US-Wahl 2016
US-Wahl 2016: Clinton oder Trump? | Foto: Thinkstock/3dfoto

Auslandssemester

04.07.2016

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08. Nov 2016

Alexander Lemonakis

News

Experten-Check: Diese Folgen wird die US-Wahl für uns haben!

Welche möglichen Folgen hat ein Wahlsieg von Donald Trump?

Prof. em. Dr. Ulrich Karpen (Rechtswissenschaft): "Trump ist gegen die Globalisierung und wird nach einem möglichen Wahlsieg eine 'Politik nach innen' führen und einen neuen nationalen Isolationismus für die USA beanspruchen. Ob Trump wirklich eine Mauer an die Grenze zu Mexiko bauen wird, bleibt abzuwarten."

Prof. Dr. Karl-Werner Hansmann (BWL): "Trump will massive Steuersenkungen für die reichen US-Bürger und Konzerne durchsetzen. Seine möglichen Maßnahmen und die Entlastung der Firmen und Besserverdiener sind absurd und würden ganz klar eins bedeuten: Die Schulden der USA würden dramatisch ansteigen! Er vertritt zudem eine rückwärtsgewandte Politik: Die Umweltpolitik ist ihm egal, er setzt auf alte Energieträger wie Kohle."

Welche möglichen Folgen hat ein Wahlsieg von Hillary Clinton?

Prof. Dr. Sighard Neckel (Soziologie): "Hillary Clinton würde bei einem Wahlsieg die Obama-Politik weiterverfolgen. Auch eine Präsidentschaft von Clinton hätte weitreichende globale Folgen: Möglicherweise würde das eine Zuspitzung der Beziehungen der USA zu Russland und China bedeuten. Die schwellenden Konflikte zwischen diesen drei Schwergewichten der Weltpolitik würden unter Clinton nicht unbedingt abgebaut."

Außenpolitik & Internationaler Terrorismus:

Julia Lange (Amerikanistik): "Von Hillary Clinton ist in der Außenpolitik und in der internationalen Terrorismusbekämpfung kein sanfter Kurs zu erwarten. Sie wird die Außenpolitik Barack Obamas fortsetzen, in der Nato bleiben und versuchen, Konflikte wie den Syrien-Krieg diplomatisch und ohne Bodentruppen zu lösen."

Prof. Dr. Karl-Werner Hansmann (BWL): "Trump will raus aus der NATO, sich aus möglichst vielen Konflikten heraushalten und strebt eine Nähe zu Russland und Putin an."

TTIP

Prof. Dr. Karl-Werner Hansmann (BWL): "Sowohl für Clinton als auch für Trump ist TTIP tot. Trump ist generell gegen jede Form von Freihandel und Clinton will nicht die gleichen Fehler begehen wie Obama, der TTIP nicht zu einem erfolgreichen Abschluss führte. TTIP spielt für beide keine große Rolle."


Clinton vs. Trump


Warum erhält Trump so viel Zustimmung?

Prof. Dr. Sighard Neckel (Soziologie): "Für die Wählerentscheidungen spielen oft emotionale Aspekte eine größere und wichtigere Rolle als Fakten. Wir befinden uns ja bekanntlich im postfaktischen Zeitalter. Trump ist zudem ein Phänomen, in seiner Unberechenbarkeit einzigartig und profitiert von einer großen Unsicherheit vieler Wähler: Er vereint viele Wähler, die sich ökonomisch benachteiligt fühlen, kulturell frustriert und öffentlich vernachlässigt sind."

Prof. Dr. Katharina Kleinen-von Königslöw (Journalistik und Kommunikationswissenschaft): "Die Problematik bei Trump liegt darin, dass Lügen und Unwahrheiten von ihm aufgedeckt werden, aber es die Wähler schlicht nicht interessiert und diese trotzdem an dem Kandidaten und seinem Populismus festhalten. Diese Entwicklungen sind besonders im US-Wahlkampf, übrigens in beiden politischen Lagern, aber auch in europäischen Ländern und auch in Deutschland am Aufstieg der AFD erkennbar."

Prof. Dr. Karl-Werner Hansmann (BWL): "Für viele verkörpert Donald Trump den amerikanischen Traum: Er ist erfolgreich und gilt als Vorbild. Die US-Wahl ist eine reine Persönlichkeitswahl."

Austausch, Auslandssemester & Co. den USA:

Prof. Dr. Karl-Werner Hansmann (BWL): "Der Großteil der US-Hochschulen und des Bildungspersonals stehen meiner Meinung nach auf der Clinton-Seite. Trump hat ein schwieriges Verhältnis mit der geistigen Elite des Landes und fühlt sich als 'Outsider'. Es muss aber keiner um seinen USA-Austausch oder sein mögliches Auslandssemester an einer US-amerikanischen Uni bange sein. Der Handlungsspielraum für einen Präsidenten Trump wäre in diesem Bereich sehr begrenzt."

Prof. em. Dr. Ulrich Karpen (Rechtswissenschaft): "Eins ist aber auch klar: Eine Präsidentschaft von Trump würde keineswegs einen Austausch von Studenten, Lehrenden und zukünftiger Eliten fördern.

Medien & Social Media:

Prof. Dr. Katharina Kleinen-von Königslöw (Journalistik und Kommunikationswissenschaft): "In den USA wird ein heftiger Wahlkampf über soziale Medien wie Facebook und Twitter geführt. Besonders Twitter ist bei Clinton und Trump das entscheidende Medium. Trump war bereits vor seiner Präsidentschaftskandidatur auf Twitter sehr aktiv. Derartige 'Twitter-Wars' sind für den deutschen Bundestags-Wahlkampf nicht zu erwarten."

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