglich wäre auch, dass die im Heft gekürzten Artikel online in voller Länge erscheinen oder im Internet noch Zusatzinformationen für die Nutzer abrufbar sind.

Denkbar ist allerdings auch ein AG-Modell, das an der Schule angeboten wird. Hier übernimmt ein Lehrer die Betreuung, Koordination und Planung. Ihr als Schülerzeitungsredaktion habt weniger Verantwortung. Auch eure Position gegenüber den Lehrern wird gestärkt, allerdings büßt ihr mit dem Verlust der Eigenregie Handlungsspielraum ein. Euer Lehrer kann vorschreiben, wie die redaktionelle Gestaltung aussieht. Dies führt dazu, dass kritische Stimmen verstummen und der ein oder andere Artikel der redaktionellen Zensur eures Lehrers zum Opfer fallen kann. Eine Schülerzeitung sollte ein eigenständiges Medium sein, nicht das Blatt des Rektors. Wenn ihr dieses Projekt so umsetzen möchtet, sucht euch einen kooperativen Lehrer, mit dem ihr vorher die Marschrichtung klärt. Wichtig ist, dass ihr auch eure Gedanken und Anregungen in das Produkt einfließen lasst. Falls dies nicht möglich ist, könnt ihr immer noch euer eigenes Ding durchziehen.

Werbung und Sponsoring

Wenn ihr euch gegen kostenlosen Webspace entscheidet, dann sucht euch Werbepartner, die euren Auftritt finanzieren. Es gibt sicherlich einen Sponsor in eurer Stadt, der die Kosten für den Internetauftritt trägt. Das Logo eures Werbepartners wird dafür gut sichtbar auf eurer Startseite und auf allen dazu gehörigen Unterseiten zu sehen sein. Allerdings dürft ihr euch auch hier nicht vollkommen von eurem Sponsor vereinnahmen lassen. Ihr habt ein Recht auf kritische, unabhängige Berichterstattung, auch wenn sie nicht der Meinung eures Geldgebers entspricht. Bei der Auswahl eures Sponsors achtet ihr am besten auf die Zielgruppe. Wer könnte ein Interesse an Werbung in eurem Medium haben? Fahrschulen, Diskotheken, Buchhändler, die Bäckerei in Schulnähe – Möglichkeiten gibt es viele.

Ähnlich wie bei einer Schülerzeitung in Papierformat auch, bietet ihr eurem Sponsor einen Werbeplatz für die Bannerwerbung im Internet an. Auch hier sprecht ihr mit dem verantwortlichen Schülerzeitungsredakteur, welche Größe und Position realisierbar sind. Ihr legt eurem Kunden ein Preisliste und einen Screenshot vor, das heißt eine Kopie eures Internetauftritts. Gleichzeitig fügt ihr hinzu, wie oft ihr eure Website aktualisiert und welche Vorteile sich aus einer Zusammenarbeit ergeben würden. Achtet darauf, dass ihr eure Seite nicht mit Werbung verbarrikadiert und dass es sich nicht um jugendgefährdende Inhalte handelt.

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